Kinder- und Jugendbuch

Battle

battle.pngDie Geschichte des reichen Mädchens, das auf einen Jungen aus einer sozial weit entfernten Schicht trifft, ist nicht neu. Dass beide tanzen, auch nicht. Doch in „Battle“ wird die Geschichte wieder erwarten neu erzählt.

Amelie geht es gut mit ihren Freunden und dem Tanzen. Sie fühlt sich wohl, so wie es ist. Erst als ihr Vater pleite ist und sie plötzlich aus ihrer Nobelvilla im Nobelviertel ausziehen müssen, wird ihr bewusst, wie sie bisher gelebt hat und sie kommt mit dem neuen Leben gar nicht zurecht. Zum Glück gibt es das Tanzen, was sie wieder in die richtige Bahn bringt.

Ok, dass ein Vater seine Tochter so plötzlich aus dem Haus in eine sehr, sehr schäbige Wohnung umquartiert und ihr nicht einmal ermöglicht, ein paar private Sachen mitzunehmen, ist nicht glaubwürdig. Auch, dass sie nicht einmal genug Kleidung mitnehmen darf. Doch das macht nichts, weil es viel interessanter ist, wie sich Amelie weiterentwickelt. Als sie Mikael kennenlernt und mit ihm Breakdance bekommt ihr Leben wieder Farbe. Sie lernt sich selbst besser kennen und wie man zurechtkommt, fern von Luxus.

Fazit: Ein ansprechend geschriebener Jugendroman rund ums Tanzen, der zeigt, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei sein soziales Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren.

Maja Lunde: Battle. Urachhaus 2018

ISBN 978-3-8251-5147-8

Selber machen

Papier Zen

183401_Papier_Zen_Cover_VLB_grEntspannen mit Papier

Falten, knicken, streichen – mit Origami und Co. zu mehr Achtsamkeit

Bei monbijou vom Lingen Verlag gibt es viele schöne Bücher und Materialien aus und über Papier. Der Titel „Papier Zen“ steht für die Entspannung mit Papier, bzw. durch das Falten von Papier. Die Konzentration auf das Tun und die wiederholten Bewegungen können dazu führen, abzuschalten und helfen, nicht nur den Geist, sondern auch den Körper zu entspannen. In einer kurzen Einführung erläutert die Autorin außer dem Begriff Papier Zen auch, was Origami bedeutet und einige andere Faltkunstbegriffe. Außerdem gibt sie auf zwei Seiten Hinweise zu geeignetem Papier, Werkzeug und Hilfsmitteln. Übrigens überraschend zurückhaltend, ganz ohne die so häufig hineingepresste Werbung für irgendwelche teuren Produkte. Schön auch der Hinweis, dass sich altes Papier ebenso eignet, wie z.B. Comics oder Kalenderblätter.

Anschließend folgen schon die reich bebilderten Anleitungen. Jeder Schritt ist sehr gut erklärt und mit einem Foto versehen. Manchmal ist leider das Papier so schön bunt, dass man kaum erkennt, wo gefaltet wurde. Bei der Anleitung für den Würfel, den ich nachgebastelt habe (S. 62), scheint mir ein kleiner Fehler zu sein. Bei Schritt 6 steht zwar, dass die rechte untere Ecke nach oben gefaltet werden soll, gezeigt wird aber die Ecke der Faltung weiter oben. Wenn man Schritt 7 liest und nachfaltet, kommt man drauf, wie es richtig geht. So sieht der Würfel aus:

 

Fazit: Ein schönes und sehr gut erklärtes Faltbuch mit Anleitungen für Anfänger und etwas erfahrenere Falter 😉 Manche Ideen sind altbekannt, aber durch die Umsetzung erscheinen sie neu. Außerdem ist es sinnvoll, mit einfachen und scheinbar lapidaren Faltungen anzufangen (wie Himmel und Hölle) und daraus etwas zu gestalten, um in den „Zen-Flow“ zu gelangen.

Roman

Der Augenblick der Zeit

augenblickIna Kosmos will das Porträt einer jungen Frau unbedingt kaufen. Sie ist überzeugt davon, dass es nicht, wie angegeben, aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern viel älter ist. Mit diesem Bild könnte sie ihre Galerie retten. Doch es kommt anders. Sie kann das Bild nicht ersteigern und die Galerie wird geschlossen. Ina, die seit Jahren selbst nicht mehr malen kann, hat ihre ganze Leidenschaft in die Förderung anderer Künstler gesteckt. Jetzt muss der Job im Museum reichen, um finanziell über die Runden zu kommen. Doch das Porträt lässt sie nicht los. Sie forscht nach und hofft, es doch noch zu bekommen.

