Und mehr...

Hausaufgaben – Nein Danke!

Warum wir uns so bald wie möglich von den Hausaufgaben verabschieden sollten

Hausaufgaben - Nein Danke!
im hep-verlag

In einem geschichtlichen Abriss zeigt der Autor auf, dass Hausaufgaben nicht erst heute als pädagogisches Instrument angezweifelt werden.

Zitat von S. 56: „Wenn sich eine Schule oder einzelne Lehrkräfte dafür entscheiden, Hausaufgaben als pädagogisches Instrument einzusetzen, dann haben sie auch die Verantwortung und die Pflicht, dies auf eine sinnvolle, für Schüler und Eltern nachvollziehbare Art und Weise zu tun und gleichzeitig sicher zu stellen, dass die Kinder und Jugendlichen sie auch qualifiziert erledigen können.“

Das klingt logisch, scheint aber weit hergeholt. Denn schon allein die These, dass sich Lehrer oder Schulen für Hausaufgaben entscheiden, ist nicht real. Eine Schule, die bewusst auf Hausaufgaben verzichtet, ist sicher die Ausnahme.

Im Kapitel „Hausaufgaben im Fokus der WIssenschaft“ fasst Armin Himmelrath zusammen: „Weder das Wissen noch die Selbstwirksamkeit wird erhöht.“ (Hier möchte ich als Lektorin aus dem wird ein werden machen) Dafür gibt es Frustration, Leistungsdruck und Familienstreitigkeiten.“ (S. 84)

Und wer profitiert laut Autor davon? Der „milliardenschwere Nachhilfemarkt“ (S. 102). Weil Hausaufgaben häufig nicht nur Schulstoff vertiefen sondern neuen Stoff beinhalten bzw. nicht verstandener Stoff allein geübt werden muss, benötigen Schüler Unsterstützung. Eltern können das nicht leisten. Nachhilfelehrer aber schon. So kommt der Autor zu dem Schluss, dass ärmere Schüler häufig schlechtere Noten erhalten, weil sie sich adäquate Hausaufgabenbetreuung nicht leisten können.

Ein „Fahrplan zu einer Schule ohne Hausaufgaben“ führt in 5 Schritten zu einem sinnvollen Miteinander. Für jeden Schritt sind Checklisten aufgeführt, die helfen sollen, die Probleme mit Hausaufgaben zu umgehen. Grundsätzlich müsste sich hierfür aber das Schulsystem und die Haltung von Lehrern und Eltern ändern, nicht das Verhalten der Schüler.

Alle Thesen des Autors scheinen stimmig, allerdings habe ich keine wissenschaftlichen Nachweise dazu im Buch gefunden. Auch hätte ich mir mehr Praxisbeispiele aus Deutschland gewünscht, wie an Schulen heutzutage auch ohne Hausaufgaben gelehrt und gelernt wird. Vergleiche zu anderen Ländern scheinen mir etwas zu oberflächlich, denn auch dort gibt es nicht DIE Schule.

Fazit: Das Buch unterstützt Hausaufgabengegner darin, ihre Meinung zu vertiefen und zeigt, dass es möglich sein kann, zuhause gerne zu lernen. Es bietet allerdings auch kein Patentrezept an, wie „das Schulsystem“ geändert werden kann und gibt dem Leser kaum Argumente für Änderungen an die Hand.

Armin Himmelrath: Hausaufgaben – Nein Danke! hep-verlag, 2015

Bei Amazaon: Hausaufgaben – Nein Danke!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s