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Loriot – Notizen und Reisen

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Über diese beiden Büchlein freue ich mich besonders, da ich schon seit meiner Kindheit großer Loriot-Fan bin. Beide Notizbücher sind mit einem Reißverschluss versehen, der sich einfach öffnen und schließen lässt. So bleiben kleine Zettel, getrocknete Blumen, Fahrkarten usw. im Buch und gehen nicht verloren.

Die Cover der Bücher sind mit farbigen Loriot-Bildern versehen. Innen gibt es bis auf die erste und letzte Abbildung schwarz-weiße Zeichnungen. Die Bilder wiederholen sich zwar, sind aber so charmant, dass man jedes gerne öfter ansieht.

Beide Bücher sind liniert und haben ab und zu farbig hinterlegte Felder, vielleicht für eigene Skizzen. Da das Papier relativ dick ist, kann man sowohl mit Bleistift als auch mit Füller oder Faserstiften darauf schreiben, ohne dass sich etwas durchdrückt.

Im Reisetagebuch gibt es zusätzlich eine Liste, was man fürs Reisen alles benötigt.

Fazit: Wer seine Notizen und Reiseerinnerungen gerne per Hand aufschreibt, kann sich bei diesen Büchern über die Gesellschaft lustiger, thematisch passender Loriot-Wesen freuen. Dank Reißverschluss bleibt alles Wichtige im Buch und kann so gut aufbewahrt werden. Ein schönes Geschenk – auch für sich selbst.

 

Loriot

Loriot-Notizbuch und Loriot-Reisetagebuch. Monbijou im Lingen Verlag 2018

Roman

Wenn es Frühling wird in Wien

frühling.jpgMarie, eine junge Frau, die ursprünglich von einem Bauernhof in Oberösterreich stammt, arbeitet als Kindermädchen bei der Familie Schnitzler. Sie liebt die beiden Kinder Lili und Heini und ist glücklich in seinem so feinen Haushalt arbeiten und leben zu dürfen.

Oskar durfte als eine Art Ziehsohn des Buchhändlers Schott in dessen Lehre gehen. Bücher sind seine Welt und er ist dankbar, dass ihn Herr Schott aus dem Waisenhaus in seinen Buchladen holte.

Die beiden Protagonisten lernen sich kennen, als Marie ein Buch für Arthur Schnitzler abholen soll. Und sie verlieben sich, zaghaft und doch auf den ersten Blick.

Die Autorin Petra Hartlieb versteht es, die (Gefühls-)Welten ihrer Figuren lebendig werden zu lassen. Marie, die schon als Kind Schlimmes erlebte und nun staunend alles Neue in sich aufsaugt. Stets bedacht, nichts falsch zu machen und doch mutig genug, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Oskar, der obwohl mittellos, an eine Zukunft mit Marie glaubt.

Die Figuren bewegen sich im Wien von 1912 und nehmen uns Leser mit in die Tramway, den Tiergarten oder die Küche in Schnitzlers Haus, wo die Köchin Anna mit der kleinen Lili Semmelknödel formt.

Fazit: Ein kleiner, feiner und bezaubernder Roman aus einer alten Zeit. Was bleibt ist die Liebe.

Petra Hartlieb: Wenn es Frühling wird in Wien. Dumont 2018

ISBN 978-3-8321-9848-0

Kochen

Smörgås – Gemeinsam gemütlich genießen

Smorgas.png100 Rezepte für opulente Buffets

…verspricht das Buch mit dem verlockenden Titelbild. Tatsächlich gibt es darin Anregungen für 15 verschiedene Themen-Buffets, hier Bords genannt. Beispielsweise das „Italienische Bord –  antipasti“ mit den Farben grün, weiß und rot. Zunächst erhält man optische Anregungen mithilfe von wunderschönen Fotos. Es folgen Informationen dazu, wie das Bord zusammengestellt ist und wie man es erweitern kann.

