Kinder- und Jugendbuch

Battle

battle.pngDie Geschichte des reichen Mädchens, das auf einen Jungen aus einer sozial weit entfernten Schicht trifft, ist nicht neu. Dass beide tanzen, auch nicht. Doch in „Battle“ wird die Geschichte wieder erwarten neu erzählt.

Amelie geht es gut mit ihren Freunden und dem Tanzen. Sie fühlt sich wohl, so wie es ist. Erst als ihr Vater pleite ist und sie plötzlich aus ihrer Nobelvilla im Nobelviertel ausziehen müssen, wird ihr bewusst, wie sie bisher gelebt hat und sie kommt mit dem neuen Leben gar nicht zurecht. Zum Glück gibt es das Tanzen, was sie wieder in die richtige Bahn bringt.

Ok, dass ein Vater seine Tochter so plötzlich aus dem Haus in eine sehr, sehr schäbige Wohnung umquartiert und ihr nicht einmal ermöglicht, ein paar private Sachen mitzunehmen, ist nicht glaubwürdig. Auch, dass sie nicht einmal genug Kleidung mitnehmen darf. Doch das macht nichts, weil es viel interessanter ist, wie sich Amelie weiterentwickelt. Als sie Mikael kennenlernt und mit ihm Breakdance bekommt ihr Leben wieder Farbe. Sie lernt sich selbst besser kennen und wie man zurechtkommt, fern von Luxus.

Fazit: Ein ansprechend geschriebener Jugendroman rund ums Tanzen, der zeigt, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei sein soziales Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren.

Maja Lunde: Battle. Urachhaus 2018

ISBN 978-3-8251-5147-8

Hörbuch · Kinder- und Jugendbuch

Minus Drei und die wilde Lucy

653_3765_176273_xxlBand 3

Minus Drei lebt in einer etwas merkwürdigen Welt, wo Dinosausrier herumlaufen. Die Eltern haben eine Art Gemüseladen und müssen Ur-Farn für eine große Bestellung sammeln. Da Minus Drei von blöden Mitschülern geärgert wird, hat er ganz schön zu tun. Er bietet an, auf den Laden aufzupassen und ist mächtig stolz, als er allein ist. Aber als es dann dunkel wird, bekommt er Angst.

Die Geschichte, wunderbar einfühlsam gelesen von Andreas Fröhlich, ist spannend, manchmal lustig und für Kinder sicher gut nachvollziehbar.  Obwohl ich das Cover der CD angesehen habe, konnte ich nicht so recht erkennen, was Minus Drei eigentlich ist. Ein Urtier? Ein Dinosaurier vielleicht? Und seine Lucy ist ein kleines Mädchen?

Es lohnt sich, die ersten beiden Teile zu hören oder zu lesen, um die Vorgeschichten zu erfahren, denn die CD macht große Freude.

Fazit: Eine Geschichte mit Themen, die alle Kinder irgendwann einmal betreffen. Gut verpackt in eine humorvolle Geschichte aus der Urzeit.

Ute Krause (Sprecher: Andreas Fröhlich): Minus drei und die wilde Lucy. Ungekürzte inszenierte Lesung mit Musik. 2018

ISBN 978-3-8371-3765-1

Kinder- und Jugendbuch

Unheimlich nah

9783570310823_CoverAnna ist 17 Jahre alt als sie von einem Unbekannten auf die U-Bahn-Gleise geschubst wird. Sie überlebt praktisch unverletzt, weil sie jemand aus dem Gleisbett zieht. Die Polizei findet weder den Täter, noch den Helfer und tut das Ereignis als Selbstmordversuch ab. Schon hier wollte ich das Buch wieder zuklappen. Hat die Autorin nicht recherchiert? Ist es wirklich möglich, dass so etwas passiert?

Anna erlebt von nun an immer wieder seltsame Dinge, fühlt sich verfolgt und sieht ihn allen Menschen die ihr nahe kommen Täter. Dabei zeigt sie allerdings praktisch kein Gefühl. Sie hat keine Panik, geht durch die Gegend, ohne Angst und Sorge…

Irgendwann kommt ein zweiter Handlungsstrang zu dieser Geschichte, der noch unglaubwürdiger ist. Da ist eine Mutter, die einen Organspender für ihren Sohn benötigt…

Ich will nicht mehr verraten. Obwohl ich es geschafft habe, das Buch bis zum Ende zu lesen, konnte ich mich damit nicht anfreunden.

