Selber machen

Kleidung nähen ohne Schnittmuster

Kleidung-nähen-20x235-144-hard.pngMit Jersey und Sweat, Woll- und Webstoff

Gerade als Nähanfänger ist man darauf angewiesen, passende Schnitte für die Wunschmodelle zu finden. Doch die sind manchmal recht teuer, meist passen sie dann doch nicht so genau und irgendwie sind sie dann doch nie so schön, wie man sie sich vorgestellt hatte. Das Verändern eines Schnittes soll ja gar nicht so schwer sein und wird praktisch in jedem Nähbuch erklärt. Doch wer schafft es schon, seine Maße wirklich genau abzunehmen und danach zu arbeiten? Die Alternative, sich selbst seinen Maßschnitt zu entwerfen, ist recht schwierig. Schneider besuchen dafür den Meisterkurs! Doch es gibt noch eine Möglichkeit – nähen ohne Schnittmuster. So verspricht es zumindest dieses Buch.

In der Einleitung beschreibt die Autorin, worum es geht: „Dieses Buch soll zum Experimentieren einladen!“ Das gefällt mir. Ein Buch, das sich nicht herausnimmt, alles genau zu wissen und vorschreiben zu wollen… Es folgen einige wichtige Informationen zu grundsätzlichen Arbeitsweisen, wie Zuschneiden und Nähen von Jersey. Dazu gibt es einige konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen z.B. zum Bündchen annähen. Sehr gut finde ich die „SOS-Tipps für Notfälle“. Was macht man, wenn man Nahtzugaben vergisst? Naja, die Antwort ist etwas enttäuschend: Wenn es wirklich nicht passt, könnte man es verschenken oder etwas anderes daraus nähen. Abschließend motiviert die Autorin jedoch sehr dazu, nicht aufzugeben und Stoffe weiterzuverwenden für Taschen, Accessoires u.a. zu verwenden.

Die Modelle sind mit großem Foto und vielen Schritt-für Schritt Bildern (Zeichnungen und Fotos) versehen, sodass man eine gute Übersicht bekommt. Anfangs wird erklärt, welchen Stoff man verwenden sollte und wie man bei dem Modell vorgehen soll.

Der Tipp dazu ist sehr sinnvoll: Man soll zunächst das Grundmodell aus einem nicht so wertvollen Stoff nähen und als „Prototyp“ verwenden, den man weiter anpassen und verbessern kann.

Nun aber zur Anleitung: Die ist sehr ausgeklügelt. Nachdem der Stoff auf bestimmte Art gefaltet und Hilfslinien eingezeichnet wurden, geht es ans Messen der einzelnen Formen. Hier müssen die eigenen Maße stimmen, die dann mit Grundmaßen verrechnet werden. So entsteht z.B. der Schnitt eines Shirts. Die Form ist sehr einfach gehalten, mit direkt angesetztem Ärmel. Aus dieser Grundform lassen sich dann alle andere Oberteile gut abwandeln. Aber wie sieht es bei einer Hose aus? Oder bei einer Jacke?

Ganz hinten im Buch gibt es eine Modellübersicht. Von der Blue über die Jacke bis zum Kleid sind hier 16 Teile aufgelistet, die aber teilweise noch Varianten in der Anleitung bieten. Auffallend ist, dass alle Teile recht gerade und einfach geschnitten sind, aber doch, soweit in den Zeichnungen erkennbar, recht tragbar aussehen. Die Hose ist eine Art Yogahose mit tiefem Schritt. Da braucht es natürlich keinen Maßschnitt.

Liegt es an den Schnitten oder hat das (sehr junge) Modell keine Taille? Ich weiß es nicht. Für größere Größen sind die Schnitte aber eher nicht geeignet, außer man mag es, wenn viel Stoff um die körperliche Fülle schlabbert. Bei schlankeren Menschen, die gerne etwas moderner und mutiger sind, sehen die einfachen Modelle sicher toll aus, vor allem, wenn sie in persönlichen Farben und Mustern gestaltet sind.

Fazit: Wer als Nähanfänger keine Lust hat, vorhandene Schnitte zu verwenden und gerne selbst herumtüfteln will, liegt mit diesem Buch genau richtig. Besonders für schlankere Personen, denen locker fallende Kleidung steht, bietet das Buch tolle Anregungen. Die Autorin motiviert, selbst auszuprobieren und dabei zu lernen, wie man sich seine Klamotten nähen kann.

Die Autorin Stefanie Brugger näht für sich  und andere und bietet Schnitte und Nähanleitungen in ihrem Blog an: http://www.herzekleid.blogspot.com.

Stefanie Brugger: Kleidung nähen ohne Schnittmuster. Edition Michael Fischer 2016

ISBN 978-3-86355-387-6

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