Kinder- und Jugendbuch · Selber machen

Malen und zeichnen wie die großen Künstler

maz_648pixel.jpgZeichnen können wie ein richtiger Künstler, wer will das nicht? Dieses wunderschöne Buch regt schon durch seine Gestaltung an, selbst künstlerisch tätig zu werden. Der Einband hat jeweils eine Einschlag-Faltung, die innen schwarz-weiß gestaltet ist wie ein Labyrinth. Das Papier ist etwas dicker als normales Buchseitenpapier und hat eine relativ raue Oberfläche. Da es insgesamt eher weich und saugend ist, eignet es sich besonders für weiche Bleistifte, Buntstifte und Kreiden. Filzer scheinen durch, weil die Farbe stark eingesaugt wird. Aber mit Kuli macht es richtig Spaß zu zeichnen.

Auf einer Doppelseite erfährt man, was man als angehender Künstler alles braucht. Das „Handwerkszeug“ ist gezeichnet und beschriftet. Direkt im Anschluss geht es los: Der erste Künstler, Miró wird kurz vorgestellt und die Übungen beginnen. Die Autorin geht auf die typischen Techniken und Besonderheiten der Künstler ein. Bei Miró

  • das automatische Zeichnen,
  • das Spielen mit Farben und Materialien,
  • verschiedene Bleistiftübungen,
  • Strukturen.

So lernt man mithilfe des Buches nicht nur selbst zu zeichnen und sich auf verschiedene Techniken einzulassen, sondern man erfährt auch sehr viel über die jeweiligen Künstler. Anders als üblich, sieht man sich nicht ein Bild des Künstlers an, um es ggf. zu imitieren (wie es häufig in Schulen gemacht wird). Hier im Buch greift die Autorin die Techniken, Intensionen und Ziele der Künstler auf und lässt die Leser selbst kreativ werden.

Fazit: Ein ganz besonderes, ganz anderes Malbuch, das sehr anregend wirkt. Geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahr und Erwachsene.

Marion Deuchars: Malen und zeichnen wie die großen Künstler. Midas Verlag CH 2016 (2. Auflage)

ISBN 978-3-907100-56-1

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Selber machen

Bretonisches Leuchten

Kommissar Dupins sechster Fall

bretonisches-leuchten-kommissar-dupins-sechster-fall-bannalec-jean-luc-9783742401946Was passiert, wenn man einen eifrigen Kommissar samt Freundin Claire an einen Strand legt? Es wird langweilig! So auch in diesem sechsten Fall von Dupin. Weil er es am Strand so gar nicht aushält, spaziert er herum. Dabei muss der Hörer sich ununterbrochen anhören, wie schön die Bretagne ist und wie es geht, Bretone zu sein. Das mag für Fans dieses Landstriches sicherlich interessant sein, doch handelt es sich hier ja um einen Krimi, nicht um einen Reisebericht.

Schließlich bekommt der Kommissar seinen Fall, als eine Frau verschwindet. Mithilfe des Kioskbesitzers und des eifrigen Hotelangestellten, der irgendwie ständig auftaucht, kann Dupin heimlich ermitteln. Dabei muss er sich vor seiner Freundin Claire verstecken, der er ja versprochen hat, endlich mal Ruhe zu geben und Urlaub zu machen. Sie schwelgt richtig im Faulsein. Doch der Kommissar vermutet irgendwann, dass sie selbst irgendwie arbeitet oder ermittelt (so ganz habe ich es nicht verstanden, ist sie doch Kardiologin…).

Der sogenannte Fall entpuppt sich bald als endloses Gelaber, mit viel Lokalkolorit. Wer den Kommissar seit dem ersten Fall verfolgt und liebt, hat hier sicher seine Freude. Doch mir war alles Drumherum zu viel und vom Fall viel zu wenig. Da nützt es auch nichts, wenn der Sprecher Gerd Wameling sich wirklich bemüht, der Handlung Stimme zu geben.

