Kochen

Baking Bread

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„Wo ist das Rezpt, um die EU wieder auf die Erfolgsspur zu bringen?“

Das fragte sich der Hobbybäcker und Europa-Korrespondent der Deutschen Welle Georg Matthes und beantwortet es mit Brotrezepten aus 28 Ländern Europas.

Schon das Inhaltsverzeichnis überzeugt – denn hier gibt es zu jedem Rezept ein Foto. Zur Einführung ins Thema Backen lohnt es, die recht übersichtlich gehaltenen Infos über Sauerteigführung zu lesen.

Jedes Rezept beginnt mit der Information zum jeweiligen EU-Land, mit Karte und Kurzinfos zu Fläche, Sprache, Einwohnern…). Der Autor schildert jeweils kurz aber sehr interessant einige Besonderheiten des Landes. „Facts & Impressions“ bieten Zahlen zur EU, wie Zahlungen, Vertrauen der Menschen in die EU, Lebenszufriedenheit und die Entwicklung der Einwohnerzahl. Wobei die Letztere besonders interessant ist, wenn man die einzelnen Länder miteinander vergleicht. Die Rezepte selbst sind schließlich mit einem großen Bild versehen und knapp aber ausreichend erklärt. Alle Rezepte sind etwas anspruchsvoller, da auf lange Teigführung geachtet wird.

Ich habe „Großbritanniens Kastenweißbrot“ ausprobiert und kam mit der Anleitung des Rezeptes sehr gut zurecht. Statt flüssigem Backmalz und Sahne habe ich Zuckerrübensirup, Sauerrahm und fettreiche Kuhmilch verwendet. Das hat gut funktioniert. Mein Brot hat zunächst schon herrlich geduftet. Ganz so fluffig wie das Brot auf der Abbildung im Buch ist es nicht geworden, aber es schmeckte köstlich.

Fazit: Ein besonderes Brotbackbuch mit Profirezepten aus Europa und sehr interessanten Einblicken in die Länder.

Georg Matthes: Baking Bread. Becker Joest Volk Verlag 2019

ISBN 978-3-95453-176-9

Kochen · Selber machen

Brotbackbuch Nr. 4

Backen mit Sauerteig

brot4.JPGBrot backen macht Spaß! Und selbst gebackenes Brot kann richtig gut schmecken! Allerdings ist es gar nicht so einfach, mit wenigen Zutaten ein gutes Brot zu backen, das schmeckt. Lutz Geißler hat sich zum Bäckerprofi entwickelt. Wer seinen Plötzblog kennt, weiß, welche Vielfalt an Rezepten er ausprobiert und entwickelt hat.

Das vierte Buch der Reihe „Brotbackbuch“ beschäftigt sich nun intensiv mit allen Fragen rund um den Sauerteig. Neben vielen Rezepten mit sehr praktischen Listen und Übersichten, gibt es einen umfassenden Abschnitt über Sauerteige. Hier lernt der Leser, wie man Spontansauerteig herstellt, ihn pflegt und verarbeitet. Doch gibt es weit mehr Informationen als in den vorigen und anderen Büchern. Lutz Geißler zeigt hier genau, was in einem Sauerteig passiert und erläutert Bäckerfachwissen verständlich und hilfreich.

Für die Praxis und das Ausprobieren sind die vielen Fotos sehr nützlich. So kann man z.B. genau sehen, wie groß die Bläschen sein sollen, wenn der Sauerteigansatz „reif“ ist oder welche Unterschiede es zwischen der Volreiche von verschiedenen Sauerteigen geben kann.

Besonders nützlich sind auch die Tipps zum Verwenden von Sauerteigresten, die unweigerlich anfallen. Der Autor bietet hierfür zahlreiche spezielle Rezepte aber auch alternative Nutzungsmöglichkeiten an.

Fazit: Ob als Ergänzung zu den vorausgegangenen drei „Brotbackbüchern“ oder einzeln, das vierte Buch der Reihe eignet sich besonders für die Tüftler unter den Bäckern. Hier gibt es Rezepte und vor allem viele Erfahrungsberichte.

Lutz Geißler: Brotbackbuch Nr. 4. Ulmer 2019

ISBN 978-3-8186-0645-9

Und mehr...

