Selber machen

Make Fashion Work

9783772527678_13202.pngDas Merchant & Mills Arbeitsbuch mit Schnittmustern für eine Garderobe zu jeder Jahreszeit.

Kleidung selbst nähen und gleich für ein ganzes Jahr – das klingt perfekt!

Die Gestaltung des Buchumschlags ist außergewöhnlich.  Auf brauner Pappe ist die Schrift schwarz gedruckt und wirkt wie ein altmodisches Arbeitsbuch. Im Umschlag, auf der ersten Innenseite befinden sich die Schnittmuster, versteckt unter einem Verschluss mit zwei „Knöpfen“, die mit einer Schnur umwickelt werden. Zum Verschließen und sicheren Aufbewahren der Schnitte, Seiten und evtl. beigefügten Notizen gibt es ein Gummiband an der Rückseite.

Die Seiten sind aus dickem, festem Papier, teilweise in leichtem Braunton, wie Urkundenpapier. Mir gefällt die Gestaltung sehr gut. Das Buch wirkt dadurch besonders, edel und irgendwie so, als hätten sich die Macher mit Ökologie aber auch mit dem Nähen wertschätzend auseinandergesetzt.

Im Buch gibt es sechs Schnittmuster, die in einer Kollektion von 16 Kleidungsstücken vorgestellt werden. Das Buch wendet sich ausdrücklich nicht an Nähanfänger, sodass man sich nicht wundern soll, dass es keine Schritt-für-Schritt-Fotos gibt. Die Anleitungen sind aber in kleinen Einzelschritten teilweise mit Zeichnungen dargestellt, sodass das Nachnähen nicht allzu schwer ist. Zumal alle Schnitte recht einfach, ohne allzu besondere Raffinessen sind. Wie immer sind die Modelle Geschmackssache. Mir gefallen die Grundschnitte der Oberteile leider gar nicht. Hier sind die Schultern jeweils nach außen gezogen, sodass der Armausschnitt, bzw. die Ärmel erst nach der Schulterkugel beginnen. Das sieht bei den Models, die abgebildet sind, ziemlich merkwürdig aus. Da sich dies auch bei der Jacke so verhält, möchte ich diese Modelle gar nicht nähen. Wem also solche „verschobenen“ Schultern gefallen, der findet hier genau das Richtige.

Fazit: Ein schönes, zum Nähen anregendes Buch mit besonderen Schnittmustern. Wem die Kollektion gefällt, der findet hier viele Anregungen.

Carolyn Denham, Roderick Field: Make Fashion Work. Verlag Freies Geistesleben 2017

ISBN 978-3-7725-2767-8

Selber machen

Modernes Sticken

Wunderschöne Designs und Projekte mit Wolle und Baumwolle

9783830709770_downloadStickmotive auf Kleidung, Taschen und Decken sind gerade wieder modern. Wer nicht über eine Computer-Nähmaschine mit Stickfunktion verfügt oder Handstickereien eh viel schöner findet, kann sich mit den Designs aus „Modernes Sticken“ beschäftigen. Die japanische Autorin Yumiko Higuchi hat hier Motive versammelt, die alle ihre Anregung in der Natur fanden (außer die Bonbons). 15 Projekte werden auf je zwei großformatigen Fotos vorgestellt, wobei ein Foto das Projekt zeigt, z.B. einen Gürtel mit Blumenmuster, das zweite Bild zeigt das Stickmotiv noch einmal großflächig auf einem Stoff.

Am Ende des Buches gibt es Vorlagen, die Anleitungen für die einzelnen Projekte mit einfachen Stickschriften und eine Seite mit Anleitungen für die Stiche. Den altbekannten Kreuzstich findet man hier übrigens nicht! Diese letzte Seite finde ich etwas mager, auch wenn nur wenige, einfache Stiche für die wirklich schönen Motive nötig sind. Ich hätte mir trotzdem jeweils einen Zwischenschritt bei den Abbildungen und Anleitungen gewünscht. Der „Knötchenstich“, bei dem laut Anleitung der Faden um die Nadel gewickelt wird, funktioniert bei mir so nicht. Dank der Zeichnung neben der Erläuterung konnte ich ihn mir aber erschließen.

Fazit: Ein Buch mit wunderschönen, inspirierenden und modernen Stickarbeiten. Die Motive lassen sich einfach kopieren oder ableiten und alle Projekte sind gut umsetzbar.