Fazit: Für Fans von Kommissar Dupin sicher eine weitere lang ersehnte Folge. Mir gab es zu viele Zufälle, die Handlung war zu absehbar und das ewige Schwelgen in der Landschaft war mir zu langweilig.

Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten. Kommissar Dupins sechster Fall. DAV 2017

7 CDs, Laufzeit ca. 9 h 14 min, Sprecher Gerd Wameling (ungekürzte Lesung)

ISBN 978-3-7424-0194-6

Selber machen

Das Blusen-Nähbuch

Ein Grundschnitt 15 Styles

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Vorgestellt werden in diesem Buch tatsächlich 15 sehr unterschiedliche Blusenmodelle, vom kurzärmeligen Jeanshemd über die Spitzenbluse bis zum Fransenhemd aus (Kunst-) Leder. Sogar ein Kleid ist dabei und eine Tunika ganz ohne Knöpfe und Brusttaschen. Die Modelle sind sicher Geschmackssache, lassen sich aber jeweils auch noch durch die Stoffwahl sehr gut an den eigenen Stil anpassen.

Für jedes Modell gibt es großformatige Fotos, Skizzen, Zuschneidepläne und jeweils eine Zeichnung. Die Anleitungen zu den Blusen werden in etwas groben Schritten erläutert. Eine Grundanleitung für eine Bluse gibt es ganz hinten im Buch (warum eigentlich nicht am Anfang?).

Leider sind die Anleitungen nicht sehr gut erklärt. Manche Schritte sind unverständlich und da ohne Foto nicht umsetzbar, sofern man kein absoluter Profi ist (aber wozu braucht der so ein Buch?). Zum Beispiel bei der Tunikka (S.14 ff), die ich genäht habe: „Am Vorderteil die Breite für die Leisten herausschneiden …“ – welche Leisten genau, wie viel davon abscheiden? Mit einem Foto doder einer Skizze könnte man dies verstehen. Ebenso: „An der unteren Ecke ein Stück Vlieseline aufbügeln.“ –  Wo genau, wie groß soll das Stück sein? So geht es weiter und führte bei mir dazu, dass die Tunika vorne zwei kleine  Löcher bekam. Ärgerlich.

Das zweite Manko: Die Schnittteile sind auf einem Bogen (Vorder – und Rückseite) ausschließlich mit schwarzen Strichen gedruckt. Fast jedes Teil, insbesondere aber Vor- und Rückteile, enthalten zahlreiche Details, um für jedes Modell variieren zu können. Wenn man die Linien durchradelt ist das Papier balds so stark perforiert, dass es sich auflöst. Ich habe also durchgepaust. Es hat ca. 10 Stunden gedauert alles zu kopieren und auszuschneiden! Trotz großer Anstrengung habe ich einige Markierungen und Modellhinweise übersehen und bei meiner Tunika Probleme gehabt, die Ärmel anzupassen. Außerdem ist das Rückenteil zu breit und ich habe eine Kellerfalte eingenäht, um es anzupassen.

Trotz dieser Fehler ist das Buch wertvoll, denn die Schnitte passen hervorragend und die Modelle regen an, aus den 15 Variationen noch viel mehr eigene Kreationen zu entwickeln.

Fazit: Gut sitzende Schnitte  (auch in 46) für 15 verschiedene Blusen und noch viele eigene Ideen mehr. Da die Anleitungen etwas oberflächlich und lückenhaft sind, nur für fortgeschrittene Näherinnen gegeignet, die viel Gduld mitbringen.

Hier meine Tunika

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Mia Führer: Das Blusen-Nähbuch. Christophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6440-0

 

 

 

Kochen · Selber machen

Brotbacken in Perfektion

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Das Plötz-Prinzip

Vollendete Ergebnisse statt Experimente

Nun durfte ich auch noch ein drittes Buch von Lutz Geißler lesen und freue mich sehr darüber. Denn es ist tatsächlich wieder anders als die beiden, die ich bereits hier  besprochen habe. Insbesondere sind in diesem Buch ausschließlich Brote aus Weizen- und Dinkelmehl vorgestellt.

