Roman

Wunderjahre

Aufbruch in eine neue Zeit

Ruht arbeitet 1952 als Lehrerin. Ihr Mann ist nicht aus dem Krieg heimgekommen und sie lebt mit 28 Jahren bei ihren Eltern in der Eifel. Eigentlich war ihr Wunsch, die Firma des Vaters, ein Steinbruch, zu übernehmen. Das sollte aber der Bruder tun (der es nicht wollte). Doch der fiel im Krieg.

Ruth liebt die Natur in der Eifel und „ihren“ Steinbruch. Der Vater nannte sie als Kind immer „Steinprinzessin“ und sie empfindet sich auch so. In der Natur, im Steinbruch lernt sie Paul kennen und verliebt sich direkt in ihn. Zugleich verändert sich einiges in ihrem Leben, was sie verunsichert. Und schließlich stirbt der Vater.

Um nicht zu viel zu verraten: Ruth stellt sich der Herausforderung, den Steinbruch zu führen. Und sie muss mit einigen Hindernissen kämpfen. Das tut sie auf ihre Art und so, wie es 1952 für eine junge Frau möglich war. Denn in dieser Zeit sind die Rechte der Frauen plötzlich wieder mehr eingeschränkt, die Männer sind zurück und wollen wieder bestimmen.

Was für uns heute als Wunderzeit erscheint, war damals eine harte Zeit, für Männer und Frauen. Männer kamen verstört, verbort und meist traumatisiert aus dem Krieg und wollten ihr altes Patriarchat zurück, indem sie sich auskannten. Frauen aber hatten sich jahrelang ohne Männer durchgeschlagen und sollten nun ihre Selbstständigkeit wieder aufgeben. Die Autorin zeigt dies beispielhaft am Leben von Ruth, die einen Steinbruchbetrieb führen will und mit ihrer Tatkraft so einiges schafft, was ihr niemand zugetraut hat.

Fazit: Die Autorin zeigt recht anschaulich, wie schwierig es war, sich in den Aufbruchsjahren als Frau durchzusetzen. Leider geht dies manchmal etwas zu wenig in die Tiefe und scheint durch Zufälle und dankbare Fügungen zu schnell abgetan. Doch die Figur Ruth und ihr Leben sind interessant, spannend und auch romantisch erzählt, sodass es Freude macht, das Buch zu lesen.

Birgit Reinshagen: Wunderjahre. Heyne Verlag 2021

ISBN 978-3-453-42462-3

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