Roman

Willkommen in Quisco

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Der erfolglose und irgendwie auch orientierungslose Evander Clovis reist nach Quisco zu seiner Großtante. Dieses Quisco ist ein sehr merkwürdiger, geheimnisvoller Ort, denn niemand weiß so richtig viel über ihn und keiner war je dort. Die Presse wird aufmerksam, weil eine Frau verschwunden ist. Doch nach Quisco kann man gar nicht so einfach fahren, denn die Bewohner mögen keine Besucher. Da passt es, dass Evander auf Wunsch der kürzlich verstorbenen Großmutter die Großtante Selma besuchen soll. Er wittert seine Chance, endlich etwas Besonderes für die Zeitung zu schreiben.

Der Ort ist komisch, die Leute sind seltsam und Evander verhält sich ebenfalls komisch. Er schnüffelt herum, fragt jeden aus und bekommt meist nur bruchstückhafte Antworten. Vor allem aber bekommt er Ratschläge, die er aber nicht recht deuten kann. Er lernt das einzige Kind des Ortes, Josie, kennen. Tochter der Vermissten und zugleich der außergewöhnlichste Mensch, dem er je begegnete. Denn Josie ist 9 Jahre, spricht wie ein Professor und hat eine Krankheit, die es ihr unmöglich macht, an die Sonne zu gehen.

Soviel zum Inhalt. Das Buch ist merkwürdig. Ich habe es komplett gelesen, war auch neugierig, wie es weitergeht, habe mich aber nie auf das Weiterlesen gefreut. Die Stimmung im Buch ist eben genauso unangenehm, wie sie wohl für Evander sein sollte. Das hat sich auf mich als Leserin übertragen. In der Pressemitteilung wird der Roman als Mystery-Thriller angekündigt. Das hat mich erstaunt, denn Spannung habe ich kaum empfunden. Die Geschichte plätschert dahin, ohne wirklichen Tiefgang. Mir sind die vielen Gespräche zu banal. Evander fragt, bekommt eine merkwürdige Antwort und fragt den nächsten Bewohner. Er macht sich einen Reim daraus, deutet hier und da und fragt wieder weiter. Ich konnte keinen Zugang zu den Figuren finden, habe sie bis zum Schluss nicht auseinanderhalten können und mir auch den Ort nie richtig vorgestellt. Das ist schade, denn die Idee der Geschichte ist sehr interessant. Sie könnte einfach noch etwas mehr Schliff gebrauchen.

Zum Ende hin erscheint mir der Roman außerdem eher in Richtung Fantasy abzugleiten. Ob das mit „Mysterythriller“ gemeint ist?

Ich habe das Buch gerne gelesen, weil mich der Plot interessierte und irgendwie hat es mich dann doch so sehr gefesselt, dass ich es bis zum Schluss geschafft habe.

Fazit: Ein merkwürdiger Roman mit interessantem Plot, der etwas mehr Tiefgang und Schliff vertragen hätte.

Daan Hermans/Wibke Kuhn (Übers.): Willkommen in Quisco. LangenMüller 2016-

ISBN 978-3-7844-3401-8

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