Kinder- und Jugendbuch

Müll

Raidt_Muell_UMSCHLAG_81215.inddAlles über die lästigste Sache der Welt

Müll trennen oder Müll vermeiden? Ressourcen schonen, nachhaltig leben … Themen, die nicht erst sein Greta Thunbergs Schulstreiks für den Klimaschutz #fridaysforfuture in Schulen und zuhause in den Familien relevant sind. In diesem sehr ausführlichen und übersichtlich strukturierten Buch mit vielen, gut veranschaulichenden Illustrationen lernen Grundschulkinder und ältere Menschen alles Wichtige über Müll.

Das Besondere ist, dass hier auch auf unser Verhalten eingegangen wird: Was können wir konkret tun, um Müll zu vermeiden? Außerdem gibt es Beispiele von Menschen, die umweltbewusst und nachhaltig leben. Dabei auch viele Kommentare von Menschen, die das nicht verstehen. Das bietet eine gute Diskussionsgrundlage und regt an, über das eigene Verhalten nachzudenken. Am Ende des Buches gibt es dann auch einige Ideen, wie man alte Sachen sinnvoll verwerten kann.

Fazit: Alles über Müll ist es vermutlich nicht, aber schon ein großer und kritischer Blick auf das „Vermüllen“, das wir Menschen verursachen. Als Infobuch ist es auch  für Erzieher/innen in Kindergärten gut geeignet.

Gerda Raidt: Müll. Beltz & Gelberg 2019

Kinder- und Jugendbuch

Der Hamster Radel

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Der Hamster Radel lebt im Schaufenster einer Apotheke. Den ganzen Tag läuft er in seinem Rad. Es geht ihm nicht gut dort im Schaufenster. Er bekommt wenig zu essen und das riecht auch noch nach Medizin.

Als Radel durch ein Unglück samt Laufrad aus dem Fenster in die Freiheit kullert, ist er trotzdem sehr erschrocken. Schließlich weiß er nicht, was ihn in der Freiheit erwartet. Vielen anderen Hamstern geht es ähnlich schlecht und sie schließen sich Radel an…

Luis Murschetz (Autor und Illustrator vom Maulwurf Grabowski) erzählt hier eine fantasievolle Geschichte mit leider sehr wahrem Kern, vom kleinen Tier, das eingesperrt und vernachlässigt wird. In seinem Buch gibt es ein relativ offenes, jedoch positives Ende. Das regt zum Nachfragen und Weitererzählen an. Auch die Bilder bieten viel Raum zum Entdecken und Fantasieren.

Fazit: Eine traurig abenteuerliche, schöne Geschichte, fantasievoll erzählt und wunderbar illustiert. Ideal für Kinder von ca. fünf bis acht  Jahren.

Luis Murschetz: Der Hamster Radel. Diogenes 2019

ISBN 978-3-257-01249-1

Schule

Das ist Waldorfschule!

Sieben Kernpunkte einer lebendigen Pädagogik

waldorf.png„Waldorfschule, das ist doch so eine private Schule für Kinder von Ökos, die zu viel Geld haben.“ Oder etwas nicht? Dass Waldorfschule viel mehr bedeutet als ein Konzept, das auch auf Ökologie wert legt, zeigt dieses Buch sehr anschaulich. Zunächst erläutert der Autor Wolfgang Held, selbst Waldorfpädagoge, grundlegende Erkenntnisse über Bildung und schließlich die „Sieben Kernpunkte der Waldorfpädagogik“. Sofort merkt man seine positive Haltung zum Lernen, gemeint ist das selbstbestimmte und auf eigenen Antrieb basierende Lernen. Außerdem zeigt der Autor auf, wie wichtig das Verhältnis von Lehrern und Schülern ist und was es bewirkt, wenn beide sich positiv begegnen.

In den weiteren Kapiteln geben Waldorfpädagogen Einblick in ihren praktischen Alltag. Die Lehrer*innen berichten sehr detailliert und mit viel Begeisterung, was es bedeutet, an einer Waldorfschule zu unterrichten.

Fazit: Hier erfährt man nicht nur Grundsätzliches über Waldorfpädagogik an Schulen, sondern erhält einen sehr anschaulichen Einblick in den Alltag von Lehrern und Schülern.

Wolfgang Held: Das ist Waldorfschule! Verlag Freies Geistesleben 2019

ISBN 978-3-7725-1419-7

Schule · Und mehr...

