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Pflanzliche Notnahrung

pflanzSurvivalwissen für Extremsituationen

Zugegeben, in die wirklich einsame Wildnis begeben sich nur die wenigsten von uns. Doch auch wer gerne wandert und sich aus der Natur ernähren möchte, hält hier ein passendes Buch in der Hand. Wobei der Autor ausdrücklich darauf hinweist, dass er nicht Rezepte aus der Natur vorstellt, sondern fundiertes Wissen darüber vermitteln will, wie man „an praktisch jeder Stelle der Welt essbare Pflanzen finden kann – auch ohne Bestimmbuch und Listen“. Dafür ist es aber notwendig, das Buch wirklich intensiv durchzuarbeiten.

Der Inhalt ist in folgende Kapitel aufgeteilt:

  • 1 Vorwort
  • 2 Grundlagen
  • 3 Pflanzliche Notnahrung
  • 4 Familienbünde
  • 5 Die wichtigsten Familien
  • 6 Dirty Dozen
  • 7 Essbare Pflanzen  – Nahrhafte Pflanzen
  • 8 Nutzbare Pflanzen
  • 9 Prozessieren
  • 10 Zubereiten
  • 11 Behelfe

Ein bisschen sollte man sich schon für Botanik interessieren, um die Inhalte zu verstehen. Denn der Autor geht sehr ins Detail. Viele Abbildungen (Grafiken und Fotos) erleichtern das Verständnis. Sprachlich ist der Text angenehm locker und direkt geschrieben. Stilistisch stört mich der häufige Wechsel vom „Sie“ zum „Wir“.

Sinnvollerweise nimmt der Autor es sehr wichtig, verständlich zu machen, dass viele Pflanzen giftig sein können. Er erläutert dazu z.B. genau, welche Pflanzenfamilien man kennen muss, um zu unterscheiden, welche Sorte essbar ist. In einem großen Teil des Buches werden Pflanzen und Pflanzenfamilien übersichtlich vorgestellt, sodass man nachschlagen kann, wenn man sich nicht sicher ist, und sein Wissen vertiefen kann. Hilfreich sind hier u.a. die Hinweise zu wichtigen Inhaltsstoffen, energiereichen Teilen und den phytotherapeutischen Werten.

Als besonders wertvoll empfinde ich die Erläuterungen zum Verarbeiten der Pflanzen im Kapitel 9 Prozessieren. Hier stellt der Autor Methoden wie Aufschließen, Auslaugen und Trocknen vor. Kapitel 10 Zubereitung gibt Einblick in die Möglichkeiten, aus den Pflanzen Speisen oder Getränke zuzubereiten, indem man sie z.B. kocht oder Aufgüsse macht. Die Behelfe in Kapitel 11 sind Grabgeräte, Pflücker und ein Mehlbrett aus natürlichen Materialien selbstgemacht.

Fazit: Es ist möglich, sich notfalls von Pflanzen aus der Natur zu ernähren, wenn man sich auskennt. Wer sich intensiv damit beschäftigen will, findet hier fundiertes und gut aufbebreites Wissen. Ein Muss für Survival-Fans und Bushcrafter aber auch für Weltreisende, die sich überwiegend außerhalb der Zivilisation aufhalten.

Johannes Vogel: Pflanzliche Notnahrung. Pietsch-Verlag 2017 (2. Auflage)

ISBN 978-3-613-50763-0

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