Selber machen

Eigene Schnittmuster herstellen für Röcke & Kleider

Alles, was man braucht, um eigene Kleidung zu entwerfen, kopieren oder anzupassen

9783830709848_download.jpgTitel und Untertitel sagen eigentlich schon alles aus, was das Buch beinhaltet (hätten aber ruhig etwas kürzer sein können). Wer gerne eigene Kleidung näht, merkt bald, dass es nötig ist, sich mit Schnittmustergestaltung auseinanderzusetzen. Denn auch die besten Kaufschnitte passen nicht genau und entsprechen nicht immer den eigenen Ideen von Kleidung. Mithilfe dieses Buches lernt man, aus Grundschnitten eigene Kreationen zu erstellen. Grundschnitte für Kleider in Webware und Stretch gibt es zum Download. Wirklich gut durchdacht ist, dass es das Webware-Kleid auch für große Oberweiten gibt. Meist werden nämlich große Größen trotzdem mit kleinen Oberweiten (Cup-Größen) dargestellt.

Die Größen im Buch sind 34 bis 48, wobei es sich hier um die üblichen Schneidermaße handelt, die von Kaufgrößen abweichen. Wer also Größe 48 im Laden kauft, passt evtl. nicht in den Grundschnitt Größe 48. Die Maße für eine 38 liegen beispielsweise bei 86,5cm Brustumfang, 71cm Taille und 91,5cm Hüfte.

Die Grundschnitte müssen zunächst für die eigene Passform modifiziert werden. Irritierend ist, dass diese Basistechniken erst ganz hinten im Buch und nur sehr sparsam erläutert sind. Leider fehlt hier auch die Oberweitenanpassung (FBA) komplett. Ich hatte dazu ausführliche Erklärungen erwartet.

Die fertigen Grundschnitte können nun zu eigenen Kreationen verwandelt werden. Es gibt im Buch zahlreiche Beispiele dazu, was entstehen kann und wie man vorgehen muss. Etwas Übung braucht man schon, um die Skizzen zu verstehen und die Anleitungen umzusetzen, aber mit etwas Geduld und Spaß am Ausprobieren klappt es bestimmt.

Ein Icon auf dem Titel, der die Größen anzeigt, wäre sinnvoll.

Fazit: Mit diesem Buch ist es möglich, zu verstehen, wie man Grundschnitte variieren und eigene Ideen umsetzen kann. Dank der Downloadmöglichkeit, kann man sich Grundschnitte ausdrucken und anpassen. Leider ist das damit auch mit weiteren Kosten für Papier und Tinte verbunden, doch hätten beigefügte Schnittmuster wohl nicht in Originalgröße abgebildet werden können.

Alice Prier, Lilia Prier Tisdall: Eigene Schnittmuster herstellen für Röcke & Kleider. Stiebner 2018

ISBN 978-3-8307-0984-8

Selber machen

Sticken macht glücklich

Einfache Techniken und 150 Motive für Kleidung und Accessoires

D9783831036080.jpger Titel macht Lust aufs Ausprobieren. Und schnell stellt man fest: Sticken macht tatsächlich glücklich! Auch Anfänger können gleich loslegen, denn es gibt Anleitungen für die wichtigsten, einfachen Stiche.

Von allgemeinen Infos über nötiges Material und Werkzeug geht es direkt zum Sticken und zu den zahlreichen Ideen, wie man seine Stickereien in Szene setzen kann. Die Autorin hat ihre Inspirationen in Themen gegliedert:

  • Schrift & Symbole
  • Naturdarstellungen
  • Gegenstände
  • Muster

So kann man sich aussuchen, was man sticken will und findet dazu Anregungen, worauf und wofür man stickt. Es gibt jeweils viele Beispiele und Musterideen. Ein paar größere Abbildungen zu Kleidungsstücken fehlen mir. Ich hätte gerne noch mehr Anregungen gehabt, wie ich Hosen, Blusen, Röcke und Kleider mit Stickereien verzieren kann. Doch die Ideen der Autorin sind sehr inspirierend und durch die vielen Fotos, teilweise wie Collagen angeordnet, kommt man schnell in eine kreative Stimmung.

