Arbeit

Als Erzieherin gelassen und erfolgreich

9783466308828_CoverFit im Beruf durch Selbst-Coaching

Viele Erzieherinnen haben sich ihren Beruf bewusst ausgesucht und nach ihrer Ausbildung mit viel Idealismus begonnen, zu arbeiten. Doch schon bald sind sie ernüchtert, die Realität im Beruf sieht ganz anders aus als gedacht. Denn Personalmangel, Reibereien unter den Kollegen und Kolleginnen, mit den Eltern und dem Träger machen ihnen zu schaffen. Dazu kommt, dass die Anforderungen an sie immer größer werden, ohne dafür mehr Zeit und mehr Geld zu bekommen. Das führt nicht selten zu Stress und sogar Burnout.

Christine Weiner hilft mit ihrem Buch, sich selbst zu coachen, um aus der Stressspirale herauszukommen. Sie zeigt mithilfe zahlreicher Beispiele und anschaulichen Erläuterungen, wie man sich aus dem Alltagsfrust befreien und einen neuen Blick auf die Berufs-, aber auch auf die private Situation bilden kann.

Manchmal hätte ich mir zwar gewünscht, auch klare Lösungen, oder zumindest konkrete Strategien zu finden, wenn z.B. das Problem des Personalmangels erläutert wird. Doch hat das Buch so viele Anregungen, sich selbst, sein Handeln und seine Emotionen zu reflektieren, dass man auch selbst auf Lösungen kommt.

Fazit: Ein Buch, dass anregt, zu ergründen, warum sich Probleme in der Arbeit überhaupt erst entwickeln und die eigene „Life-Balance“ zu erlangen.

Christine Weiner: Als Erzieherin gelassen und erfolgreich. Kösel Verlag 2017

Kinder- und Jugendbuch · Selber machen

Malen und zeichnen wie die großen Künstler

maz_648pixel.jpgZeichnen können wie ein richtiger Künstler, wer will das nicht? Dieses wunderschöne Buch regt schon durch seine Gestaltung an, selbst künstlerisch tätig zu werden. Der Einband hat jeweils eine Einschlag-Faltung, die innen schwarz-weiß gestaltet ist wie ein Labyrinth. Das Papier ist etwas dicker als normales Buchseitenpapier und hat eine relativ raue Oberfläche. Da es insgesamt eher weich und saugend ist, eignet es sich besonders für weiche Bleistifte, Buntstifte und Kreiden. Filzer scheinen durch, weil die Farbe stark eingesaugt wird. Aber mit Kuli macht es richtig Spaß zu zeichnen.

Auf einer Doppelseite erfährt man, was man als angehender Künstler alles braucht. Das „Handwerkszeug“ ist gezeichnet und beschriftet. Direkt im Anschluss geht es los: Der erste Künstler, Miró wird kurz vorgestellt und die Übungen beginnen. Die Autorin geht auf die typischen Techniken und Besonderheiten der Künstler ein. Bei Miró

  • das automatische Zeichnen,
  • das Spielen mit Farben und Materialien,
  • verschiedene Bleistiftübungen,
  • Strukturen.

So lernt man mithilfe des Buches nicht nur selbst zu zeichnen und sich auf verschiedene Techniken einzulassen, sondern man erfährt auch sehr viel über die jeweiligen Künstler. Anders als üblich, sieht man sich nicht ein Bild des Künstlers an, um es ggf. zu imitieren (wie es häufig in Schulen gemacht wird). Hier im Buch greift die Autorin die Techniken, Intensionen und Ziele der Künstler auf und lässt die Leser selbst kreativ werden.

Fazit: Ein ganz besonderes, ganz anderes Malbuch, das sehr anregend wirkt. Geeignet für Kinder ab ca. 10 Jahr und Erwachsene.

Marion Deuchars: Malen und zeichnen wie die großen Künstler. Midas Verlag CH 2016 (2. Auflage)

ISBN 978-3-907100-56-1

Bei Amazon

Und mehr...

