Kochen · Selber machen

Brotbacken in Perfektion

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Das Plötz-Prinzip

Vollendete Ergebnisse statt Experimente

Nun durfte ich auch noch ein drittes Buch von Lutz Geißler lesen und freue mich sehr darüber. Denn es ist tatsächlich wieder anders als die beiden, die ich bereits hier  besprochen habe. Insbesondere sind in diesem Buch ausschließlich Brote aus Weizen- und Dinkelmehl vorgestellt.

In diesem Buch gibt es zunächst ein Inhaltsverzeichnis mit Abbildungen. Das ist wirklich großartig, denn so sieht man sofort, worauf man Lust haben könnte.  In der sehr ausführlichen und informativen Einleitung erfährt man wichtiges über Geräte, Zutaten, Handgriffe und dann auch über Mehle. Schließlich stellt Lutz Geißler sein Prinzip vor: Die Schritte vom Mischen und Kneten übers Gehen bis zum Backen, einfach und verständlich erklärt. Besonders ist hier die Variationsmöglichkeit zwischen Gehzeit im Warmen oder im Kühlschrank. Je nachdem, wo und wie der Teig seine Ruhezeit verbringt, braucht er länger und entwickelt sich anders.

Die Rezepte sind alles sehr gut erklärt und haben immer verschiedene Varianten dabei. So ist für jeden möglich, ein Brot zu backen. Die Fotos sind auch in diesem Buch wirklich großartig, sodass man sofort in so ein leckeres Brot beißen möchte.

Meine Versuche waren allerdings nicht so prickelnd. So ganz bekomme ich das mit den Ruhezeiten nicht hin, denn entweder ist es im Raum mal kalt und mal warm oder ich knete wohl zu wenig (mangels Küchenmaschine geht mir irgendwann die Kraft aus).

Fazit: Wer Brotbacken lernen oder seine Kenntnisse erweitern und vertiefen will, liegt bei diesem Buch genau richtig. Es gibt hier Rezepte mit Weizen- und Dinkelmehl in verschiedensten Variationen.

Lutz Geißler: Brotbacken in Perfektion. Becker Joest Volk Verlag 2016

ISBN 978-3-95453-104-2

http://www.ploetzblog.de

Hörbuch · Kinder- und Jugendbuch

P.S. I still love you

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Lara Jean, 16 Jahre, ist verknallt in Peter. Mit ihm hat sie einiges erlebt, was man in der vorherigen Folge, dem ersten „Band“ von Jenny Han erfahren kann. Da ich dieses Vorwissen nicht hatte, war es etwas schwierig, anfangs der Erzählung des Mädchens zu folgen.

Lara Jean erzählt ihre Geschichte recht nachdenklich und, wie in einem Tagebuch, sehr subjektiv. So bekommt man einen intensiven Einblick in ihr Leben mit Schwestern und Vater, ohne Mutter (die offenbar verstarb) und mit dem Freund Peter. Sie hatte eine beste Freundin, die vorher mit Peter zusammen war und jetzt so eine Art beste Feindin ist. Als im Internet ein Video auftaucht, das zeigt, wie Lara Jean mit Peter im Whirlpool knutscht, so offensiv, dass es wirkt, als hätten sie Sex, ist Lara Jean ziemlich verzweifelt. Allerdings scheint es mir, als wäre sie irgendwie ganz schön gelassen. Denn sie hätte schließlich sofort ihren Vater informieren und damit auch Anzeige erstatten können. Tut sie aber nicht.

Die Geschichte plätschert dahin, ohne groß ins Geschehen hineinzuziehen. Für junge Mädchen bietet sie sicher einige interessante Aspekte, wie die häufigen Überlegungen, ob jemand schon Sex hatte oder nicht. Komisch ist, dass Lara Jean so gar keine Freundinnen hat, sich aber sehr im Altenheim engagiert. Irgendwie schmeißt sie fast den Laden dort (natürlich ehrenamtlich). Ein bisschen zu viel Gutes kommt da zusammen und macht die Protagonistin noch langweiliger.