Praktisch sind die Material- bzw. Untergrundvorschläge, von Papier und Leinwand über Stoffe bis Filz.

Fazit: Ein Buch voller Ideen zum Sticken auf unterschiedlichen Materialien. Weniger ein Stickanfängerbuch zum Lernen von Stichen als eine Inspirationsquelle für fortgeschrittene Sticker/-innen.

Nathalie Mornu: Sticken macht glücklich. Dorling Kindersley 2018

ISBN 978-3-8310-3608-0

Selber machen

Wohlfühlmode aus Jersey

Mit Schnittmusterbogen

9783831036233Tilly Walnes, bekannt mit ihrem Unternehmen und gleichnamigen Blog „Tilly and the Buttons“, hat in diesem Buch einige wenige Schnittmuster zusammengestellt: Ein Shirt, ein Rock, zwei Kleider, zwei Pullis und eine Jogginghose, die alle bequem geschnitten sind, und sich vielfältig verwandeln lassen. Wenige Schnittmuster sind es zwar, das Buch ist jedoch 192 Seiten dick. Denn die Autorin erklärt mit vielen Fotos sehr detailliert, wie die Kleidungsstücke genäht werden. Dazu gibt es jeweils spezielle Hinweise zur Auswahl der Stoffe, die ebenfalls ausführlicher sind als meist üblich. Zusätzlich gibt es viele, sehr hilfreiche Tipps und Tricks, wie „Gummiband aufnähen“ oder „Flauschiges Futter“. Schön sind die Seiten „Mein Lifestyle“, wo die Autorin ein bisschen von sich und ihrer Art zu Arbeiten erzählt.

Neben den Anleitungen der Schnittmuster kann man sich ausführlich über die Verarbeitung von Jersey aufschlauen und so auch als Anfänger/in sicher gute Näharbeiten hinbekommen. Die Schnittmusterbögen liegen in acht Größen bei, wobei keine übliche Größenbezeichnungen aufgelistet sind (von Hüfte 84 bis 119,5).

Fazit: Das Buch ist ein gutes Handbuch für alle, die sich Kleidung aus Jersey nähen und auf gute Verarbeitung achten wollen. Die Modelle sind fast alle recht neutral gehalten und lassen sich vielseitig abwandeln, so dass man sie als Grundschnitte verwenden kann.

Tilly Walnes: Wohlfühlmode aus Jersey. Dorling Kindersley 2018

ISBN 978-3-8310-3623-3

Selber machen

Zweite Chance für Kellerfunde

20 Kreativprojekte aus wiederverwendetem Material

keller Es muss nicht immer neu sein – Upcycling ist in, macht Spaß und hilft, Ressourcen zu sparen. Der Autor Mc Murdo erklärt einführend, was Upcycling ist und wie es gelingt, aus altem Material moderne, schöne Möbel und Accessoires zu gestalten. Seine Devise: „Wirklich wichtig ist gutes Design“.

Bevor es mit konkreten Anleitungen losgeht, weist der Autor darauf hin, dass man sich auf der Suche nach geeignetem Material nicht nach starren Regeln bewegen soll, sondern „einfach ein bisschen kindisch“ sein soll. Denn letztendlich kann so ein Buch Anregungen geben, aber das Material und der Handwerker, die Handwerkerin entscheidet, was daraus wird.

Ein erstes und einfaches Projekt ist ein Hocker aus einer Palette und einem Sitzpolster. Statt der Palette könnten man z.B. auch eine alte, stabile Weinkiste verwenden. Der Autor erklärt zunächst genau, wie er sich dem Material nähert und es zerlegt, um die brauchbaren Teile zu erhalten. Es gibt eine Übersicht, was man alles benötigt und schließlich eine bebilderter Schritt-für Schritt-Anleitung.

