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Onlinesüchtig?

Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Vier Kapitel informieren https://i1.wp.com/www.patmos.de/images/978-3-8436-0655-4.jpgüber Onlinesucht und geben Tipps zum Umgang mit Betroffenen:
1. Onlinesucht – was ist das eigentlich?
2. Verstehen, was bei einer Onlinesucht passiert
3. Nicht mehr hilflos daneben stehen – Was Sie als Angehöriger tun können
4. Zurück ins Real Life – Hilfe für Betroffene

Die Aufmachung des Buches ist sehr einfach und nüchtern. Ein paar Auflockerungen durch Grafiken oder Illustrationen hätten hier sicher gut getan. Vielleicht sollen diese aber nicht vom Inhalt ablenken?
Kinder sind heute fast verwachsen mit ihrem Smartphone. Der Fernseher ist nur noch selten interessant, weil die angesagten Inhalte im Internet gefunden werden. Oft hat man selbst das Gefühl, das Internet saugt einem die Zeit ab, wie die grauen Herren es in „Momo“ tun. Doch wo ist das Zeitkonto? Was bleibt übrig?
Das Buch „Onlinesüchtig?“ beginnt mit „Wie viel ist zu viel?“ Die wohl brennendste Frage für uns Leser. Doch sie wird nicht eindeutig beantwortet: „Problematisch wird es da, wo mit ernsthaften Beeinträchtigungen zu rechnen ist …“ (S. 12)
Aber wann entsteht Leid und für wen? Ist es Leid, wenn keine Gespräche mehr stattfinden können, weil immer ein Handy dazwischen klemmt? Oder ist es Leid, wenn der Elfjährige zwei Schwimmringe mit sich herumschleppt, weil er beim täglichen PC-Spiel wie versteinert auf seinem Stuhl hockt und sich willkürlich Chips und Cola reinspachtelt? Holger Feindel zählt viele körperliche und seelische bzw. psychische Folgen übermäßigen Medienkonsums auf. Erschreckend, wenn man die Liste liest.
Um Onlinesucht zu verstehen, muss man erkennen, wie sie sich entwickelt. Das Kapitel „Warum gerade das Internet?“ (ab S. 38) erklärt, wie Online-Spiele bzw. die Onlinewelt in den Bann ziehen können. Im Anschluss erläutert der Autor die Sprache des Internets und zeigt auf, wie man als Angehöriger reagieren kann. Bald wird klar: eine einfache und schnelle Lösung gibt es nicht, Menschen aus dem Sog der Onlinewelt herauszuholen. Der Weg geht über eine Veränderungsmotivation (S. 71), also den Wunsch, etwas im Leben zu verändern. Mithilfe klarer Regeln und genauer „Selbstbeobachtung soll es gelingen, allmählich medienfreie Tage einzuführen und so Schritt für Schritt von der Onlinesucht befreit zu werden.
Fazit: Ein recht nüchtern gestaltetes Buch mit vielen Beispielen, Tipps und Erklärungen, einen möglichen Weg aus der Abhängigkeit vom Internet aufzeigt. Zumindest aber lädt es zur Selbstreflexion ein.

Bei Amazon: Onlinesüchtig? – Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Holger Feindel: Onlinesüchtig? Patmos 2015

ISBN 978-3-8436-0655-4

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