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Das Mittwochszimmer

dasmittwochszimmerEs muss Schicksal sein, wenn zwei Mädchen am gleichen Tag geboren werden und auch noch denselben Namen bekommen. Conny, auch Bibi genannt, Tochter aus müffelndem Hause, und Nelli, die Tochter der Gärtnerei-Familie Schnoor. Die zwei werden beste Freundinnen und halten zusammen, egal, was kommt.

Die Geschichte beginnt schon 1954 mit der Geburt der Mädchen und endet erst in der heutigen Zeit, als beide schon ältere Damen sind. Dagmar Seifert erzählt in „Das Mittwochszimmer“ die Lebensgeschichte von Conny, die sich immer wieder mit der von Nelli verknüpft. Spannend sind dabei vor allem die kleinen Wendungen und die vielen Widerstände gegen die Conny ankämpft. Häufig gibt es kleine lustige Szenen, kleine Begebenheiten werden wunderbar ausführlich erzählt, sodass man sie plastisch miterleben kann. Allerdings sind größere Ereignisse dann wieder nur kurz erwähnt, fast nebenbei.

Conny lernt Vico kennen. Das ist der Mann, der sie so sehr beeindruckt, dass sie ihn nicht mehr vergessen kann. Sie fühlt sich seelenverwandt und muss mit ihm zusammen sein, wenn auch nur mittwochs. Denn Vico will sein Leben mit dem „besseren“ Elternhaus nicht aufgeben. Er heiratet und verspricht Conny immer wieder, irgendwann ganz zu ihr zu stehen. Doch das passiert – natürlich – nicht.

Mir hat die Geschichte von Conny und den vielen anderen Figuren sehr gut gefallen. Besonders die vielen kleinen skurrilen Ereignisse und Eigenschaften sind gelungen (z.B. die Aufzucht von Stofftieren, die Nelli mit ihrem Angebeteten betreibt). Doch hat mir die Tiefe gefehlt, die mir begreifbar macht, warum Conny es solange aushält, nur eine Mittwochsfrau zu sein. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Roman auf eine kürzere Zeitspanne zu begrenzen, bzw. nur einige Jahre herauszugreifen, um diese intensiver zu erzählen. Die vielen kleinen Nebensächlichkeiten sind zwar interessant, aber nicht wirklich relevant für die Geschichte, sie strecken sie unnötig. Es ist, als würde man die Geschichte von oben betrachten, man taucht nicht wirklich ein.

Fazit: Ein interessantes und amüsant erzähltes Bild einer Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten ihre Selbstbestimmung erarbeitet. Schön zu lesen und mit vielen Anlässen zum Nachdenken über alte und neue Zeiten.

Dagmar Seifert: Das Mittwochszimmer. Langen Müller 2015

ISBN 978-3-7844-3392-9
Bei Amazon: Das Mittwochszimmer: Roman

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