Etwa 500 Jahre früher ist Georg Tannstetter auf seinem Maultier Cucuzza unterwegs nach Mailand zum Palast der Sforza, um eine Botschaft seines Herrn Kaiser Maximilian I. zu überbringen. Als Sterndeuter und angehender Leibarzt mit einer großen Liebe zu Zahlen, wird dort aber vor allem die Begegnung mit Leonardo da Vinci sein Leben verändern. Und die schöne „Stella“…

Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist.

Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben  versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe.

Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist.

Fazit: „Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

 

Auf Lovelybooks gibt es eine Leserunde mit der Autorin.

Die Premierenlesung findet am 12.4. in München-Riem statt.

Infos zu Stephanie Schuster gibt es hier.

Stephanie Schuster. Der Augenblick der Zeit. Blessing 2018

ISBN 978-3-89667-569-9

Selber machen

Mein großes Kleiderbuch

9783841065001.inddDas Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, das praktischerweise die Modellfotos zeigt. Anschließend folgt eine Schnittübersicht mit Zeichnungen der Modelle. Und los geht`s mit den Anleitungen. Erst am Ende des Buches gibt es eine „Nähschule“ mit Maßtabelle, Tipps und Tricks rund ums Nähen sowie einigen konkreten Anleitungen zu Details wie Kragen und Manschetten.

Die einzelnen Modelle sind bei den jeweiligen Anleitungen großformatig abgebildet. Die Infos dazu sind sehr luftig auf zwei Seiten verteilt. Die Anleitungen selbst wurden eher knapp gehalten und nicht mit Abbildungen für Einzelschritte versehen. Das dürfte für Anfänger etwas schwierig werden, obwohl die Schritte recht gut beschrieben sind.

Die Kleidergrößen variieren von 34 bis 48, allerdings nicht bei jedem Modell gleichermaßen. Meist geht es von 38 bis 44. Da die Größen bei Schnittmustern meist ein bis zwei Nummern größer sind als die übliche „Kaufgröße“, muss man das Schnittmuster genau nachmessen, um zu erkennen, ob das Kleid später passt. Aber das sollte man ja bei jedem Schnittmuster tun. Die Größen sind leider nicht im Inhaltsverzeichnis angegeben, man findet sie jeweils bei der Anleitung.

Tipps zu Schnittanpassungen, vor allem die FBA (Oberweitenanpassung) fehlen leider, die wären gerade bei Kleidern sinnvoll. Die Schnittmuster sind auf vier Seiten/zwei Bögen Papier vereint, was es etwas mühsam macht, sie zu kopieren, da sich viele Linien überschneiden. Aber sie sind recht kräftig gedruckt, daher kann man die Linien relativ gut erkennen.

Fazit: Viele schöne Kleidermodelle, die sich gut individuell variieren lassen. Ein bisschen unverständlich ist, dass mehr Platz für die Infos vergeben wurde, statt die Anleitungen mehr auszuarbeiten. Für Leute, die vor allem Schnittmuster suchen und keine detaillierten und bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen benötigen.

Dagmar Scholz: Mein großes Kleider-Buch. Christophorus Verlag 2018

ISBN 978-3-8410-6500-1

 

Selber machen

Das perfekte Oberteil

Schnitte kombinieren – über 200 individuelle Modelle nähen

9783831034437.jpg17 Oberteile gibt es in diesem großen Buch zur Anschauung mit Fotos. Überhaupt gibt es sehr viele Fotos, die zeigen, wie schön und unterschiedlich Oberteile aussehen können. Angenehm ist, das dafür Models gewählt wurden, die verschiedene Körperformen repräsentieren. Wirkliche „gro0e Größen“ werden zwar nicht verkörpert, aber wir Molligen haben ja ein gutes Vorstellungsvermögen.

Wie auch beim Buch „Das perfekte Kleid“ gibt es im Buch zwei Doppelseiten mit allen 250 Kombinationsmöglichkeiten als Zeichnungen. So kann man sich selbst aussuchen, welches Oberteil man nähen will. Die im Buch gezeigten Shirts sind markiert. Dank eines ausgeklügelten Abkürzungssystems findet man die Einzelteile recht schnell und kann gut die passende Anleitung zusammenstellen. Tipps zur Anpassung gibt es auch ein paar, wobei hier die FBA (Oberweitenanpassung) sehr hilfreich gewesen wäre.

Die Grundtechniken sind in einem Kapitel zusammengefasst und sehr nützlich. Man lernt hier vom ARbeiten mit Blenden übers Knopfschlaufen nähen bis zu überlappenden Halsausschnitten alles Nötige.

Ein Lookbook zeigt mit vielen Fotos (von Clair Obscur), wie die Modelle aussehen können. Zusätzlich kann man eine App nutzen, um die Blusen in 360° zu sehen.