Fazit: Eine mäßig gelungene Fortsetzung einer Geschichte um ein junges Mädchen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Die erste Liebe, die ganz schön schwierig ist und schließlich die Entscheidung dafür oder dagegen, ist für jüngere Mädchen sicher hörenswert. Viel Romantik, Unterhaltung oder gar Humor findet man im Hörbuch leider nicht.

Jenny Han (gelesen von Leonie Landa): P.S. I still love you. Hörbuch bei cbj audio 2017

ISBN 978-3-8371-3808-5

Gekürzte Lesung, empfohlen ab 12 Jahren, 6 CDs, Gesamtspielzeit ca. 7 Std. 40 Min.

Roman

Ein Dorf zum Verlieben

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Wanda ist Yogalehrerin in Osterbüren, wo sie auch aufgewachsen ist und verliebt war in R. Wenn sie sich unterhält, wenn sie irgendwo herumläuft, denkt sie an R. So oft, dass es leider schon zu Beginn des Romans zu nerven beginnt.

R. eigentlich Richard, lebt in München mit einer Frau, deren Vater ein reicher Arzt ist. Auch Richard könnte ins Geschäft mit der Schönheit einsteigen, flüchtet aber lieber nach Osterbüren, in Gedanken an Wanda.

Hach…

Da wäre noch das Dorf, in das man sich laut Titel verlieben soll. Denn die netten Dorfbewohner samt zweier Omas von Wanda mögen sie so gerne, dass sie sich zusammentun, um Wanda von Richard fernzuhalten. Angeblich hat er sich ja sehr schmerzhaft von ihr getrennt und ihr das Herz gebrochen, damals in früher Jugend. Äh… als er mit seinen Eltern weggezogen ist. Jetzt übernimmt er die zufällig freigewordene Vertretung des Landarztes in Osterbüren, wohnt im Gasthof, in dem eigentlich auch Wanda jobbt und läuft ihr nie über den Weg, weil ja die Dorfbewohner, die zum Verlieben, alle so gut zusammenhalten.

Es könnte so nett sein, romantisch, lustig, denn die Figuren hätten teilweise Potenzial dazu, auch die Geschichte könnte, zwar sehr oft schon erzählt, doch irgendwie schön sein. Aber sie ist es nicht. Die Autorin erzählt eine fantasievolle Geschichte, die einfach nur langweilig und fadenscheinig ist. Schade.

Fazit: Kein Dorf zum Verlieben und auch keine Geschichte, die etwas von Liebe erzählt. Leider fällt dieses Buch bei mir komplett durch.

Dorothea Böhme: Ein Dorf zum Verlieben. blanvalet 2017

ISBN 978-3-7341-0338-4

Roman

Schlachtsaison

schlachtsaisonDer Sanktus ist wieder unterwegs. Im Gespann wie immer seine Spezln, die Brauereikollegen. Nur in diesem dritten Band der Sanktus-Krimis geht es etwas blutiger zu, denn Jack the Ripper scheint auferstanden zu sein. Irgendwer mordet nach dem Modell des historischen Serienkillers und die Brauerherrn versuchen, dahinter zu kommen, wer es ist.  Der Bichlmaier, seinerseits Kriminalkommissar der Münchner Polizei, sucht in diesem Fall aktiv die Hilfe seines alten Freundes und ehemaligen Kollegen Sanktus.

Und da fängt es für mich leider an, etwas schwierig zu werden. Denn ich empfinde es als enorm unrealistisch, dass ein Kommissar einem Sanktus Informationen gibt und ihn sogar aktiv in die Ermittlungen einbezieht. Auch die Spezln erscheinen mir zu abgebrüht, wenn sie so munter drauflos ermitteln, ohne sich zu fürchten. Irgendwie hat keiner so richtig Angst vor dem Mörder in diesem Krimi. Nur ich, scheints. Ich finde den Kriminalfall hier zu heftig für einen sonst sehr amüsanten Roman. Der Ripper von München mordet wild umeinander und schlitzt die Opfer auch noch auf… ich will es lieber nicht nacherzählen.