Furcht und Befreiung

Wie der zweite Weltkrieg die Menschheit bis heute prägt

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Verstehen, was Kriege in Menschen anrichten – ist das überhaupt möglich? Keith Lowe hat in diesem dicken Buch viele Fakten zusammengetragen. Anhand sehr anschaulich erzählter Beispiele aus dem Leben Betroffener  schafft es der Autor, Einblicke in Schicksale, Hintergründe und Systeme zu geben. Folgende sechs Teile gliedern die Kapitel:

  • I Mythen und Legenden
  • II Utopien
  • III Eine ungeteilte Welt
  • IV Zwei Supermächte
  • V Zweihundert Nationen
  • VI Zehntausend Fragmente

So nüchtern die Titel der Buchteile und die Kapitelüberschriften auch klingen mögen, die Textinhalte sind durchaus lebendig und entsprechend erschütternd. So erfährt der Leser schon im ersten Kapitel, wie es ist, einen Atombomenabwurf zu erleben. Und dann, wie es ist, hilflos zu sein, angesichts der Zerstörung und des Todes. Im zweiten Kapitel „Helden“ zeigt der Autor, was es mit dem Heldentum insbesondere in den USA auf sich hat. „Aber praktisch alle aus dem Krieg heimkehrenden amerikanischen Soldaten wurden in der Heimat wie Helden gefeiert.“ (S. 39) Was ist denn ein Held und ist es vertretbar, Menschen zu töten und dann als Held gefeiert zu werden?

Beim Lesen des Buches ist manchmal kaum zu verstehen, wie die Menschen all die Kreigstraumata überleben konnten. Aber es wird auch schnell deutlich, warum so viele Menschen bis heute unter ihren Erlebnissen leiden, unter Schuld oder Ängsten, unter Erinnerungen an eigene Taten oder die von anderen. Kaum zu glauben, dass wir Nachfolgegenerationen frei von all diesem Gut sind, das größtenteils nicht aufgearbeitet wurde. Aber trotz allen Wissens über die Gräueltaten der Nazis und anderer Verbrecher: „Der Nationalismus lebt weiter“ (S. 413). „Während der Nationalismus in Westeuropa niemals verschwand, wurde er in Osteuropa nie auch nur infrage gestellt.“ – Erschreckend und beängstigend. Bleibt zu hoffen, dass dieses Buch ein bisschen zur Aufklärung beiträgt.

Fazit: Ein außergewöhnlich nahegehendes Buch voller Fakten, die mithilfe lebendig erzählter Lebensgeschichten anschaulich und verständlich werden.

Keith Lowe: Furcht und Befreiung. Klett-Cotta 2019

ISBN978-3-608-96265-9

Selber machen

Flechten mit Weiden

flechtenVom Anbau bis zum geflochtenen Objekt

Ein Weidenkorb ist nicht nur schön, er riecht auch gut und hält meist ewig. Zum Einkaufen mit Henkel, für die Semmeln auf dem Frühstückstisch flach wie eine Schale und für das Holz zum Heizen des Kachelofens groß und massiv mit zwei Tragegriffen. Flechten mit Naturmaterial, vorwiegend Weiden, bietet vielfältige Möglichkeiten. Auch wenn es ein (Kunst-)Handwerk ist, das zurecht eine lange und intensive Lehrzeit benötigt, können Laien sich autodidaktisch die wichtigsten Techniken beibringen. Jenny Crisp zeigt anschaulich, dank vieler schöner Fotos, wie es geht. Besonder toll ist, dass sie auch erläutert, woher man das Material bekommt, das später verarbeitet werden soll – idealerweise aus dem eigenen Garten/Grundstück. Nach dem Ausprobieren und Üben der Grundtechniken und dem Vertrautmachen mit dem Material kann sich der Leser/die Leserin an eines der 20 Projekte wagen, die im Buch beschrieben sind. Natürlich lassen diese sich individuell abwandeln, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Fazit: Wer gerne mit Weiden und anderen Naturmaterialien flechten lernen will, findet hier alles Wissenwerte und viele Inspirationen. Anleitungen gibt es für 20 Projekte.

Jenny Crisp: Flechten mit Weiden. Haupt 2019

ISBN 978-3-258-60204-2

Selber machen

Verflickt & Zugenäht

Kleidungsstücke ausbessern und verschönern

Von Hand nähen wird heute in der Schule kaum noch unterrichtet. Das Nähen mit Nähmaschinen findet meist gar nicht statt. Wer das Glück hat, eine Mutter, Oma oder auch männliche Familienmitglieder zu haben, die sich beim Nähen, Flicken und Stopfen über die Schulter schauen lassen, kann sich glücklich schätzen. Denn wer will schon seine Lieblingsjeans oder die neuen Socken wegwerfen, nur weil sie ein kleines Loch oder einen Riss haben?

Nachhaltigkeit, Ressourcen schonen und der Umwelt zuliebe weniger neue Kleidung kaufen – das vermitteln uns nicht nur die Jugendlichen von #fridaysforfuture. Mit ein bisschen Verstand sollten wir alle umdenken und unsere Kleidung und andere Textilien so lange nutzen, bis davon nichts mehr übrig ist (siehe #upycling).