Die Ideen in diesem Buch regen an, selbst etwas zu bauen. Vieles lässt sich relativ einfach nachmachen. Bei einigen Projekten benötigt man etwas außergewöhnliches Material, das man vermutlich nicht im Keller hat (Gerüststangen z.B.) sowie Maschinen bzw. Geräte wie Winkelschleifer und Wagenheber.

Sehr nützlich sind die Erläuterungen am Ende des Buches. Hier erklärt der Autor z.B. wie man verschiedene Sägen umgeht, wie man eine Palette zerlegt oder den Umgang mit verschiedenen Maschinen.

Fazit: Schöne und praktische Ideen, die alle relativ leicht nachzubauen sind, sofern man ein bisschen handwerkliche Erfahrung mitbringt. Etwas irritierend ist, dass es recht wenige wirklich Kellerfunde sind, die hier verarbeitet werden – wer hat Baugerüste, Paletten und Waschmaschinentrommeln im Keller?

Max McMurdo: Zweite Chance für Kellerfunde. LV.Buch 2018

ISBN 978-3-7843-5539-9

Selber machen

Papier Zen

183401_Papier_Zen_Cover_VLB_grEntspannen mit Papier

Falten, knicken, streichen – mit Origami und Co. zu mehr Achtsamkeit

Bei monbijou vom Lingen Verlag gibt es viele schöne Bücher und Materialien aus und über Papier. Der Titel „Papier Zen“ steht für die Entspannung mit Papier, bzw. durch das Falten von Papier. Die Konzentration auf das Tun und die wiederholten Bewegungen können dazu führen, abzuschalten und helfen, nicht nur den Geist, sondern auch den Körper zu entspannen. In einer kurzen Einführung erläutert die Autorin außer dem Begriff Papier Zen auch, was Origami bedeutet und einige andere Faltkunstbegriffe. Außerdem gibt sie auf zwei Seiten Hinweise zu geeignetem Papier, Werkzeug und Hilfsmitteln. Übrigens überraschend zurückhaltend, ganz ohne die so häufig hineingepresste Werbung für irgendwelche teuren Produkte. Schön auch der Hinweis, dass sich altes Papier ebenso eignet, wie z.B. Comics oder Kalenderblätter.

Anschließend folgen schon die reich bebilderten Anleitungen. Jeder Schritt ist sehr gut erklärt und mit einem Foto versehen. Manchmal ist leider das Papier so schön bunt, dass man kaum erkennt, wo gefaltet wurde. Bei der Anleitung für den Würfel, den ich nachgebastelt habe (S. 62), scheint mir ein kleiner Fehler zu sein. Bei Schritt 6 steht zwar, dass die rechte untere Ecke nach oben gefaltet werden soll, gezeigt wird aber die Ecke der Faltung weiter oben. Wenn man Schritt 7 liest und nachfaltet, kommt man drauf, wie es richtig geht. So sieht der Würfel aus:

 

Fazit: Ein schönes und sehr gut erklärtes Faltbuch mit Anleitungen für Anfänger und etwas erfahrenere Falter 😉 Manche Ideen sind altbekannt, aber durch die Umsetzung erscheinen sie neu. Außerdem ist es sinnvoll, mit einfachen und scheinbar lapidaren Faltungen anzufangen (wie Himmel und Hölle) und daraus etwas zu gestalten, um in den „Zen-Flow“ zu gelangen.

Selber machen

Mein großes Kleiderbuch

9783841065001.inddDas Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, das praktischerweise die Modellfotos zeigt. Anschließend folgt eine Schnittübersicht mit Zeichnungen der Modelle. Und los geht`s mit den Anleitungen. Erst am Ende des Buches gibt es eine „Nähschule“ mit Maßtabelle, Tipps und Tricks rund ums Nähen sowie einigen konkreten Anleitungen zu Details wie Kragen und Manschetten.

Die einzelnen Modelle sind bei den jeweiligen Anleitungen großformatig abgebildet. Die Infos dazu sind sehr luftig auf zwei Seiten verteilt. Die Anleitungen selbst wurden eher knapp gehalten und nicht mit Abbildungen für Einzelschritte versehen. Das dürfte für Anfänger etwas schwierig werden, obwohl die Schritte recht gut beschrieben sind.