Zehn kleine Krabbelfinger

9783466310456_Cover Spiel und Spaß mit unseren Kleinsten

Kleine Kinder lieben Fingerspiele, Krabbelverse und „Hoppe-Reiter-Spiele“. Je häufiger das Spiel wiederholt wird, desto besser. Sie genießen die Nähe und die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird und gehen ganz im Moment auf.  Die beiden Autorinnen haben in diesem „Standardwerk“, wie es genannt wird, viele Fingerspiele, aber unter anderem auch Trage- und Schaukelspiele, Drehspiele, Luftballonspiele, Schlaf- und Wiegenlieder zusammengetragen.

Im Vorwort erläutern sie die wichtigsten Informationen zum Spielen sowie zur Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr. Da diese Informationen auf wenige Seiten zusammengefasst sind, handelt es sich hier um eine sehr komprimierte Übersicht der kindlichen Entwicklung mit den wichtigsten Eckpunkten.

Alle Lieder sind mit Noten und Text abgebildet. Gitarrenakkorde gibt es leider nicht, es ist aber auch eher unüblich, beim Finger- oder Krabbelspiel gleichzeitig Gitarre zu spielen. Zu allen Spielen sind sehr übersichtlich ausführliche Anleitungen zu Bewegungen und Handlungen vorhanden. Außerdem gibt es viele farbige Fotos sowie Zeichnungen für bestimmte Bewegungen und Handlungen. Tipps und Hinweise ergänzen die Anleitungen und helfen, bestimmte Situationen sicherer zu machen oder Spiele einfacher umzusetzen.

Viele der Fingerspiele und Lieder sind bekannt, doch das Autorenteam hat sich auch vieles selbst ausgedacht und zu altbekannten Melodien getextet. So gibt es eine gelungene Mischung aus Altem und Neuem.

Fazit: Eine schöne Sammlung alter und neuer Verse, Lieder und Spiele für Eltern und pädagogisches Personal, die den Kleinsten im ersten Lebensjahr Nähe, Sprache und Rhythmus vermitteln wollen.

Marianne Austermann, Gesa Wohlleben: Zehn kleine Krabbelfinger. Kösel 2017.

ISBN 978-3-466-31045-6

Kinder- und Jugendbuch

Aleca Zamm ist ein Wunder

U_14057_1A_SB_ALECA_ZAMM_01.IND12Aleca ist 10 Jahre alt. Sie hat in manchen Schulfächern ziemlich zu kämpfen und will endlich auch mal für ihre Lernerei mit einem Gummibärchen belohnt werden. Durch einen Zufall findet sie heraus, dass sie die Zeit anhalten kann. Wie praktisch! So kann sie den Mathetest ja ganz einfach bestehen. Ihre Tante Zelda, die selbst durch die Zeit reisen kann, klärt Aleca allerdings darüber auf, dass die Zeit nicht nur im Klassenzimmer still steht, sondern auf der gesamten Welt. Aleca darf ihre Fähigkeit nicht ausnutzen und auch niemandem davon erzählen.

So spannend die Geschichte anfängt, so schnell ist sie vorbei. Denn das Buch ist der erste Teil einer Reihe über das „Wunder“ Aleca. Es macht Spaß in ihr Leben einzutauchen und sich vorzustellen, wie es in der Schule von Aleca zugeht. Doch als es dann endlich wirklich um das Thema geht, nämlich ihre Fähigkeit, die Zeit anzuhalten, ist das Buch schon aus. Es folgt komischerweise danach noch (vermutlich) das erste Kapitel des nächsten Bandes. Denn hier wird sehr kurz zusammengefasst, was bisher geschah. Das hat mich sehr gestört. Mir wäre lieber gewesen, dieses Buch würde eine Geschichte liefern, die abgeschlossen ist. Das Ende nicht abzuschließen und komplett offen zu lassen, finde ich unangenehm. Ich fühle mich gezwungen, das nächste Buch zu kaufen. Das ist für mich kein Cliffhanger, sondern eine Marketingstrategie. Da es sich um ein Kinderbuch handelt (für ca. 8-9jährige), ärgert mich solch eine Berechnung.

Fazit: Ein amüsanter und auch spannender Kinderroman, der in einer nachvollziehbaren Welt spielt, aber mit fantasievollen Elementen spielt. Leider nur der erste Teil einer Reihe und nicht in sich abgeschlossen.