Yumiko Higuchi: Modernes Sticken. stiebner 2017

ISBN 978-3-8307-0977-0

Das Buch hat mich inspiriert, mehrere Stoffstücke zu besticken. Ein Beutel ist schon fertig, die stilisierten Getreideähren auf Jeans sollen einen Brotbeutel schmücken und der weiße Stoff mit den orangen Blüten wird zu einem kleinen Mäppchen verarbeitet.

Selber machen

Mode-Illustration in 5 Minuten

Sketch& Go. 500 Vorlagen und Techniken

9783830709831_downloadDie Autorin Emily Brickel Edelson ist als Modezeichnerin für viele große Marken tätig, zeichnet für Modemagazine und hat eine Modeapp namens „Chic Sketch“ entwickelt. Modezeichnen ist ganz offensichtlich nicht nur ihr Beruf, sondern ihre Leidenschaft. So erscheint es, wenn man die Texte im Buch liest. Für die Autorin ist Modezeichnen nicht einfach ein Handwerk, sondern Kunst. Immer wieder erinnert sie daran, selbst kreativ zu werden und mit „Herz und Seele“ zu zeichnen.

Auf den ersten 12 seiten erklärt die Autorin wo und wie man Inspiration findet und empfiehlt, vorbereitet zu sein, also z.B. das Buch dabei zu haben, um spontan zu zeichnen. Im Kapitel „Vorbereitung“ gibt es alle wichtigen Infos zu Material, Arbeitsplatz und sogar zu „Stress beherrschen“.

Anschließend beginnt der Praxisteil des Buches mit „Grundlagen der Mode-Illustration“. Der Begriff zeigt, dass es nicht (nur) um das reine Zeichnen von Mode als Entwurfszeichnung geht. Im Buch werden vielmehr alle Schritte vom Figuren zeichnen bis zum Anfertigen farbiger Mode-Illustrationn vorgestellt. Anders als im Buch „Sketch your style„, gibt es hier sehr viel Text mit Erläuterungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Zum Zeichnen nimmt man sich Papier und Stifte dazu. Einfache Figurenskizzen unterstützen diese Übungen etwas, es ist aber nicht möglich, direkt abzuzeichnen oder etwas auszumalen.

In den weiteren Kapiteln zu Gesicht, Kleidung und Accessoires geht es ebenso weiter: Erläuterungen als Anleitungen zum selbstständigen Üben mit wenigen Beispielabbildungen.

Zum Ende der Praxiskapitel sollte man fähig sein, Figuren samt Kleidung zu zeichnen und zu kolorieren. Ab S. 82 bis zum Schluss besteht das Buch aus Seiten, die mit Figuren aus sehr feinen blauen Linien gefüllt sind sowie einigen Seiten mit Hilfslinien, um auch die Figuren selbst zu zeichnen. Diese blauen Linien verschwinden angeblich, wenn man die Seiten kopiert (ich habe es noch nicht ausprobiert). D.h., mehr als die Hälfte des Buches sind frei für eigene Zeichnungen, sodass dieses Buch eine Art Skizzenbuch mit Anleitung darstellt.

Dank festem, weißen Papier können verschiedene Stifte dafür verwendet werden. Die Figurenskizzen in verschiedenen Positionen regen an, sie mit Kleidern ausschmücken und machen das Zeichnen üben leicht. Das Buch der New Yorkerin zeigt allerdings durchgehend typisch dürre Modelle, passemd für die intentionalen Laufstege. Wer sich eigene Kleider entwerfen will, sollte auch die Figuren selbst zeichnen – mit den eigenen Maßen.

Fazit: Wer Lust hat, Mode zu kreieren, in den Beruf des Modezeichners reinzuschnuppern oder einfach nur Menschen mit Kleidern zeichnen üben will, findet hier hilfreiche Ableitungen, Tipps und sogar einen Skizzenblock mit vorgezeichneten Figuren. Das Buch eignet sich für ältere Kinder (ab ca. 12 Jahren) genauso wie für Erwachsene.

Emily Brickel Edelson: Mode-Illustration in 5 Minuten. stiebner 2017

ISBN 978-3-8307-0983-1

Kinder- und Jugendbuch · Selber machen

Malen und zeichnen wie die großen Künstler

maz_648pixel.jpgZeichnen können wie ein richtiger Künstler, wer will das nicht? Dieses wunderschöne Buch regt schon durch seine Gestaltung an, selbst künstlerisch tätig zu werden. Der Einband hat jeweils eine Einschlag-Faltung, die innen schwarz-weiß gestaltet ist wie ein Labyrinth. Das Papier ist etwas dicker als normales Buchseitenpapier und hat eine relativ raue Oberfläche. Da es insgesamt eher weich und saugend ist, eignet es sich besonders für weiche Bleistifte, Buntstifte und Kreiden. Filzer scheinen durch, weil die Farbe stark eingesaugt wird. Aber mit Kuli macht es richtig Spaß zu zeichnen.