Fazit: Dieser Roman ist leider nicht zu empfehlen. Weder der Plot, noch die Figuren sind interessant, die Geschichte ist unausgereift, unstimmig und daher langweilig bis zu richtig nervend.

Doris Bezler: Unheimlich nah. cbt-Verlag 2017

ISBN: 978-3-570-31082-3

Kinder- und Jugendbuch · Selber machen

Malen und zeichnen wie die großen Künstler

maz_648pixel.jpgZeichnen können wie ein richtiger Künstler, wer will das nicht? Dieses wunderschöne Buch regt schon durch seine Gestaltung an, selbst künstlerisch tätig zu werden. Der Einband hat jeweils eine Einschlag-Faltung, die innen schwarz-weiß gestaltet ist wie ein Labyrinth. Das Papier ist etwas dicker als normales Buchseitenpapier und hat eine relativ raue Oberfläche. Da es insgesamt eher weich und saugend ist, eignet es sich besonders für weiche Bleistifte, Buntstifte und Kreiden. Filzer scheinen durch, weil die Farbe stark eingesaugt wird. Aber mit Kuli macht es richtig Spaß zu zeichnen.

Auf einer Doppelseite erfährt man, was man als angehender Künstler alles braucht. Das „Handwerkszeug“ ist gezeichnet und beschriftet. Direkt im Anschluss geht es los: Der erste Künstler, Miró wird kurz vorgestellt und die Übungen beginnen. Die Autorin geht auf die typischen Techniken und Besonderheiten der Künstler ein. Bei Miró

  • das automatische Zeichnen,
  • das Spielen mit Farben und Materialien,
  • verschiedene Bleistiftübungen,
  • Strukturen.

So lernt man mithilfe des Buches nicht nur selbst zu zeichnen und sich auf verschiedene Techniken einzulassen, sondern man erfährt auch sehr viel über die jeweiligen Künstler. Anders als üblich, sieht man sich nicht ein Bild des Künstlers an, um es ggf. zu imitieren (wie es häufig in Schulen gemacht wird). Hier im Buch greift die Autorin die Techniken, Intensionen und Ziele der Künstler auf und lässt die Leser selbst kreativ werden.

Fazit: Ein ganz besonderes, ganz anderes Malbuch, das sehr anregend wirkt. Geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahr und Erwachsene.

Marion Deuchars: Malen und zeichnen wie die großen Künstler. Midas Verlag CH 2016 (2. Auflage)

ISBN 978-3-907100-56-1

Bei Amazon

Kinder- und Jugendbuch

Aleca Zamm ist ein Wunder

U_14057_1A_SB_ALECA_ZAMM_01.IND12Aleca ist 10 Jahre alt. Sie hat in manchen Schulfächern ziemlich zu kämpfen und will endlich auch mal für ihre Lernerei mit einem Gummibärchen belohnt werden. Durch einen Zufall findet sie heraus, dass sie die Zeit anhalten kann. Wie praktisch! So kann sie den Mathetest ja ganz einfach bestehen. Ihre Tante Zelda, die selbst durch die Zeit reisen kann, klärt Aleca allerdings darüber auf, dass die Zeit nicht nur im Klassenzimmer still steht, sondern auf der gesamten Welt. Aleca darf ihre Fähigkeit nicht ausnutzen und auch niemandem davon erzählen.

So spannend die Geschichte anfängt, so schnell ist sie vorbei. Denn das Buch ist der erste Teil einer Reihe über das „Wunder“ Aleca. Es macht Spaß in ihr Leben einzutauchen und sich vorzustellen, wie es in der Schule von Aleca zugeht. Doch als es dann endlich wirklich um das Thema geht, nämlich ihre Fähigkeit, die Zeit anzuhalten, ist das Buch schon aus. Es folgt komischerweise danach noch (vermutlich) das erste Kapitel des nächsten Bandes. Denn hier wird sehr kurz zusammengefasst, was bisher geschah. Das hat mich sehr gestört. Mir wäre lieber gewesen, dieses Buch würde eine Geschichte liefern, die abgeschlossen ist. Das Ende nicht abzuschließen und komplett offen zu lassen, finde ich unangenehm. Ich fühle mich gezwungen, das nächste Buch zu kaufen. Das ist für mich kein Cliffhanger, sondern eine Marketingstrategie. Da es sich um ein Kinderbuch handelt (für ca. 8-9jährige), ärgert mich solch eine Berechnung.

Fazit: Ein amüsanter und auch spannender Kinderroman, der in einer nachvollziehbaren Welt spielt, aber mit fantasievollen Elementen spielt. Leider nur der erste Teil einer Reihe und nicht in sich abgeschlossen.