Dieses Buch gibt viele tolle Anregungen, wie man kaputte Hosen, brüchige Stellen, Risse und Löcher besonders schön und haltbar flicken kann. Die Autorin zeigt Techniken, die gar nicht schwer sind, aber einen edlen Effekt bewirken. Außerdem stellt sie vor, wie man Strickstoffe und Leder reparieren kann.

Fazit: Ein wirklich praktisches Buch mit gut erklärten Anleitungen und vielen schönen Anregungen, um Kleidung und andere Textilien länger nutzen zu können.

Kerstin Neumüller: Verflickt & Zugenäht. Haupt 2019

ISBN 978-3-258-60209-7

Selber machen

Am Stück gestrickt

Passgenaue Modelle für Jacken und Pullover

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Wer gerne strickt oder stricken lernen möchte, kommt früher oder später auf die Idee, Pullover vom Hals ab zu stricken. Es erscheint einfacher, die Passform auf diese Weise an die eigenen Maße anzupassen. Außerdem lassen sich die Länge und Weite des Pullovers direkt am Körper bestimmen. Raglanpullover, die so entstehen, können beliebig gestaltet und variiert werden. Besonders praktisch ist, dass man nicht viel zählen muss, um sich bis zu den Achseln vorzuarbeiten. Mit Maschenmerkern markiert, kann man einfach jede zweite Reihe an immer den gleichen Stellen dieselbe Zahl an Maschen zunehmen. Auch wenn es für geübte Strickerinnen egal sein mag, ob sie von oben oder von unten stricken, es macht auf jeden Fall Spaß, beide Richtungen auszuprobieren.

In diesem Buch zeigt Margaret Hubert außerdem noch, wie man seitlich und von hinten nach vorne Pullover und Jacken stricken kann. Die Anleitungen für die verschiedenen Modellbeispiele sind mit den üblichen Abkürzungen geschrieben. Wer sich etwas Zeit nimmt, sie zunächst ganz zu lesen, hat beim Stricken keine Pobleme.

Für alle drei Strickmethoden gibt es Tabellen mit allen wichtigen Maßen, Mengen, Maschenzahlen usw. Diese dann jeweils für Damen, Herren und Kinder sowie für Pullover und Jacken. Das ist sehr übersichtlich und wirklich praktisch. Denn wenn man das Strickprinzip beherscht, braucht man nur noch in die Tabellen zu sehen und kann loslegen. Besonders nützlich finde ich die Tabelle mit den „Garnmengen“ für die benötigte Wolle. Mithilfe der Lauflängenangaben, die es für jede Wolle gibt, kann man sich ausrechnen, wie viele Knäuel Wolle man für das ausgesuchte Projekt benötigt. Ich habe inzwischen einen Pullover und eine Jacke gestrickt und die Angaben stimmen tatsächlich genau. Allerdings empfehle ich, lieber jeweils ein Knäuel mehr zu kaufen – man weiß ja nie.

Fazit: Ein sehr übersichtliches und praktisches Strickbuch, das drei Techniken des Strickens „am Stück“ gut erklärt.

Margaret Hubert: Am Stück gestrickt. Stiebner 2019

ISBN 978-3-8307-2062-1

Selber machen

Handtaschen

Konstruieren Sie eigene Taschenschnittmuster

9783830720553_download.jpgEines der ersten Stücke, die Hobbynäherinnen schneidern, ist eine Tasche. Meist handelt es sich um einen einfachen Einkaufsbeutel. Später kommen Turnbeutel und kleine Federmäppchen dazu. Irgendwann aber soll es eine richtig tolle Handtasche oder auch Reisetasche werden. Wie praktisch, wenn man sich so etwas selbst nähen kann.

Mithilfe dieses Buches findet die ambitionierte Hobbyschneiderin (natürlich sind auch Männer angesprochen) viele Anregungen, um selbst die gewünschte Form einer Tasche zu konstruieren und zu nähen. Dank der vielen Modellvariationen, die alle in neutralem, einfarbigen Stoff genäht wurden, ist es leicht, sich zu orientieren. Für alle Teile, aus denen eine Tasche besteht, gibt es genaue Erläuterungen, um sie selbst exakt konstruieren zu können.

Leider sind die Nähanleitungen minimal und recht schwierig zu verstehen. Nur die Anleitung der Grundform der Tasche ist ausführlicher. Wer noch nie eine komplette Tasche mit Reißverschluss, Boden und Henkeln genäht hat, tut sich damit eher schwer und muss zusätzlich zu Anleitungen aus anderen Büchern oder Nähvideos greifen.

Fazit: Gut durchdachte und sehr inspirierende Anregungen für geübte Näherinnen, die eine Tasche entwerfen wollen. Wer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung benötigt, sollte sich zusätzlich ein anderes Buch mit Nähgrundlagen anschaffen.

Yuka Koshizen:Handtaschen. Stiebner 2019

ISBN 978-3-8307-2055-3