Auf einer Doppelseite erfährt man, was man als angehender Künstler alles braucht. Das „Handwerkszeug“ ist gezeichnet und beschriftet. Direkt im Anschluss geht es los: Der erste Künstler, Miró wird kurz vorgestellt und die Übungen beginnen. Die Autorin geht auf die typischen Techniken und Besonderheiten der Künstler ein. Bei Miró

  • das automatische Zeichnen,
  • das Spielen mit Farben und Materialien,
  • verschiedene Bleistiftübungen,
  • Strukturen.

So lernt man mithilfe des Buches nicht nur selbst zu zeichnen und sich auf verschiedene Techniken einzulassen, sondern man erfährt auch sehr viel über die jeweiligen Künstler. Anders als üblich, sieht man sich nicht ein Bild des Künstlers an, um es ggf. zu imitieren (wie es häufig in Schulen gemacht wird). Hier im Buch greift die Autorin die Techniken, Intensionen und Ziele der Künstler auf und lässt die Leser selbst kreativ werden.

Fazit: Ein ganz besonderes, ganz anderes Malbuch, das sehr anregend wirkt. Geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahr und Erwachsene.

Marion Deuchars: Malen und zeichnen wie die großen Künstler. Midas Verlag CH 2016 (2. Auflage)

ISBN 978-3-907100-56-1

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Selber machen

Bretonisches Leuchten

Kommissar Dupins sechster Fall

bretonisches-leuchten-kommissar-dupins-sechster-fall-bannalec-jean-luc-9783742401946Was passiert, wenn man einen eifrigen Kommissar samt Freundin Claire an einen Strand legt? Es wird langweilig! So auch in diesem sechsten Fall von Dupin. Weil er es am Strand so gar nicht aushält, spaziert er herum. Dabei muss der Hörer sich ununterbrochen anhören, wie schön die Bretagne ist und wie es geht, Bretone zu sein. Das mag für Fans dieses Landstriches sicherlich interessant sein, doch handelt es sich hier ja um einen Krimi, nicht um einen Reisebericht.

Schließlich bekommt der Kommissar seinen Fall, als eine Frau verschwindet. Mithilfe des Kioskbesitzers und des eifrigen Hotelangestellten, der irgendwie ständig auftaucht, kann Dupin heimlich ermitteln. Dabei muss er sich vor seiner Freundin Claire verstecken, der er ja versprochen hat, endlich mal Ruhe zu geben und Urlaub zu machen. Sie schwelgt richtig im Faulsein. Doch der Kommissar vermutet irgendwann, dass sie selbst irgendwie arbeitet oder ermittelt (so ganz habe ich es nicht verstanden, ist sie doch Kardiologin…).

Der sogenannte Fall entpuppt sich bald als endloses Gelaber, mit viel Lokalkolorit. Wer den Kommissar seit dem ersten Fall verfolgt und liebt, hat hier sicher seine Freude. Doch mir war alles Drumherum zu viel und vom Fall viel zu wenig. Da nützt es auch nichts, wenn der Sprecher Gerd Wameling sich wirklich bemüht, der Handlung Stimme zu geben.

Fazit: Für Fans von Kommissar Dupin sicher eine weitere lang ersehnte Folge. Mir gab es zu viele Zufälle, die Handlung war zu absehbar und das ewige Schwelgen in der Landschaft war mir zu langweilig.

Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten. Kommissar Dupins sechster Fall. DAV 2017

7 CDs, Laufzeit ca. 9 h 14 min, Sprecher Gerd Wameling (ungekürzte Lesung)

ISBN 978-3-7424-0194-6

Selber machen

Das Blusen-Nähbuch

Ein Grundschnitt 15 Styles

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Vorgestellt werden in diesem Buch tatsächlich 15 sehr unterschiedliche Blusenmodelle, vom kurzärmeligen Jeanshemd über die Spitzenbluse bis zum Fransenhemd aus (Kunst-) Leder. Sogar ein Kleid ist dabei und eine Tunika ganz ohne Knöpfe und Brusttaschen. Die Modelle sind sicher Geschmackssache, lassen sich aber jeweils auch noch durch die Stoffwahl sehr gut an den eigenen Stil anpassen.

Für jedes Modell gibt es großformatige Fotos, Skizzen, Zuschneidepläne und jeweils eine Zeichnung. Die Anleitungen zu den Blusen werden in etwas groben Schritten erläutert. Eine Grundanleitung für eine Bluse gibt es ganz hinten im Buch (warum eigentlich nicht am Anfang?).