Der letzte Teil des Buches besteht aus Anleitungen für die einzelnen Bestandteile der Oberteile, also Basis, Ärmel, Kragen usw. Die Schritte sind mit Zeichnungen bebildert. Es ist etwas Näherfahrung und vor allem Übung im Lesen von Nähanleitungen nötig, um hiermit klarzukommen. Aber mit etwas Geduld lässt sich ein schönes Oberteil nähen.

Fazit: Wer nicht immer nur T-Shirts tragen will, kommt mit diesem Buch ins Oberteil-Schlafraffenland. Die Variationsmöglichkeiten sind überwältigend und dank der Schnittmuster in sehr vielen Größen, kann sich jede Frau ihre Lieblingsteile selbst nähen.

Evelien Cabie: Das perfekte Oberteil. Dorling Kindersley 2018

ISBN 978-3-8310-3443-7

Selber machen

Näh dir dein Kleid aus Jersey

kleid.jpg Einfach mit dem Kleiderbaukasten

Wer bequeme Kleider mag, die auch noch gut aussehen, findet in diesem Buch seine Wunderkiste. Durch das Baukastensystem lassen sich Ober – und Unterteile, Taillenstück, Ärmel und Ausschnitt (fast) beliebig variieren. Welche Kombinationsmöglichkeiten angeboten werden, ist anfangs erklärt. Eine grafische Übersicht wäre hier sinnvoll gewesen, damit man sich besser vorstellen kann, wie die Einzelteile und fertigen Kleider aussehen. Für 16 Kleider gibt es (sehr kurz gehaltene) Anleitungen mit ein bis zwei Modellfotos und Skizzen. Um die Anleitungen ausführen zu können, muss man nach hinten blättern. Dort befinden sich detaillierte Anleitungen der einzelnen Teile. Die Schritte sind mit Skizzen veranschaulicht.

Sehr schön finde ich, dass es im Buch Models mit verschiedenen Kleidergrößen gibt, sodass man sich die Kleider besser vorstellen kann. Praktisch ist, dass die Schnittmuster auf zwei Bögen verteilt sind, so überschneiden sich weniger Linien und die Schnitte lassen sich leichter abpausen.

Fazit: Ein Kleid für alle Fälle ist hier im Buch sicher dabei. Ein bisschen Näherfahrung ist nötig, um sich zurechtzufinden.

Rosa P.: Näh Dir Dein Kleid. Christophorus Verlag 2017 (8. Aufl.)

ISBN 978-3-8410-6399-1

Selber machen

Hosen nähen

Die perfekte Hose für jede Körperform – für die Größen 34 – 46

Hosen-nähen-198x26-160-2-376x499.pngAuf dieses Buch habe ich schon sehr gespannt gewartet. Denn eine perfekte Hose für mich zu nähen, das wollte ich schon lange.

Das Buch besteht etwa zur Hälfte aus Anleitungen. Die andere erste Hälfte ist größtenteils ein sehr anschauliches Näh-Grundlagenbuch. Zu Beginn gibt es aber eine Stilkunde. Hier können wir lernen, welche Hosenform zu unserer Körperform passt, sprich „gut aussieht“. Da das ja auch Geschmackssache ist und die Hose außerdem bewuem und praktisch sein soll, finde ich den Teil nicht so interessant. Die Bebilderung hat mich dann auch gleich etwas ernüchtert: Es sind auf den ersten Blick lauter auffällige, manchmal merkwürdige Schnittmuster. Großzügige Bundfalten, eine Thaihose mit gefaltetem Umschlagbund oder eine Hose mit Schlabberschritt. Wer kann und will das (im Alltag) tragen? Auf den zweiten Blick sehen die Hosen schon recht schick aus, sind aber eher für recht schlanke und möglichst große Frauen geeignet, finde ich.

Schnell ist mir klar, es gibt wirklich schöne Schnitte, tolle Ideen für lockere, lässige und auch edle Hosen, aber keine, die in der hier ja enthaltenen Größe 46 noch gut aussieht. Außer die „Röhre“, eine gerade geschnittene Hose mit Gummizugbund.

Die Anleitungen sind sehr gut erklärt udn mit Fotos versehen. Schnittmuster gibt es hintem im Deckel zum Herausnehmen und Abpausen.

Fazit: Ein richtig tolles Buch zum Hosennähen für eher schlanke und große Frauen, doch das muss jeder selbst entscheiden. Also unbedingt einen Blick auf die Modelle im Buch werfen, bevor man es kauft. Super Anleitungen mit vielen Fotos überzeugen machen die Umsetzung der Modelle einfach.

Vivien Altmann: Hosen nähen. EMF 2018

ISBN 978-3-8635-5878-9