Die Rezepte, hier sind es 6 Stück, sind übersichtlich gestaltet und leicht verständlich geschrieben. Für das „Italiensiche Bord“ gibt es

  • Basilikumricotta
  • Pesto
  • Tomatocreme
  • Caponata
  • Salsa verde
  • Antipastipilze

Abgerundet wird das Angebot an Buffetanregungen durch Tipss, was dazu passt und wie man anrichtet. Das beste an diesem Buch sind jedoch die Fotos, die Lust darauf machen, schöne Buffets anzurichten oder einfach mal wieder ein opulentes Picknick zu machen. Die Rezepte sind nur selten besonders oder überraschend, zumindest für Menschen, die gerne und oft kochen. Aber hier zählt ja vor allem die Zusammentstellung der Gerichte.

Fazit: Viele tolle Anergungen, köstliche und schöne Buffets zusammenzustellen. Besonders geeigent für Leute, die selbst noch nicht so viele eigene Ideen beim Kochen entwickelt haben, und als Geschenk für Menschen, die Wert auf Ästhetik beim Essen legen.

Selber machen

Zweite Chance für Kellerfunde

20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material

keller Es muss nicht immer neu sein – Upcycling ist in, macht Spaß und hilft, Ressourcen zu sparen. Der Autor Mc Murdo erklärt einführend, was Upcycling ist und wie es gelingt, aus altem Material moderne, schöne Möbel und Accessoires zu gestalten. Seine Devise: „Wirklich wichtig ist gutes Design“.

Bevor es mit konkreten Anleitungen losgeht, weist der Autor darauf hin, dass man sich auf der Suche nach geeignetem Material nicht nach starren Regeln bewegen soll, sondern „einfach ein bisschen kindisch“ sein soll. Denn letztendlich kann so ein Buch Anregungen geben, aber das Material und der Handwerker, die Handwerkerin entscheidet, was daraus wird.

Ein erstes und einfaches Projekt ist ein Hocker aus einer Palette und einem Sitzpolster. Statt der Palette könnten man z.B. auch eine alte, stabile Weinkiste verwenden. Der Autor erklärt zunächst genau, wie er sich dem Material nähert und es zerlegt, um die brauchbaren Teile zu erhalten. Es gibt eine Übersicht, was man alles benötigt und schließlich eine bebilderter Schritt-für Schritt-Anleitung.

Die Ideen in diesem Buch regen an, selbst etwas zu bauen. Vieles lässt sich relativ einfach nachmachen. Bei einigen Projekten benötigt man etwas außergewöhnliches Material, das man vermutlich nicht im Keller hat (Gerüststangen z.B.) sowie Maschinen bzw. Geräte wie Winkelschleifer und Wagenheber.

Sehr nützlich sind die Erläuterungen am Ende des Buches. Hier erklärt der Autor z.B. wie man verschiedene Sägen umgeht, wie man eine Palette zerlegt oder den Umgang mit verschiedenen Maschinen.

Fazit: Schöne und praktische Ideen, die alle relativ leicht nachzubauen sind, sofern man ein bisschen handwerkliche Erfahrung mitbringt. Etwas irritierend ist, dass es recht wenige wirklich Kellerfunde sind, die hier verarbeitet werden – wer hat Baugerüste, Paletten und Waschmaschinentrommeln im Keller?

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. LV.Buch 2018

ISBN 978-3-7843-5539-9

Kinder- und Jugendbuch

Battle

battle.pngDie Geschichte des reichen Mädchens, das auf einen Jungen aus einer sozial weit entfernten Schicht trifft, ist nicht neu. Dass beide tanzen, auch nicht. Doch in „Battle“ wird die Geschichte wieder erwarten neu erzählt.

Amelie geht es gut mit ihren Freunden und dem Tanzen. Sie fühlt sich wohl, so wie es ist. Erst als ihr Vater pleite ist und sie plötzlich aus ihrer Nobelvilla im Nobelviertel ausziehen müssen, wird ihr bewusst, wie sie bisher gelebt hat und sie kommt mit dem neuen Leben gar nicht zurecht. Zum Glück gibt es das Tanzen, was sie wieder in die richtige Bahn bringt.

Ok, dass ein Vater seine Tochter so plötzlich aus dem Haus in eine sehr, sehr schäbige Wohnung umquartiert und ihr nicht einmal ermöglicht, ein paar private Sachen mitzunehmen, ist nicht glaubwürdig. Auch, dass sie nicht einmal genug Kleidung mitnehmen darf. Doch das macht nichts, weil es viel interessanter ist, wie sich Amelie weiterentwickelt. Als sie Mikael kennenlernt und mit ihm Breakdance bekommt ihr Leben wieder Farbe. Sie lernt sich selbst besser kennen und wie man zurechtkommt, fern von Luxus.

