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Ich dreh gleich durch!

9783579086330_CoverTagebuch eines ADHS-Kindes und seiner genervten Leidensgenossen

Max hat ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Das bedeutet, er ist impulsiv, kann sich schwer an Regeln halten und mischt seine Familie und überhaupt den gesamten Lebensraum auf.

Die Autorin, selbst Mutter seines Sohnes mit ADHS-Diagnose, versucht, das Leben mit diesem „Syndrom“ aus sich eines betroffenen Kindes von 11 Jahren humorvoll und sehr direkt zu beschreiben. Der Junge, Max, bekommt von seiner Mutter, genannt Mum, ein Tagebuch zu Weihnachten geschenkt und weil er sich ja laut seiner Deutschlehrerin wie ein 16jähriger ausdrücken kann, schreibt er auch so.

Mich stört das. Ich nehme es dem Text nicht ab, aus der Feder eines 11jährigen Jungen zu stammen, dem man ADHS diagnostiziert hat. Da mag an meiner Grundskepsis gegen dieses „Syndrom“ und vor allem die Diagnose liegen. Ich bin nämlich der Meinung, dass es falsch ist, Menschen passend für die Gesellschaft machen zu wollen, bei allem Verständnis für betroffene Kinder, Erwachsene und Eltern.

Der Text liegt mir aber vor allem wegen der Sprache nicht. Auch wenn die Autorin im Einführungskapitel extra auf die „gehobene“ Sprache hinweist, die sicher untypisch ist für einen 11jährigen Jungen. Ich finde, auch ein älterer Junge drückt sich nicht so aus, vor allem nicht in einem Tagebuch. Dafür ist der Text zu sehr in der Form einer Erzählung geschrieben. Zusätzlich gibt es immer wieder Begriffe, die mir so aufgesetzt vorkommen. Und: Nennen 11jährige ihre Eltern wirklich „Parents“ und „Mum“ und „Dad“ und sogar den Opa „Grandpa“?

Das stört mich leider alles so sehr, dass ich das Buch nicht ganz lesen konnte

Aber: Auch wenn mir die „Schreibe“ nicht zusagt, inhaltlich ist der Text sehr interessant. Gerade betroffene Eltern und Jugendliche erfahren, dank der Erlebnisberichte von Max und der zwischendurch eingeschobenen Tagebucheinträge der Mutter, dass sie nicht allein sind. Das alltägliche Chaos , den ewigen Druck, sein Kind in die gesellschaftlichen Normen pressen zu müssen, gibt es in so vielen Familien.

Tipp: Ich empfehle Eltern das Buch „Slow“ zu lesen, das hilft, den Blick auf das Wesentliche zurückzugewinnen und achtsam mit der gemeinsamen Lebenszeit umzugehen.

Fazit: Wer mit dem Sprachstil der Autorin zurechtkommt, findet hier amüsante Erlebnisse, die vor allem Betroffenen zeigen, dass sie nicht allein sind.

 

Anna Maria Sanders: Ich dreh gleich durch!

Gütersloher Verlagshaus 2016

ISBN 978-3-379-08633-0

Bei Amazon

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