 

Ginger Rue: Aleca Zamm ist ein Wunder. Schneiderbuch 2017

ISBN 978-3-505-14057-0

Hörbuch · Kinder- und Jugendbuch

Tildas Tierbande

Ein Wollschwein im Wohnzimmer

tildas-tierbande-teil-1-ein-wollschwein-im-wohnzimmer-lott-anna-9783742401793.jpgWollschweine, eigentlich Mangalica, mag ich richtig gerne. Allerdings weiß ich auch, wie sie leben möchten, vor allem in viel Schlamm, daher würde ich sie nicht als Haustiere empfehlen. Dass sie aber echt nett aussehen mit ihrem wolligen Fell und sicherlich gezähmt werden können, kann ich mir gut vorstellen.

Tilda, das Mädchen, das immer einen Regenbogen sieht, wenn sie glücklich ist, zieht in den Trüffelweg, wo mehrere neue, bunte Häuser gebaut wurden. Sie freut sich am meisten auf ihr Schaf, das sie unbedingt als Haustier haben will. Doch es kommt alles anders. Denn Tilda lernt die Kinder der neuen Nachbarn kennen und entdeckt ein paar ganz besondere Tiere auf einem Bauernhof in der Nähe.

Manchmal erscheint die Welt von Tilda schon sehr einfach und naiv, doch sie ist eben ein Kind, das Fantasie hat und so passt wieder alles zusammen. Klar wird ein Bauer keine Tiere einfach Kindern überlassen, die er nicht mal kennt. Aber es ist eine Geschichte, da darf das so sein.

Übrigens handelt es sich hier um den ersten Teil einer Reihe!

Fazit: Ein unterhaltsames Hörbuch, das Spaß macht und sicherlich vielen Kindern (übrigens nicht nur Mädchen) Freude bereitet.

Anna Lott: Tildas Tierbande. DAV 2017

2 CDs, 2h 44 min. Sprecherin: Anita Hopt

ISBN 978-3-7424-0179-3

Hörbuch · Kinder- und Jugendbuch

P.S. I still love you

9783837138085_Cover

Lara Jean, 16 Jahre, ist verknallt in Peter. Mit ihm hat sie einiges erlebt, was man in der vorherigen Folge, dem ersten „Band“ von Jenny Han erfahren kann. Da ich dieses Vorwissen nicht hatte, war es etwas schwierig, anfangs der Erzählung des Mädchens zu folgen.

Lara Jean erzählt ihre Geschichte recht nachdenklich und, wie in einem Tagebuch, sehr subjektiv. So bekommt man einen intensiven Einblick in ihr Leben mit Schwestern und Vater, ohne Mutter (die offenbar verstarb) und mit dem Freund Peter. Sie hatte eine beste Freundin, die vorher mit Peter zusammen war und jetzt so eine Art beste Feindin ist. Als im Internet ein Video auftaucht, das zeigt, wie Lara Jean mit Peter im Whirlpool knutscht, so offensiv, dass es wirkt, als hätten sie Sex, ist Lara Jean ziemlich verzweifelt. Allerdings scheint es mir, als wäre sie irgendwie ganz schön gelassen. Denn sie hätte schließlich sofort ihren Vater informieren und damit auch Anzeige erstatten können. Tut sie aber nicht.

Die Geschichte plätschert dahin, ohne groß ins Geschehen hineinzuziehen. Für junge Mädchen bietet sie sicher einige interessante Aspekte, wie die häufigen Überlegungen, ob jemand schon Sex hatte oder nicht. Komisch ist, dass Lara Jean so gar keine Freundinnen hat, sich aber sehr im Altenheim engagiert. Irgendwie schmeißt sie fast den Laden dort (natürlich ehrenamtlich). Ein bisschen zu viel Gutes kommt da zusammen und macht die Protagonistin noch langweiliger.

Fazit: Eine mäßig gelungene Fortsetzung einer Geschichte um ein junges Mädchen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Die erste Liebe, die ganz schön schwierig ist und schließlich die Entscheidung dafür oder dagegen, ist für jüngere Mädchen sicher hörenswert. Viel Romantik, Unterhaltung oder gar Humor findet man im Hörbuch leider nicht.

Jenny Han (gelesen von Leonie Landa): P.S. I still love you. Hörbuch bei cbj audio 2017

ISBN 978-3-8371-3808-5

Gekürzte Lesung, empfohlen ab 12 Jahren, 6 CDs, Gesamtspielzeit ca. 7 Std. 40 Min.