Gesellschaft

Einspruch!

Verschwörungsmythen und Fake News kontern – in der Familie, im Freundeskreis und online

Desinfektionsmittel trinken gegen Corona oder lieber mit Aluhut herumlaufen, weil Bill Gates vielleicht mithilfe von 5G-Technik meine Gene verändern will? Für die meisten Menschen sind diese Ideen abstrus und nicht ernstzunehmen. Doch viele Behauptungen, die dank Internet mit Social Media immer schneller verbreitet werden, erscheinen gar nicht so abwegig. Wie also unterscheidet man, was wahr ist und was erfunden? Und wie macht man Menschen verständlich, dass sie Fake News aufgesessen sind?

Die Autorin Ingrid Brodnig zeigt anschaulich auf, wie Menschen ticken, wie sie sich von Verschwörungsmythen überzeugen lassen und dass im Grunde jeder Mensch davon betroffen sein kann. Das erste Kapitel „Niemand ist zu hundert Prozent rational…“ beschäftigt sich damit, warum Falschmeldungen sich so leicht verbreiten können und welchen emotionalen Wert Gerüchte haben.

Auch in den folgenden zwei Kapiteln erleutert die Autorin vor allem, was dahinter steckt, wenn sich Menschen von wissenschaftlichen, rationalen Meldungen nicht mehr überzeugen lassen und überzeugt sind, das „Richtige“ zu wissen. Im letzten Kapitel gibt es dann „Empfehlungen für strageisches Diskutieren“. Hier erklärt die Autorin nun, was Angehörige, Freunde oder Mitlesende auf Internet-Plattformenkonkret tun können. Für alle Lebenslagen gibt es keine Erklärungen oder gar Rezepte, jedoch viele hilfrieche Anregungen, die es zumindest etwas erleichtern, mit Anderstickenden oder „Querdenkern“ umzugehen.

Dank anschaulicher Sprache und einer übersichtlichen Gliederung lässt sich das Buch in einem Ruck durchlesen und verstehen. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf den sozialen Medien. Ich hätte mir noch etwas mehr Input zum Umgang mit nahestehenden Menschen gewünscht, denn im realen Leben ist die Auseinandersetzunge nochmal anders als im Internet. Gerade zu Zeiten von Coronapandemie, Chemtrailpanikern und Trumpfans kann solch ein Buch sicher einigen Menschen helfen, andere mehr zu unterstützen oder selbst gar nicht erst in die „Fake-News-Falle“ zu tappen. Daher empfehle ich das Buch vor allem für die Schule als gemeinsame Lektüre.

Fazit: Vermutlich kennt inzwischen jede*r Menschen, die Corona leugnen oder vermuten, dass „da irgendwelche Mächte dahinterstecken“. Es gibt viele Mythen, an die Menschen glauben, auch wenn wissenschaftliche Erkenntnisse eindeutig beweisen, dass sie Quatsch sind. Wie man mit diesen Menschen umgehen und sie dabei unterstützen kann, sich vom Verschwörungsdenken zu lösen, zeigt die Autorin in diesem Buch.

Ingrid Brodnig: Einspruch! Brandstätter Verlag 2021

ISBN 978-3-7106-0520-8

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