Die Stärken von Andreas Schröfl sind eindeutig die Figuren und ihre Sprache. Jede Figur in diesem Roman hat eine Persönlichkeit, die man sich merkt. Und jede hat ihren eigenen Dialekt, Sprachfehler oder andere Eigenheiten. Großartig!

Ein kleines Manko muss ich noch anbringen, das mich stört: Manchmal gibt es kleine Erläuterungen, z.B. zu geschichtlichen Hintergründen, die nicht passen, weil sie aus der Erzählung und ihrem Stil rausschubsen. Gerne lese ich solche Erläuterungen als Anmerkungen am Ende des Buches aber nicht mitten im Text. Das klingt hier zu belehrend.

Fazit: Ein amüsanter und meist auch spannender Sanktus-Krimi. Erheiternde Figuren mit wunderbar eigenwilligen Charakteren, die in einen etwas zu blutigen Fall verwickelt werden. Nicht der beste der Sanktus-Reihe, aber auf jeden Fall lesenswert.

Andreas Schröfl: Schlachtsaison. Gmeiner-Verlag 2017

ISBN 978-3-8392-2050-4

 

 

Hörbuch · Roman

Immer wieder im Sommer

978-3-8398-9339-5Familie, das ist eine schwierige Sache. Anna lebt geschieden von ihrem Mann Max in München und versucht, ihren Töchtern eine gute Mutter zu sein. Obwohl sie mal Kleider designen und nähen wollte, arbeitet sie in einem kleinen Hotel als Zimmermädchen. Irgendwie kamen Mann und Kinder immer zuerst. Und dann ist da noch die Mutter, zu der sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hat.

Anna erhält einen Brief von ihrer Mutter, die aus ihrem Bauernhof einen Gnadenhof gemacht hat, den sie ganz alleine bewirtschaftet. Weil gerade die Pfingstferien anfangen, beschließt Anna, direkt zu ihrer Mutter zu fahren, ihre alte Liebe Jan wiederzusehen, der ganz in der Nähe lebt und irgendwie ein bisschen Ordnung in ihr Leben zu bringen. Leider macht ihr der Exmann Max einen Strich durch die Rechnung. Der (Achtung Klischee!) Pilot, der in einer Holzhütte direkt am Starnberger See wohnt, vergnügt sich gerade mit einer Geliebten, als Anna ihre Kinder abgeben will. Also müssen die Kinder mit. Und weil Max die Kinder sehen will, steigt er auch noch mit in den alten VW-Bus. Unterwegs sammeln sie noch Milan auf, einen Jungen, der sich mit Sophie anfreundet… Ein Roadmovie-Roman? Nein, leider nicht. Die Familie kommt irgendwann bei der Oma Frieda an. Die leidet unter Demenz und zwar ziemlich heftig.

Nina West liest den Roman ruhig und mit wenig verstellter Stimme, sodass man sich ganz der Geschichte widmen kann. Ein bisschen mehr Enthusiasmus hätte mir gefallen, damit die Figuren mehr Individualität bekämen. Zu unterscheiden sind die verschiedenen Perspektiven allerdings trotzdem, da sie jeweils als eigene Kapitel mit den Namen der jeweiligen Figuren überschrieben sind. So erzählt mal Anna, mal ihre Mutter Frieda und auch Sophie, die Tochter von Anna, was sie erlebt, was mal war und wie sie sich dabei fühlen.

Die Geschichte ich zwar unterhaltsam und auch – durch die Demenz der Oma – etwas anders als die üblichen Frauen-nach-der-Scheidung-Romane, aber ich habe leider keinen wirklichen Zugang zu den Figuren gefunden. Vielleicht liegt es an den vielen Perspektivwechseln, vielleicht auch daran, dass sich die Figuren wenig weiterentwickeln.

Fazit: Eine Sommerreise an Pfingsten, bei der sich eine Familie darauf besinnt, wieder eine Familie sein zu wollen. Schön anzuhören, sogar mit etwas Tiefgang. Ideal als Sommerhörbuch am Strand.

