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Frauen mit Stil

mode.jpgModeträume aus drei Jahrhunderten

Sich stilvoll kleiden, heißt nicht einfach nur, Mode zu tragen. Stil ist mehr eine Haltung als das Fungieren als Modepuppe. So verstehe ich die einleitenden Worte der Autorin. Auf 139 Seiten führt sie uns Leser(innen) durch verschiedene Epochen, die unterschiedliche Mode mit sich brachten. Dabei erläutert sie, wie sich Frauen mit ihrere Kleidung ausdrückten oder warum sie gerade diese bestimmte Mode trugen. Vorgestellt werden die Frauen und ihre Mode mithilfe von Gemälden. Dabei ist die Autorin nicht chronologisch vorgegangen (was mich zunächst irritierte), sondern hat sich Themen gewählt und diese als Kapitel konstruiert:

  • Mode macht glücklich (Einleitung)
  • Spiegelgeschichten
  • Auf der Suche nach dem schönsten Kleid
  • Müßige Momente
  • Große Auftritte

Es macht Freude, Mode aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Die Texte lesen sich leicht und sind zugleich informativ. Mangelhaft ist leider die Klebebindung des Taschenbuches. Die erste Seite hat sich schon beim Öffnen des Buches gelöst. Auch den Farbdruck finde ich nicht optimal, da die schönen Gemälde etwas künstlich erscheinen.

Fazit: Ein interessantes und unterhaltsames Buch über die Möglichkeiten von Frauen, sich mithilfe von Kleidung auszudrücken.

Gertrud Lehnert: Frauen mit Stil. insel taschenbuch 2017

ISBN: 978-3-458-36323-1

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How to survive als Alleinerziehende

s515494306608940095_p989_i1_w160Locker bleiben allein mit Kind

Allein verantwortlich sein für ein Kind oder sogar für mehrere, ist eine große Herausforderung. Meist beginnt das Alleinerziehen mit einer Trennung vom Partner, manchmal gab es gar keine Beziehung oder der Partner stirbt. Trennungen, Tod aber auch Alleinsein sind Belastungen, die belasten und somit auch die Psyche der erziehenden Person beeinflussen. Die Autorin Sarah Rauch ist selbst allein erziehende Mutter eines Jungen und kann aus vielen Jahren Erfahrung schöpfen. In ihrem Buch macht sie Mut, die Rolle als Mutter oder Vater mit Ruhe, Humor und Zuversicht anzunehmen. Denn das Alleinerziehen bringt nicht nur Nachteile mit sich. Die eigene Haltung bestimmt vorrangig, wie man mit den Herausforderungen klarkommt.

Die 15 Kapitel sind ganz praktisch gegliedert von „Die Welt steht Kopf – aber Sie nicht!“ über „Bucklige Verwandschaft“ bis zu „Achtung – der (oder die) Neue kommt!“ Die Autorin versteht es, locker zu schreiben ohne albern zu werden. Ihre Texte sind durchsetzt von Beispielen, die nachvollziehbar und authentisch sind. Schon das Lesen des Buches macht Spaß, sodass die eigenen SOrgen gleich leichter werden. Viele praktische Tipps helfen im Alltag und in besonderen Lebenslagen.

Da Layout des Buches ist recht einfach gehalten. Die Kapitelauftaktseiten haben Fotos, die Überschriften sind mit Grafiken versehen. EIn paar Abschnitte mehr würden den Lesefluss erleichtern. Wer das Buch wirklich nutzten will, liest es komplett durch und markiert sich die Zeilen, die ihm besonders wichtig sind.

Fazit: Ein locker und amüsant erzählter Ratgeber, der Mut macht. Mit hilfreichen und praxisorientierten Tipps und Beispielen.