In diesem Buch gibt es zunächst ein Inhaltsverzeichnis mit Abbildungen. Das ist wirklich großartig, denn so sieht man sofort, worauf man Lust haben könnte.  In der sehr ausführlichen und informativen Einleitung erfährt man wichtiges über Geräte, Zutaten, Handgriffe und dann auch über Mehle. Schließlich stellt Lutz Geißler sein Prinzip vor: Die Schritte vom Mischen und Kneten übers Gehen bis zum Backen, einfach und verständlich erklärt. Besonders ist hier die Variationsmöglichkeit zwischen Gehzeit im Warmen oder im Kühlschrank. Je nachdem, wo und wie der Teig seine Ruhezeit verbringt, braucht er länger und entwickelt sich anders.

Die Rezepte sind alles sehr gut erklärt und haben immer verschiedene Varianten dabei. So ist für jeden möglich, ein Brot zu backen. Die Fotos sind auch in diesem Buch wirklich großartig, sodass man sofort in so ein leckeres Brot beißen möchte.

Meine Versuche waren allerdings nicht so prickelnd. So ganz bekomme ich das mit den Ruhezeiten nicht hin, denn entweder ist es im Raum mal kalt und mal warm oder ich knete wohl zu wenig (mangels Küchenmaschine geht mir irgendwann die Kraft aus).

Fazit: Wer Brotbacken lernen oder seine Kenntnisse erweitern und vertiefen will, liegt bei diesem Buch genau richtig. Es gibt hier Rezepte mit Weizen- und Dinkelmehl in verschiedensten Variationen.

Lutz Geißler: Brotbacken in Perfektion. Becker Joest Volk Verlag 2016

ISBN 978-3-95453-104-2

http://www.ploetzblog.de

Selber machen

Nähen mit Tafelstoff

9783841064479.inddEin Stoff der wie eine Tafel funktioniert? Ja, so etwas gibt es! Zuerst habe ich mich gefragt, wozu das gut sein soll. Wenn ich eine Tafel brauche, nehme ich Tafelfarbe und streiche sie auf Wände, Türen, ein Holzbrett oder ein altes Backblech und habe eine Tafel. Jutta Nowak zeigt in ihrem Buch allerdings, dass Tafelstoff mehr ist als nur ein Tafelersatz. Man kann daraus dekorative und witzige Dinge nähen und gestalten und schließlich schön beschriften.

Die Ideen reichen von Behältern (Taschen, Körbchen, Utensilos) bis zu Wimpeln und Tischläufern. Zu jeder Anleitung gibt es ein ganzseitiges Foto und Schemazeichnungen oder Details bzw. einzelne Schritte als Foto. Ein bisschen Näherfahrung sollte man schon haben, wenn man sich an die Projekte wagt. Wenn ich beispielsweise das Kosmetiktäschchen ansehe, gibt es hier zwar alle Schritte gut erklärt, aber keine Fotos oder Skizzen dazu, sodass man sich vorstellen muss, wie es geht. Das kann leider nicht jede/r.

Alle Ideen sind nicht nur aus Tafelstoff, sondern jeweils mit einem anderen Stoff genäht. Es gibt Anregungen, die sich sehr gut variieren lassen und man bekommt Lust, selbst ein persönliches Geschenk zu entwerfen und zu nähen, das später mit dem Namen des Beschenkten beschriftet wird.

Fazit: So ganz erschließt sich mir zwar der Sinn des Tafelstoffes nicht, aber ich finde, man kann ihn für witzige Ideen und nette Dekoideen verwenden. Ideal ist er für Geschenke, bzw. Verpackungen wie Taschen und Utensilos,  die es hier im Buch sehr gut erklärt gibt.

