Für ein fittes Immunsystem

Abwehrkräfte mobilisieren für mehr Gesundheit und Energie

Das Immunsystem, was ist das eigentlich? Sind da so kleine Aufräumer unterwegs, die böse Bakterien und Viren bekämpfen? Und wie kann ich mein Immunsystem so stärken, dass ich gar nicht erst krank werde? Es soll ja Menschen geben, die denken, dass ihr Immunsystem sogar stark genug ist, um sich vor Covid zu schützen – statt einer Impfung…

Dr. Christine Hutterer erklärt im ersten Kapitel „Unser sagenhaftes Immunsystem“, was auf sich hat mit diesem System, das wir erst wahrnehmen wenn es mal überfordert ist, bzw. Krankheiten die Abwehrsysteme überwinden. Sie stützt sich auf neue Ergebnisse aus der Forschung und zeigt auf, welche Rolle das Gehirn und der Darm für das Immunsystem spielen.

Folgende weitere Kapitel gibt es im Buch:

  1. Der Check-up fürs Immunsystem
  2. Die Kraft von Geist und Seel
  3. Immunbooster Bewegung: Jeder Schritt zählt
  4. Die Stärkung von innen
  5. Die Extra Trainingsstunden fürs Immunsystem

Neben den sehr informativen Sachtexten gibt es immer wieder kurze Zusammenfassungen, Übersichtslisten und kurze Hintergrundinformationen. Die Autorin schreibt in einer angenehm leicht verständlichen Sprache, sodass man das Buch gerne von Anfang bis Ende durchliest. Vor allem aber präsentiert sie nicht einfach nur alte Thesen und führt die üblichen Standarttipps auf. Die Autorin hat fundiertes Fachwissen aufbereitet, sodass wir Laien Informationen und Anregungen erhalten, um unser Immunsystem zu stärken. Außerdem gibt es einige Trainingsideen und viele leicht umsetzbare Tipps für den Alltag, um das eigene Immunsystem zu stärken.

Das Layout ist sehr einfach gehalten aber dank einiger Grafiken und farblicher Hervorhebungen übersichtlich und ansprechend.

Fazit: Ein wichtiges, informatives Buch mit vielen Tipps und Motivation, um selbst aktiver zu werden.

Dr. Christine Hutterer: Für ein fittes Immunsystem. Stiftung Warentest 2023

ISBN 978-3-7471-0574-0

Kinder des Aufbruchs

Die Zwillinge Emma und Alice waren aus der DDR geflohen als gerade die Mauer errichtet wurde. Emma ist als Übersetzerin für Politiker tätig und Alice eine engagierte Journalistin. Die Ehemänner wirken zunächst eher spießig, doch bald erfährt man, dass sie eine aufregende Vergangenheit haben. Während Emma sich von einer Fehlgeburt erholt, lernt sie einen verängstigen Jungen kennen und hilft ihm. Alice begegnet einem Mann aus DDR-Zeiten und unterstützt ihn bei den Fluchtplänen für seine Schwester.

Nach und nach werden es immer mehr Figuren in diesem Roman. Alle haben irgendetwas mit Geheimdiensten, Spionage oder Studentenaktionen zu tun. Und alle sind irgendwie miteinander verbunden. Da wirkt leider ziemlich konstruiert. Zumal es kaum ein wirkliches Leben der Figuren zwischen den Aktionen und Ereignissen gibt. Es wäre sicher hilfreich, den Vorband „Kinder ihrer Zeit“ zuerst zu lesen, damit die Figuren näher kommen. Trotz der Kritik liest sich der Roman leicht und ist spannend. Die Konflikte der späten 60`er Jahre, die zwischen BRD und DDR herrschten sind heute kaum mehr präsent. Mit den Figuren dieser Geschichte leben Rudi Dutschke und viele anderen für einen kurzen Moment wieder auf.

Fazit: Ein spannender Einblick in eine konfliktreiche Zeit voller Misstrauen und Revolte. Es empfiehlt sich, „Kinder ihrer Zeit“ vorher zu lesen, um die Figuren und ihr Handeln besser zu verstehen.

Claire Winter: Kinder des Aufbruchs. Diana Verlag 2022

ISBN 978-3-453-29266-6

Systemisch visualisieren

Ein Grundlagenbuch

Damit Worte sich in unserem Gedächtnis verankern, bzw. wir sie überhaupt verstehen, sollten sie Bilder in unseren Köpfen erzeugen. Visualisieren von Texten bzw. Worten unterstützt diese Theorie. Mithilfe einfacher Bilder lässt sich strukturieren, dokumentieren und präsentieren.

Systemisches Arbeiten folgt der Theorie, dass jed*r Einzelne Teil von Systemen ist, die sie beeinflussen und von denen sie beeinflusst werden. In den ersten vier Kapiteln des Buches gehen die Autorinnen auf das systemische Arbeiten ein und erläutert die Grundlagen u.a. für Beratung, Coaching und Therapie. Die Texte sind reich bebildert, sodass man schon hier einen Einblick gewinnt, was man sich unter Visualisieren vorstellen kann.

In den folgenden drei Kapiteln erläutern die Autorinnen ausführlich, wie nun Visualisieren funktioniert. Es geht darum, „den Kern der Dinge zu beobachten, zu erkennen und dann zu entscheiden, wie sich Gegenstände, Bilder oder auch Gesprochenes reduzieren lassen auf das Wesentliche.“ (S. 111) Damit lässt sich nicht nur klarer dokumentieren und präsentieren. Man kann auch sich selbst ordnen und Handeln sinnvoll reflektieren.

Die Erläuterungen im Buch sind zwar verständlich und nachvollziehbar. Die vielen Zitate unterbrechen jedoch manchmal den Lesefluss und das Verständnis. Auch die zahlreichen Bilder mit vielen kleinen Details sind mir persönlich vor allem anfangs zu viel, sodass mich die Seitenfülle etwas erschlägt. Ich verstehe die Visualisierung hier als fast eigene, zumindest ergänzende Sprache, die zuerst erlernt werden muss. Anders als beim freien, schöpferischen Zeichnen und Malen, w werden spezielle Ivons verwendet. Im Kapitel 6 gibt es sehr viele Beispiele und Tipps dazu, damit man sich diese Bildsprache aneignen kann.

Fazit. Wer systemisch arbeitet und das Visualisieren durch Icons bzw. eine Art Symbolzeichensprache für sich entdecken will, findet in diesem Buch die Grundlagen und ausführliche Anleitungen zur Umsetzung. Eine Affinität zu Sketchnotes bzw. Zum Zeichnen ist hilfreich.

W. Lückert, F. Brauner: Systemisch visualisieren. Vandenhoek & Ruprecht 2022

ISBN 978-3-525-40805-6

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