Katharina Herzog (gelesen von Nina West): Immer wieder im Sommer. argon hörbuch 2017

ISBN 978-3-8398-9339-5

 

Selber machen

Nähen mit Tafelstoff

9783841064479.inddEin Stoff der wie eine Tafel funktioniert? Ja, so etwas gibt es! Zuerst habe ich mich gefragt, wozu das gut sein soll. Wenn ich eine Tafel brauche, nehme ich Tafelfarbe und streiche sie auf Wände, Türen, ein Holzbrett oder ein altes Backblech und habe eine Tafel. Jutta Nowak zeigt in ihrem Buch allerdings, dass Tafelstoff mehr ist als nur ein Tafelersatz. Man kann daraus dekorative und witzige Dinge nähen und gestalten und schließlich schön beschriften.

Die Ideen reichen von Behältern (Taschen, Körbchen, Utensilos) bis zu Wimpeln und Tischläufern. Zu jeder Anleitung gibt es ein ganzseitiges Foto und Schemazeichnungen oder Details bzw. einzelne Schritte als Foto. Ein bisschen Näherfahrung sollte man schon haben, wenn man sich an die Projekte wagt. Wenn ich beispielsweise das Kosmetiktäschchen ansehe, gibt es hier zwar alle Schritte gut erklärt, aber keine Fotos oder Skizzen dazu, sodass man sich vorstellen muss, wie es geht. Das kann leider nicht jede/r.

Alle Ideen sind nicht nur aus Tafelstoff, sondern jeweils mit einem anderen Stoff genäht. Es gibt Anregungen, die sich sehr gut variieren lassen und man bekommt Lust, selbst ein persönliches Geschenk zu entwerfen und zu nähen, das später mit dem Namen des Beschenkten beschriftet wird.

Fazit: So ganz erschließt sich mir zwar der Sinn des Tafelstoffes nicht, aber ich finde, man kann ihn für witzige Ideen und nette Dekoideen verwenden. Ideal ist er für Geschenke, bzw. Verpackungen wie Taschen und Utensilos,  die es hier im Buch sehr gut erklärt gibt.

Jutta Nowak: Nähen mit Tafelstoff. Christophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6447-9

Selber machen

Jetzt näh´ich für mich!

Lieblingsshirts aus Jersey

mioumiouT-Shirts und leichte Pullis selber nähen ist gar nicht so schwer, wenn man den richtigen Schnitt dafür hat. Mechtild Wichard ist professionelle Bekleidungstechnikerin und Schnittdirektrice, sie bietet Nähkurse an und gründete 1998 ihr Label „Miou Miou“. Ihre Schnitte stimmen, sind leicht anwendbar und lassen sich gut abwandeln, wenn man sie nicht im Original verwenden möchte. Im Buch „Jetzt näh´ich für mich!“ gibt es alle Schnitte auf Papier vorne und hinten im Deckel befestigt. Man muss sich nur seinen Schnitt in der richtigen Größe heraus kopieren und kann loslegen.

Nach einer kurzen Einführung rund ums Nähen, Maß nehmen und die Ausstattung geht es gleich los. Es gibt in diesem Buch 17 verschiedene Oberteile, die sich im Grundschnitt alle ein bisschen ähneln. Sie variieren in Ärmellängen, Ausschnitten und vor allem bei den kleinen Details. Mal gibt es Puffärmel, mal einen „Schalkragen“, mal eine Passe… Sicher könnte man sich als etwas erfahrene Näherin solche Details selbst überlegen, aber mithilfe dieses Buches kann man lernen und für sich entdecken, welche Möglichkeiten es gibt, Shirts zu variieren und so individualisieren.

Toll sind auch die Kapuzenjacke „Fly Away“ mit eingesetzter Passe und farbig abgesetzten Einsätzen an den Ärmeln oder der Hoodie „Starlight“ mit großer Bauchtasche.

Das einzige Manko: Jerseystoffe, besonders die mit schönen Mustern und aus besserer Qualität, sind relativ teuer. Ich verlge mich daher momentan aufs Upcycling.

Fazit: Ein supertolles Buch voller schöner und vor allem sauber ausgearbeiteter Anleitungen samt Schnittmuster, die schon für Nähanfänger umsetzbar sind.

Miou Miou: Jetzt näh´ich was für mich. Chirstophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6442-4