Roman

Der Gutshof im Alten Land

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Der große Krieg ist 1918 zu Ende, die überlebenden Soldaten heimgekehrt oder auf dem Weg nach Hause. Im Gutshof warten die Frauen darauf, dass auch hier die Söhne heimkehren. Der eine aus dem Krieg, der andere von dort, wohin er sich aufgemacht hat, um nicht den Hof zu übernehmen. Die Mutter wacht derweil am Krankenbett ihres Mannes, für den es kaum Hoffnung gibt. Die Tochter Finja führt den Hof mit viel Engagement.

Ein neuer Arzt samt Tochter Christine kommt ins Alte Land. Im Zug begegnen sie einem Herrn, der gerade ausgeraubt wurde. Er stellt sich mit Lennart von Voss vor, dem Namen des jüngeren Sohnes vom Gutshof. Doch er ist nicht der langersehnte Kriegsheimkehrer, sondern dessen enger Kriegskamerad Clemens, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht.

Die Geschichte wirkt zwar zunächst schon sehr fadenscheinig, denn solch starke Ähnlichkeiten unter Fremden sind kaum vorstellbar. Doch die Figuren und ihre Handlungen sind lebendig und nachvollziehbar geschrieben, sodass es leicht ist, mit den Menschen im Alten Land mitzuleben. Und wer das gesamte Buch liest, versteht auch alle Wendungen, die anfangs vielleicht etwas zu frei erfunden klangen.

Auch wenn es manchmal etwas viel Verliebtheit der Frauen gibt und einige Situationen mit kurzen Bemerkungen abgetan werden, ist die Handlung erfreulich gut aufeinander aufgebaut und dadurch spannend genug, um dabeizubleiben.

Fazit: Ein bisschen alte Zeit und ein bisschen Altes Land gemischt mit viel Liebelei und Hoffnung – all das und eine angenehm zur Zeit passende Sprache sind in diesem Roman vereint. Lesenswert.

Micaela Jary: Der Gutshof im Alten Land. Goldmann 2018

ISBN 978-3-442-48596-3

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