Die Kleidergrößen variieren von 34 bis 48, allerdings nicht bei jedem Modell gleichermaßen. Meist geht es von 38 bis 44. Da die Größen bei Schnittmustern meist ein bis zwei Nummern größer sind als die übliche „Kaufgröße“, muss man das Schnittmuster genau nachmessen, um zu erkennen, ob das Kleid später passt. Aber das sollte man ja bei jedem Schnittmuster tun. Die Größen sind leider nicht im Inhaltsverzeichnis angegeben, man findet sie jeweils bei der Anleitung.

Tipps zu Schnittanpassungen, vor allem die FBA (Oberweitenanpassung) fehlen leider, die wären gerade bei Kleidern sinnvoll. Die Schnittmuster sind auf vier Seiten/zwei Bögen Papier vereint, was es etwas mühsam macht, sie zu kopieren, da sich viele Linien überschneiden. Aber sie sind recht kräftig gedruckt, daher kann man die Linien relativ gut erkennen.

Fazit: Viele schöne Kleidermodelle, die sich gut individuell variieren lassen. Ein bisschen unverständlich ist, dass mehr Platz für die Infos vergeben wurde, statt die Anleitungen mehr auszuarbeiten. Für Leute, die vor allem Schnittmuster suchen und keine detaillierten und bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen benötigen.

Dagmar Scholz: Mein großes Kleider-Buch. Christophorus Verlag 2018

ISBN 978-3-8410-6500-1

 

Selber machen

Das perfekte Oberteil

Schnitte kombinieren – über 200 individuelle Modelle nähen

9783831034437.jpg17 Oberteile gibt es in diesem großen Buch zur Anschauung mit Fotos. Überhaupt gibt es sehr viele Fotos, die zeigen, wie schön und unterschiedlich Oberteile aussehen können. Angenehm ist, das dafür Models gewählt wurden, die verschiedene Körperformen repräsentieren. Wirkliche „gro0e Größen“ werden zwar nicht verkörpert, aber wir Molligen haben ja ein gutes Vorstellungsvermögen.

Wie auch beim Buch „Das perfekte Kleid“ gibt es im Buch zwei Doppelseiten mit allen 250 Kombinationsmöglichkeiten als Zeichnungen. So kann man sich selbst aussuchen, welches Oberteil man nähen will. Die im Buch gezeigten Shirts sind markiert. Dank eines ausgeklügelten Abkürzungssystems findet man die Einzelteile recht schnell und kann gut die passende Anleitung zusammenstellen. Tipps zur Anpassung gibt es auch ein paar, wobei hier die FBA (Oberweitenanpassung) sehr hilfreich gewesen wäre.

Die Grundtechniken sind in einem Kapitel zusammengefasst und sehr nützlich. Man lernt hier vom ARbeiten mit Blenden übers Knopfschlaufen nähen bis zu überlappenden Halsausschnitten alles Nötige.

Ein Lookbook zeigt mit vielen Fotos (von Clair Obscur), wie die Modelle aussehen können. Zusätzlich kann man eine App nutzen, um die Blusen in 360° zu sehen.

Der letzte Teil des Buches besteht aus Anleitungen für die einzelnen Bestandteile der Oberteile, also Basis, Ärmel, Kragen usw. Die Schritte sind mit Zeichnungen bebildert. Es ist etwas Näherfahrung und vor allem Übung im Lesen von Nähanleitungen nötig, um hiermit klarzukommen. Aber mit etwas Geduld lässt sich ein schönes Oberteil nähen.

Fazit: Wer nicht immer nur T-Shirts tragen will, kommt mit diesem Buch ins Oberteil-Schlafraffenland. Die Variationsmöglichkeiten sind überwältigend und dank der Schnittmuster in sehr vielen Größen, kann sich jede Frau ihre Lieblingsteile selbst nähen.

Evelien Cabie: Das perfekte Oberteil. Dorling Kindersley 2018

ISBN 978-3-8310-3443-7