Sarah Rauch: How to survive als Alleinerziehende. Schwarzkopf & Schwarzkopf 2017

ISBN 978-3-86265-641-7

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Tierische Notnahrung

tierSurvivalwissen für Extremsituationen

Die überarbeitete Neuauflage des „Standardwerks für Survivalbegeisterte“ zeigt, dass der Autor noch mehr Wissen weitergeben kann. Er hat in dieser neuen Ausgabe noch mehr Bilder beigefügt, auch die ehemals als zu „heftig“ aussortierten. Seine Meinung im Vorwort ist deutlich: „… ich glaube, dass jemand, der Wurst und Schnitzel isst, auch den Anblick von inneren Organen ertragen kann.“

Der Inhalt des Buches gliedert sich in folgende Kapitel:

  • 1 Vorwort
  • 2 Ein wenig Ernährungslehre
  • 3 Insekten, Larven, Würmer, Spinnen
  • 4 Weichtiere
  • 5 Stachelhäuter
  • 6 Krustentiere
  • 7 Fische
  • 8 Amphibien
  • 9 Reptilien
  • 10 Vögel
  • 11 Säugetiere
  • 12 Tot aufgefundene Tiere
  • 13 Fallen und Behelfe
  • 14 Zubereiten und Konservieren

Das Buch richtet sich an Menschen, die in der Wildnis Nahrung suchen müssen. Tatsächlich gibt es (glücklicherweise noch) einige Gebiete, in die sich ein einsamer Wanderer begeben kann. Schon ein kleiner deutscher Wald bietet aber die Möglichkeit, Natur zu erleben und erste Notnahrungs-Erfahrungen zu sammeln. Johannes Vogel weist jedoch darauf hin, dass das Buch kein Freibrief zum Wildern ist und der Respekt vor den Tieren und der Natur an oberster Stelle steht. Er beschreibt, dass es wichtig ist, Tiere zu beobachten und nicht unbedingt notwendig ist, beim „Üben“ ein Tier zu töten. Es reicht, herauszufinden, ob es möglich gewesen wäre, es zu tun.

Einführend gibt es einige wichtige Infos zur Ernährungslehre. Das hilft zu erkennen, was der Körper wirklich braucht und welche Tiere dies als Nahrung bieten können. Eine Tabelle zeigt anschaulich die zum Überleben wichtigsten Werte: Energie, Protein und Fett. (Interessant, dass 100 g Heuschrecken mehr Protein und Fett enthalten als Hasenfleisch und fast an dessen Energiemenge heranreichen.)

In den Kapiteln zu den einzelnen Tierarten erläutert der Autor ausführlich, welche Tiere und deren Teile sich als Notnahrung eignen, wie sie getötet, vorbereitet und verarbeitet werden. Er weist immer wieder darauf hin, was ungenießbar oder giftig ist und erinnert an Gefahren durch Bisse und Stiche. Selbst wer nicht dachte, jemals Insekten essen zu wollen, liest sich bald fest. Denn die Erläuterungen sind sehr interessant und nachvollziehbar geschrieben. Übrigens auch nicht „eklig“. Ich als Vegetarierin konnte das Buch gar nicht mehr weglegen.

Fazit: Johannes Vogel hat ein unglaublich großes Wissen über Tiere angesammelt, viel beobachtet und selbst ausprobiert. Das merkt man in diesem umfassenden und sehr gut erklärten Buch.

Johannes Vogel: Tierische Notnahrung. Pietsch-Verlag 2017 (2. Auflage)

ISBN 978-3-613-50850-6

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Pflanzliche Notnahrung

pflanzSurvivalwissen für Extremsituationen

Zugegeben, in die wirklich einsame Wildnis begeben sich nur die wenigsten von uns. Doch auch wer gerne wandert und sich aus der Natur ernähren möchte, hält hier ein passendes Buch in der Hand. Wobei der Autor ausdrücklich darauf hinweist, dass er nicht Rezepte aus der Natur vorstellt, sondern fundiertes Wissen darüber vermitteln will, wie man „an praktisch jeder Stelle der Welt essbare Pflanzen finden kann – auch ohne Bestimmbuch und Listen“. Dafür ist es aber notwendig, das Buch wirklich intensiv durchzuarbeiten.