Ich bin Erzieher*in

Superkräfte versus berufliche Realität

erzieherinAls ich mich entschied, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen, hatte ich lange überlegt, was ich beruflich gerne machen will. Mir war es wichtig, mit Menschen zu arbeiten, am liebsten mit Kindern oder Jugendlichen. Ich wollte etwas weitergeben, meine vielseitigen Interessen und Begabungen nutzen, um sie zu teilen. Ich wollte nicht in ein System eingeschlossen werden, das mir vorgibt, wie ich zu handeln habe. Ich wollte auch nicht ständigen Rangeleien zwischen Kolleginnen (damals ausschließlich weiblich), Träger, Gemeinde usw. ausgesetzt werden. Doch letztendlich begann der Stress schon in der fünfjährigen Ausbildung. Denn meine Vorstellung von Pädagogik und Erziehung passte oft nicht zu den dogmatischen Ideen der Ausbilder und Fachkräfte in den Einrichtungen. Die Realiät war eine ganz andere als meine Vorstellung.

Die Autorin Ursula Günster-Schöning beginnt ihr Buch mit dem Kapitel „Erzieherin wird man aus Leidenschaft“. Im weiteren geht sie auf den Beruf und seine Herausforderungen ein. Sie erklärt, wie wichtig eine positive Haltung gegenüber Kindern bzw. Menschen an sich ist. Das Verständnis von Erziehung hat sich in letzter Zeit immer mehr verändert und so sind auch die Aufgaben von Erzieherinnen weiter gesteckt. Wo früher Erziehung noch vor allem die Vermittlung von Werten und Normen beinhaltete, gilt es heute, Kindern die Möglichkeit zur Selbstentfaltung zu bieten und sie in ihrem eigenen Lernen zu unterstützen.

Fazit: Dieses Buch ist nicht, wie der Titel vielleicht suggeriert, ein Ratgeber für ausgepowerte Erzieherinnen, sondern vielmehr eine Orientierungshilfe für die praktische Arbeit. Es zeigt Wege raus aus dem alten Trott hin zu einer positiven wertschätzenden Haltung und einem aktiven Miteinander.

Ursula Günster-Schöning: Ich bin Erzieher*in. Vandenhoeck & Ruprecht 2018 (2. neu überarbeitete Auflage)

ISBN 978-3-525-70198-0

Reisen

Hamburg

hamburg.jpgAbseits der Pfade

Wer eine Reise nach Hamburg plant, denkt vermutlich an Hafen, Speicherstadt, Landungsbrücken und vielleicht noch die Außenalster mit ein bisschen Grün drumherum. In den üblichen Reiseführern werden diese Ziele auch beschrieben, genauso wie man auf Nachfrage in der Tourist-Info die üblichen Sehenswürdigkeiten empfohlen bekommt. Dazu noch die Touristenkarte, die nicht nur die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, S-Bahn, U-Bahn und Fähren) sondern auch zahlreiche Ermäßigungen beinhaltet.

Wer aber nicht den üblichen Touristenpfaden folgen will und sich lieber selbst auf die Suche nach interessanten Orten macht, kann sich in diesem etwas anderen (übrigens 344 Seiten dicken) Reisebuch schlau machen. Cordula Natusch beschreibt hier verschiedene Stadtviertel, die sie zu Fuß, per Bus oder auch mit dem Fahrrad bereist hat. Dabei erzählt sie genau, was sie entdeckt und welche Wege sie dafür nimmt. Das ist manchmal etwas mühsam, wenn man eigentlich nur ein paar Tipps für die Reise sucht. Bald aber liest man sich fest, denn die Autorin schreibt sehr anschaulich und interessant.

Schade ist, dass es so wenige Fotos gibt, die doch zu jedem Reisebuch gehören. Die wenigen sind auch nur in schwarz-weiß und lassen mehr erahnen, was dort zu sehen sein könnte. Ebenso sind zwar einige Karten abgebildet, die aber so klein und ungenau sind, dass sie nicht viel nützen. Man muss und kann sich aber auf den Text verlassen und darf dann eben selbst sehen, was es dort zu entdecken gibt.

Sehr praktisch sind die gesammelten Tipps am Ende jedes Kapitels, also zu den Stadtvierteln. Unter „Zum Besuchen“ findet man z.B. schöne Cafés oder interessante Buchhandlungen, besondere Geschäfte und Museen oder Theaterbühnen.

Fazit: Wer sich etwas länger in Hamburg aufhalten will und Lust hat, die Stadt ausgiebig zu erkunden, findet hier interessante Wege und Blickwinkel.

Cordula Natusch: Hamburg. Abseits der Pfade. Braumüller 2018

 

Und mehr...