Leider sind die Anleitungen nicht sehr gut erklärt. Manche Schritte sind unverständlich und da ohne Foto nicht umsetzbar, sofern man kein absoluter Profi ist (aber wozu braucht der so ein Buch?). Zum Beispiel bei der Tunikka (S.14 ff), die ich genäht habe: „Am Vorderteil die Breite für die Leisten herausschneiden …“ – welche Leisten genau, wie viel davon abscheiden? Mit einem Foto doder einer Skizze könnte man dies verstehen. Ebenso: „An der unteren Ecke ein Stück Vlieseline aufbügeln.“ –  Wo genau, wie groß soll das Stück sein? So geht es weiter und führte bei mir dazu, dass die Tunika vorne zwei kleine  Löcher bekam. Ärgerlich.

Das zweite Manko: Die Schnittteile sind auf einem Bogen (Vorder – und Rückseite) ausschließlich mit schwarzen Strichen gedruckt. Fast jedes Teil, insbesondere aber Vor- und Rückteile, enthalten zahlreiche Details, um für jedes Modell variieren zu können. Wenn man die Linien durchradelt ist das Papier balds so stark perforiert, dass es sich auflöst. Ich habe also durchgepaust. Es hat ca. 10 Stunden gedauert alles zu kopieren und auszuschneiden! Trotz großer Anstrengung habe ich einige Markierungen und Modellhinweise übersehen und bei meiner Tunika Probleme gehabt, die Ärmel anzupassen. Außerdem ist das Rückenteil zu breit und ich habe eine Kellerfalte eingenäht, um es anzupassen.

Trotz dieser Fehler ist das Buch wertvoll, denn die Schnitte passen hervorragend und die Modelle regen an, aus den 15 Variationen noch viel mehr eigene Kreationen zu entwickeln.

Fazit: Gut sitzende Schnitte  (auch in 46) für 15 verschiedene Blusen und noch viele eigene Ideen mehr. Da die Anleitungen etwas oberflächlich und lückenhaft sind, nur für fortgeschrittene Näherinnen gegeignet, die viel Gduld mitbringen.

Hier meine Tunika

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Mia Führer: Das Blusen-Nähbuch. Christophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8410-6440-0

 

 

 

Kochen · Selber machen

Brotbacken in Perfektion

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Das Plötz-Prinzip

Vollendete Ergebnisse statt Experimente

Nun durfte ich auch noch ein drittes Buch von Lutz Geißler lesen und freue mich sehr darüber. Denn es ist tatsächlich wieder anders als die beiden, die ich bereits hier  besprochen habe. Insbesondere sind in diesem Buch ausschließlich Brote aus Weizen- und Dinkelmehl vorgestellt.

In diesem Buch gibt es zunächst ein Inhaltsverzeichnis mit Abbildungen. Das ist wirklich großartig, denn so sieht man sofort, worauf man Lust haben könnte.  In der sehr ausführlichen und informativen Einleitung erfährt man wichtiges über Geräte, Zutaten, Handgriffe und dann auch über Mehle. Schließlich stellt Lutz Geißler sein Prinzip vor: Die Schritte vom Mischen und Kneten übers Gehen bis zum Backen, einfach und verständlich erklärt. Besonders ist hier die Variationsmöglichkeit zwischen Gehzeit im Warmen oder im Kühlschrank. Je nachdem, wo und wie der Teig seine Ruhezeit verbringt, braucht er länger und entwickelt sich anders.

Die Rezepte sind alles sehr gut erklärt und haben immer verschiedene Varianten dabei. So ist für jeden möglich, ein Brot zu backen. Die Fotos sind auch in diesem Buch wirklich großartig, sodass man sofort in so ein leckeres Brot beißen möchte.

Meine Versuche waren allerdings nicht so prickelnd. So ganz bekomme ich das mit den Ruhezeiten nicht hin, denn entweder ist es im Raum mal kalt und mal warm oder ich knete wohl zu wenig (mangels Küchenmaschine geht mir irgendwann die Kraft aus).

Fazit: Wer Brotbacken lernen oder seine Kenntnisse erweitern und vertiefen will, liegt bei diesem Buch genau richtig. Es gibt hier Rezepte mit Weizen- und Dinkelmehl in verschiedensten Variationen.

Lutz Geißler: Brotbacken in Perfektion. Becker Joest Volk Verlag 2016

ISBN 978-3-95453-104-2

http://www.ploetzblog.de