Der Inhalt ist in folgende Kapitel aufgeteilt:

  • 1 Vorwort
  • 2 Grundlagen
  • 3 Pflanzliche Notnahrung
  • 4 Familienbünde
  • 5 Die wichtigsten Familien
  • 6 Dirty Dozen
  • 7 Essbare Pflanzen  – Nahrhafte Pflanzen
  • 8 Nutzbare Pflanzen
  • 9 Prozessieren
  • 10 Zubereiten
  • 11 Behelfe

Ein bisschen sollte man sich schon für Botanik interessieren, um die Inhalte zu verstehen. Denn der Autor geht sehr ins Detail. Viele Abbildungen (Grafiken und Fotos) erleichtern das Verständnis. Sprachlich ist der Text angenehm locker und direkt geschrieben. Stilistisch stört mich der häufige Wechsel vom „Sie“ zum „Wir“.

Sinnvollerweise nimmt der Autor es sehr wichtig, verständlich zu machen, dass viele Pflanzen giftig sein können. Er erläutert dazu z.B. genau, welche Pflanzenfamilien man kennen muss, um zu unterscheiden, welche Sorte essbar ist. In einem großen Teil des Buches werden Pflanzen und Pflanzenfamilien übersichtlich vorgestellt, sodass man nachschlagen kann, wenn man sich nicht sicher ist, und sein Wissen vertiefen kann. Hilfreich sind hier u.a. die Hinweise zu wichtigen Inhaltsstoffen, energiereichen Teilen und den phytotherapeutischen Werten.

Als besonders wertvoll empfinde ich die Erläuterungen zum Verarbeiten der Pflanzen im Kapitel 9 Prozessieren. Hier stellt der Autor Methoden wie Aufschließen, Auslaugen und Trocknen vor. Kapitel 10 Zubereitung gibt Einblick in die Möglichkeiten, aus den Pflanzen Speisen oder Getränke zuzubereiten, indem man sie z.B. kocht oder Aufgüsse macht. Die Behelfe in Kapitel 11 sind Grabgeräte, Pflücker und ein Mehlbrett aus natürlichen Materialien selbstgemacht.

Fazit: Es ist möglich, sich notfalls von Pflanzen aus der Natur zu ernähren, wenn man sich auskennt. Wer sich intensiv damit beschäftigen will, findet hier fundiertes und gut aufbebreites Wissen. Ein Muss für Survival-Fans und Bushcrafter aber auch für Weltreisende, die sich überwiegend außerhalb der Zivilisation aufhalten.

Johannes Vogel: Pflanzliche Notnahrung. Pietsch-Verlag 2017 (2. Auflage)

ISBN 978-3-613-50763-0

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Yoga kennt kein Alter

978-3-86917-594-2.jpgYoga ist seit einiger Zeit zu einer Art Volkssport geworden. Da es jeder Mensch individuell ausführen kann und die Übungen sanft und wenig belastend sind, können auch ältere Menschen mit Yoga ihren Körper fit halten.

Diesen Gedanken greift das Buch auf und zeigt mithilfe einer Papierfigur 12 einfache Übungen. Jede Übung ist auf einer ganzen Seite abgebildet. Auf der jeweils nächsten Seite steht der Name der Übung und sein Nutzen. Leider war es das auch schon mit Infos zur Übung. Es gibt keine Erläuterung oder Anleitung, wie man die Bewegungen ausführen soll.  Zwar steht im Begrüßungstext der Autorin, dass das Buch keinen fachkundigen Unterricht ersetzt, doch wofür soll es dann gut sein? Auf dem Cover ist nicht zu erkennen, dass es sich hier die Übungen gar nicht beschrieben werden. Wenn ich die Bilder mit der Papierfigur sehe und lese, welchen Nutzen die Übungen haben, würde ich sie gerne ausprobieren. Doch wie genau? Mit Youtube-Videos? Statt der Anleitungen gibt es Berichte von Yoga-Begeistern, „geistige Klarheiten“, Sprüche, Gedicht uvm. über Yoga. So ist das Buch ein Sammelsurium an geistigen Ergüssen, das Menschen die bereits vom Yoga-Virus infiziert sind, bestimmt Freude bereitet. Mir bringt es leider nichts.

Fazit: Ein Buch über Yoga, das nicht anleitet, selbst zu üben, sondern vermutlich die Begeisterung für Yoga teilen und damit zum Mitmachen ermuntern will.