Gute Ganztagsschulen entwickeln

ganztag.jpgZwischenbilanz und Perspektiven

Wie in der Einleitung beschrieben, gehen die Autoren dieses Buches den Fragen nach, ob und in welchem Maße die Entwicklung guter Ganztagsschulen voranschreitet. Dabei wurden diverse Studien und Statistiken ausgewertet aber auch praktische Einblicke berücksichtigt.

Untersucht wurden die Faktoren

  • das pädagogische Engagement der Beteiligten,
  • politische Entscheidungen / finanzielle Mittel, Rechtsrahmen,
  • quantitativer und qualitativer Ausbau.

Gegliedert ist das Buch in drei Themenblöcke:

  • Was sagt die Wissenschaft zum Lernen im Ganztag?
  • Wie sind die Rahmenbedingungen für ganztägiges Lernen?
  • Wie wird eine Schule eine gute Ganztagsschule?

Abschließend gibt es einen informativen Beitrag zur Zukunft der Ganztagsschulen: „Ganztags-Rechtsanspruch für Grundschulkinder: Was jetzt passieren muss.“

Das Autorenteam wertet diverse Studien aus und fasst Informationen übersichtlich und verständlich zusammen. Einige Berichte aus Schulen runden die Informationen ab und geben einen anschaulichen Einblick in die Praxis. Im dritten Kapitel gehen die Autoren sehr praktisch auf die Entwicklung von Schulen zum Ganztag ein, samt Tipps zu möglichen Schwierigkeiten.

Wer sich als Lehrer*in oder auch als sozialpädagogische Fachkraft für die Entwicklung von Schulen zur Ganztagsschule interessiert, findet in diesem Buch einen fundierten und sehr ausführlichen Einblick.

Fazit: Neben fachlichen Informationen findet man in diesem Buch auch ganz praktische Ausführungen zur möglichen Entwicklung hin zur Ganztagsschule. Die Autoren schaffen eine gelungene Mischung aus Fachlichkeit und Praxis geschrieben in gut lesbarer Sprache.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Gute Ganztagsschulen entwickeln. Zwischenbilanz und Perspektiven. Verlag Bertelsmann 2019

ISBN 978-3-86793-788-7

Garten · Kochen

Blüten-Genuss für Tafel und Teller

blueten-genuss-fuer-tafel-und-tellerRezepte und Deko-Ideen mit Blüten aus meinem Garten
Blüten essen, das ist nicht nur bei Veganern und Vegetariern beliebt, sondern scheint ein neuer Trend zu sein. In Restaurants sieht man immer häufiger schön mit Blüten dekorierte Gerichte. Leider kann man auch beobachten, dass noch nicht alle Esser*innen davon probieren. Warum eigentlich?

Dieses schöne Buch macht Lust auf bunte Blütengerichte und -dekorationen. Dabei verwendet die Autorin nicht nur die bekannten Kräuter- und Gemüseblüten, sondern auch hübsche Gartenblumen, die mir persönlich gar nicht als essbar bekannt waren. Beschrieben und verwendet werden:

  • Kamelie
  • Hornveilchen
  • Tulpe
  • Magnolie
  • Studentenblume
  • Rose
  • Ringelblume
  • Kräuterblüten
  • Aster
  • Dahlie

Die Autorin berichtet sehr persönlich von ihren Erfahrungen mit den Blumen und gibt Tipps zu Anbau und Pflege. Viele großformatige Fotos zeigen dazu die Blumen bzw. Büten und wie sie als Dekoration für den Esstisch verwendet werden können.

Die Rezepte im Buch, ebenfalls großformatig bebildert, sind relativ einfach nachzukochen und doch raffiniert. Die Autorin verwendet meist gängige Zutaten, die in jedem Haushalt vorrätig sein werden. Dazu aber auch mal besondere Zutaten wie Kokosmilch oder Reisessig. Die Rezepte sind aber nie zu ausgefallen sodass sicher für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Die Blüten werden mal über die Speisen gestreut, mal eingeknetet (Nudeln) oder untergerührt.

Fazit: Ein außergewöhnliches Kochbuch mit wunderschönen Fotos, das Lust macht, sich einmal durch den Blumengarten zu futtern.

Hier könnt ihr direkt mal beim Autorenteam vorbeischaun und das Buch bestellen:

Anja Klein, Andreas Lauermann (Fotos): Blüten-Genuss für Tafel und Teller

bloom´s 2019

ISBN: 978-3-9454-2936-5