Jutta Nowak: Nähen mit Tafelstoff. Christophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6447-9

Selber machen

Jetzt näh´ich für mich!

Lieblingsshirts aus Jersey

mioumiouT-Shirts und leichte Pullis selber nähen ist gar nicht so schwer, wenn man den richtigen Schnitt dafür hat. Mechtild Wichard ist professionelle Bekleidungstechnikerin und Schnittdirektrice, sie bietet Nähkurse an und gründete 1998 ihr Label „Miou Miou“. Ihre Schnitte stimmen, sind leicht anwendbar und lassen sich gut abwandeln, wenn man sie nicht im Original verwenden möchte. Im Buch „Jetzt näh´ich für mich!“ gibt es alle Schnitte auf Papier vorne und hinten im Deckel befestigt. Man muss sich nur seinen Schnitt in der richtigen Größe heraus kopieren und kann loslegen.

Nach einer kurzen Einführung rund ums Nähen, Maß nehmen und die Ausstattung geht es gleich los. Es gibt in diesem Buch 17 verschiedene Oberteile, die sich im Grundschnitt alle ein bisschen ähneln. Sie variieren in Ärmellängen, Ausschnitten und vor allem bei den kleinen Details. Mal gibt es Puffärmel, mal einen „Schalkragen“, mal eine Passe… Sicher könnte man sich als etwas erfahrene Näherin solche Details selbst überlegen, aber mithilfe dieses Buches kann man lernen und für sich entdecken, welche Möglichkeiten es gibt, Shirts zu variieren und so individualisieren.

Toll sind auch die Kapuzenjacke „Fly Away“ mit eingesetzter Passe und farbig abgesetzten Einsätzen an den Ärmeln oder der Hoodie „Starlight“ mit großer Bauchtasche.

Das einzige Manko: Jerseystoffe, besonders die mit schönen Mustern und aus besserer Qualität, sind relativ teuer. Ich verlge mich daher momentan aufs Upcycling.

Fazit: Ein supertolles Buch voller schöner und vor allem sauber ausgearbeiteter Anleitungen samt Schnittmuster, die schon für Nähanfänger umsetzbar sind.

Miou Miou: Jetzt näh´ich was für mich. Chirstophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6442-4

 

Selber machen

Im ersten Licht des Morgens

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1943 in Rom erlebt Chiara wie Menschen aus dem Getto gebracht werden. Zufällig fällt ihr Blick auf eine Familie, die im Gegensatz zu den meisten anderen sorgfältig gekleidet ist. Offenbar haben diese Leute gewusst, was ihnen bevorsteht. Die Frau der Familie sucht den Blickkontakt zu Chiara und so ergibt es sich wie durch ein Wunder,  dass Chiara den kleinen Jungen der Familie retten kann. Daniele Levi wächst wie ihr eigener Sohn auf…

Der Klappentext der Geschichte hat mich sofort angesprochen und ich habe einen großartigen Roman erwartet. Doch leider waren die ersten Seiten bereits so ernüchternd, dass ich nach ca. 30 Seiten aufhören musste zu lesen. Es ärgert mich richtig, dass das Buch so schlecht geschrieben (oder lektoriert) ist. Es sind vor allem die vielen Beschreibungen, die den Lesefluss stören. Die Autorin erklärt alles, beschreibt jedes Kleidungsstück so genau, dass man wirklich tief durchatmen muss, um weiterzulesen. Irgendwann verließ mich die Geduld und ich habe abgebrochen.

Daher kann ich zu diesem Buch nicht mehr sagen als: Schade!

Fazit: Die Autorin (oder/und Lektorin) sollte mal das Buch „Show don´t tell“ lesen!

Virginia Baily: Im ersten Licht des Morgens. Diana 2017

ISBN 978-3-4533-5913-0