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Show don´t tell

showtell.jpg„Martha ist wütend.“

Aha. So ist das? Na und? Irgendwie nichtssagend dieser Satz. Oder können Sie sich jetzt die Martha vorstellen?

„So ein Mist!“ Martha schmettert ihre Handtasche auf den Tisch und wirft dabei fast die Weinflasche herunter.

„Hey, komm mal runter, ist doch halb so schlimm“, versucht Sven sie zu beruhigen …

Ah, jetzt gibt es plötzlich einen Raum in dem Martha sich befindet, eine Handtasche, Bewegung und eine zweite Person …

Simone Harland nutzt viele anschauliche Beispiele in ihrem Buch, um verständlich zu machen, wie man etwas so schreiben kann, dass es für die Leser lebendig und interessant wird. Dass man nicht immer dogmatisch dem Schema „Show don´t tell“ folgen soll, erwähnt sie übrigens auch, denn es gibt sicher Ausnahmen, die es notwendig machen, etwas einfach nur kurz und prägnant zu erzählen.

Das relativ kurze eBook (47 Seiten) ist sinnvoll aufgebaut, sodass man zunächst verstehen lernt, was „Show don´t tell“ überhaupt bedeutet, um schließlich zu lernen, wie es funktioniert. Dass das „Kopfkino“ des Lesers in erster Linie durch genaues Beschreiben und Einbeziehen der Sinne angeknipst wird, weiß man vielleicht schon als ambitionierter Schreiberling. Aber die Beispiele und Erklärungen von Simone Harland helfen, es auch umzusetzen. Schnell versteht man, was der Unterschied zwischen einer lebendigen Beschreibung einer Szene und einer langweiligen Auflistung von Tätigkeiten und Räumlichkeiten ist. Es macht richtig Spaß, neue Texte zu schreiben und alte zu überarbeiten, wenn man sich das kleine eBook durchgelesen hat.

Fazit: Eine Bereicherung für alle angehenden Schriftsteller/innen und solche, die ihr Schreibhandwerk vertiefen wollen.

Simone Harland: Show, don’t tell. Schreiben fürs Kopfkino. Kindle-Edition

Bei Amazon

http://www.simone-harland.de

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2 Kommentare zu „Show don´t tell

  1. Hast du das Beispiel am Anfang aus dem Ebook oder selbst erdacht? Mir ist nämlich gleich ein weiterer typischer Fehler beim Beschreiben von Emotionen aufgefallen:
    „„Hey, komm mal runter, ist doch halb so schlimm“, versucht Sven sie zu beruhigen …“ DIe Aussage von Sven allein macht schon deutlich, dass er Martha beruhigen will. Dass Sven versucht, sie beruhigen, ist somit überflüssig da sinnwiederholend. Habe ich auch erst letztens aus einem Schreibratgeber gelernt. Eine Aussage sollte für sich wirken und nicht noch einmal im Nachsatz erläutert werden. Wenn eine Erläuterung notwendig ist, ist die Aussage nicht aussagekräftig genug 😉

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