Claudia Peters, Dorothea Siegert-Binder: Yoga kennt kein Alter. Verlag am Eschbach 2017

ISBN 978-3-83917-594-2

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Selbstvertrauen & Selbstbehauptung

selbst.jpg… spielerisch vermitteln

Das Krav Maga Survival-Programm für Kids

Was soll ein Kind tun, wen es von einem Erwachsenen bedrängt wird? Was, wenn es sich unsicher fühlt, aber nicht weiß, ob die Situation gefährlich ist oder nur ungewohnt?

Das Buch stellt eine Methode vor, die Kinder unterstützen soll, sich zu behaupten und zu verteidigen. Dabei lernen sie zunächst, ihre eigenen Grenzen, sowohl körperlich als auch psychisch kennen. Sie üben, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten kann und was man konkret tut, wenn man in Gefahr ist. Dazu gehören auch bestimmte „Griffe“ zur Selbstverteidigung, die aus Kampfsportarten stammen.

Mithilfe zahlreicher Fotos stellen die Autoren ihre Methode in vielen Kapiteln sehr gut dar. Ich denke, das Buch ist sehr gut als Basis für Lehrer/innen, Erzieher/innen und auch Eltern geeignet, die Kinder stärken wollen. Es bietet viele Hintergrundinformationen und hilft, zu verstehen, worauf es ankommt, wenn ein Kind in eine brenzlige Situation kommt. Zuvor steht aber immer die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung von anderen Menschen.

Fazit: Ein praktischer und informativer Ratgeber für Multiplikatoren und interessierte Eltern, aber auch Jugendliche, die vielleicht noch nicht sicher sind, ob sie einen Kurs besuchen sollen.

Lena und Tom Madsen: Selbstvertrauen & Selbstbehauptung. Pietsch Verlag 2017

ISBN 978-3-613-50847-7

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Kurzer Prozess

4260220581604.jpgKrimi-Kartenspiel für clevere Ganoven

Inhalt des Spiels:

  • 50 Verbrecherkarten
  • 5 Zeugenkarten
  • 5 „Scharzer Peter“-Karten
  • 15 Knastperioden
  • 1 Spielanleitung

für 3-6 Spieler ab 10 Jahren. Spieldauer ca. 30 Minuten

Die Spielidee ist recht einfach: Die Spieler legen Karten vor die anderen Spieler und versuchen, ihnen möglichst viele Punkte zu geben. Punkte stehen auf den Karten, die zudem verschiedene Farben haben. Zu jeder der 5 Farben gibt es die Zahlenwerte 1-3. Legt ein Spieler einem anderen eine rote Karte hin, dürfen ab sofort dort nur noch rote Karten abgelegt werden. Sobald bei einem Spieler 5 Punkte liegen, ist er „überführt“ und muss alle auf dem Tisch liegenden Karten einsammeln. Diese legt er verdeckt bei sich ab.

Das wars dann eigentlich schon. Ein paar Kleinigkeiten, wie die Zeugenkarten, die nur 1 Punkt zählen, oder die „Schwarzer-Peter-Karte“, die dazu führt, die Karten zu tauschen, gibt es noch. Doch die Regeln sind sehr einfach und das Spiel ist daher schnell erklärt. Es macht Spaß, vor allem mit Kindern. Aber es fordert nicht gerade heraus. Man sammelt Karten, muss ein bisschen strategisch vorgehen und aufpassen, weniger als bei Rommé oder bei 11er raus. Mit Detektivspielen hat es leider nichts zu tun.

Fazit: Ich hatte tatsächlich eine Art Detektiv-Kartenspiel erwartet und war etwas enttäuscht, dass Krimis bei diesem Spiel nur als Begriffsfindung dienten. Doch das Spiel ist unterhaltsam und so einfach, dass es keine lange Vorbereitung braucht. Vor allem mit mehr als drei Leuten eignet es sich für eine lustige, unkomplizierte Spielstunde.

Reiner Knizia: Kurzer Prozess. Gmeiner Verlag 2017