Fazit: Ein ansprechend geschriebener Jugendroman rund ums Tanzen, der zeigt, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei sein soziales Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren.

Maja Lunde: Battle. Urachhaus 2018

ISBN 978-3-8251-5147-8

Selber machen

Papier Zen

183401_Papier_Zen_Cover_VLB_grEntspannen mit Papier

Falten, knicken, streichen – mit Origami und Co. zu mehr Achtsamkeit

Bei monbijou vom Lingen Verlag gibt es viele schöne Bücher und Materialien aus und über Papier. Der Titel „Papier Zen“ steht für die Entspannung mit Papier, bzw. durch das Falten von Papier. Die Konzentration auf das Tun und die wiederholten Bewegungen können dazu führen, abzuschalten und helfen, nicht nur den Geist, sondern auch den Körper zu entspannen. In einer kurzen Einführung erläutert die Autorin außer dem Begriff Papier Zen auch, was Origami bedeutet und einige andere Faltkunstbegriffe. Außerdem gibt sie auf zwei Seiten Hinweise zu geeignetem Papier, Werkzeug und Hilfsmitteln. Übrigens überraschend zurückhaltend, ganz ohne die so häufig hineingepresste Werbung für irgendwelche teuren Produkte. Schön auch der Hinweis, dass sich altes Papier ebenso eignet, wie z.B. Comics oder Kalenderblätter.

Anschließend folgen schon die reich bebilderten Anleitungen. Jeder Schritt ist sehr gut erklärt und mit einem Foto versehen. Manchmal ist leider das Papier so schön bunt, dass man kaum erkennt, wo gefaltet wurde. Bei der Anleitung für den Würfel, den ich nachgebastelt habe (S. 62), scheint mir ein kleiner Fehler zu sein. Bei Schritt 6 steht zwar, dass die rechte untere Ecke nach oben gefaltet werden soll, gezeigt wird aber die Ecke der Faltung weiter oben. Wenn man Schritt 7 liest und nachfaltet, kommt man drauf, wie es richtig geht. So sieht der Würfel aus:

 

Fazit: Ein schönes und sehr gut erklärtes Faltbuch mit Anleitungen für Anfänger und etwas erfahrenere Falter 😉 Manche Ideen sind altbekannt, aber durch die Umsetzung erscheinen sie neu. Außerdem ist es sinnvoll, mit einfachen und scheinbar lapidaren Faltungen anzufangen (wie Himmel und Hölle) und daraus etwas zu gestalten, um in den „Zen-Flow“ zu gelangen.

Roman

Der Augenblick der Zeit

augenblickIna Kosmos will das Porträt einer jungen Frau unbedingt kaufen. Sie ist überzeugt davon, dass es nicht, wie angegeben, aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern viel älter ist. Mit diesem Bild könnte sie ihre Galerie retten. Doch es kommt anders. Sie kann das Bild nicht ersteigern und die Galerie wird geschlossen. Ina, die seit Jahren selbst nicht mehr malen kann, hat ihre ganze Leidenschaft in die Förderung anderer Künstler gesteckt. Jetzt muss der Job im Museum reichen, um finanziell über die Runden zu kommen. Doch das Porträt lässt sie nicht los. Sie forscht nach und hofft, es doch noch zu bekommen.

Etwa 500 Jahre früher ist Georg Tannstetter auf seinem Maultier Cucuzza unterwegs nach Mailand zum Palast der Sforza, um eine Botschaft seines Herrn Kaiser Maximilian I. zu überbringen. Als Sterndeuter und angehender Leibarzt mit einer großen Liebe zu Zahlen, wird dort aber vor allem die Begegnung mit Leonardo da Vinci sein Leben verändern. Und die schöne „Stella“…

Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist.

Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben  versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe.

Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist.

Fazit: „Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

 

Auf Lovelybooks gibt es eine Leserunde mit der Autorin.

Die Premierenlesung findet am 12.4. in München-Riem statt.

Infos zu Stephanie Schuster gibt es hier.

Stephanie Schuster. Der Augenblick der Zeit. Blessing 2018

ISBN 978-3-89667-569-9