 

Ginger Rue: Aleca Zamm ist ein Wunder. Schneiderbuch 2017

ISBN 978-3-505-14057-0

Roman

Tombola

TombolaBelgrad. Vier Menschen sind angekommen, begeben sich in ihre Hotels, erleben auf dem Weg dahin schon so einiges, und merken schließlich, dass sie nicht ihren eigenen Koffer vom Band am Flughafen mitgenommen haben. Kann passieren. Zumal diese Koffer alle mittelgroß und schwarz sind, eben ganz normale Reisekoffer.

Diese vier Menschen, ein junger Wissenschaftler, der bald einen Vortrag halten soll, eine ehemalige Botschafterin, ein Geschäftsmann und eine junge Frau, suchen mehr oder weniger intensiv nach ihren Koffern. Bis sie sich treffen, passiert jedem von ihnen zumindest so viel, dass sie sich mit sich selbst auseinandersetzen, mit der Reise, dem Sinn ihrer Arbeit, ihres Lebens…

Der Autor erzählt mit viel Gespür für kleine wichtige Nebensachen, wie Menschen denken, leben, fühlen, handeln. Wenn beispielsweise die Botschafterin im Fahrstuhl steckt, gerät sie nicht einfach in Panik. Ganz ihrem bisherigen Handeln entsprechend, behält sie zunächst die Kontrolle und kommt gar nicht auf die Idee, den Notknopf zu drücken. Man lernt die Figur sehr gut kennen, ihre Charaktereigenschaften, ihre Ängste, Stärken und auch die Macken.

Die Geschichte ist sehr interessant aufgebaut und durch die verschiedenen Perspektiven der Koffersuchenden immer wieder neu beleuchtet. Auch wenn sich die Menschen im Buch auf eine Art Sinnsuche begeben, man als Leser schon ziemlich am Anfang überlegt, was Zufall ist, was Schicksal, wird es nie langweilig, sondern sogar oft recht amüsant.

Fazit: Ein interessanter Roman, der zum Nachdenken anregt, aber zugleich amüsiert und gut unterhält.

Thomas Kadelbach: Tombola. Offizin Verlag (CH) 2017

ISBN 978-3-906276-60-1

Selber machen

Bretonisches Leuchten

Kommissar Dupins sechster Fall

bretonisches-leuchten-kommissar-dupins-sechster-fall-bannalec-jean-luc-9783742401946Was passiert, wenn man einen eifrigen Kommissar samt Freundin Claire an einen Strand legt? Es wird langweilig! So auch in diesem sechsten Fall von Dupin. Weil er es am Strand so gar nicht aushält, spaziert er herum. Dabei muss der Hörer sich ununterbrochen anhören, wie schön die Bretagne ist und wie es geht, Bretone zu sein. Das mag für Fans dieses Landstriches sicherlich interessant sein, doch handelt es sich hier ja um einen Krimi, nicht um einen Reisebericht.

Schließlich bekommt der Kommissar seinen Fall, als eine Frau verschwindet. Mithilfe des Kioskbesitzers und des eifrigen Hotelangestellten, der irgendwie ständig auftaucht, kann Dupin heimlich ermitteln. Dabei muss er sich vor seiner Freundin Claire verstecken, der er ja versprochen hat, endlich mal Ruhe zu geben und Urlaub zu machen. Sie schwelgt richtig im Faulsein. Doch der Kommissar vermutet irgendwann, dass sie selbst irgendwie arbeitet oder ermittelt (so ganz habe ich es nicht verstanden, ist sie doch Kardiologin…).

Der sogenannte Fall entpuppt sich bald als endloses Gelaber, mit viel Lokalkolorit. Wer den Kommissar seit dem ersten Fall verfolgt und liebt, hat hier sicher seine Freude. Doch mir war alles Drumherum zu viel und vom Fall viel zu wenig. Da nützt es auch nichts, wenn der Sprecher Gerd Wameling sich wirklich bemüht, der Handlung Stimme zu geben.

Fazit: Für Fans von Kommissar Dupin sicher eine weitere lang ersehnte Folge. Mir gab es zu viele Zufälle, die Handlung war zu absehbar und das ewige Schwelgen in der Landschaft war mir zu langweilig.

Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten. Kommissar Dupins sechster Fall. DAV 2017

7 CDs, Laufzeit ca. 9 h 14 min, Sprecher Gerd Wameling (ungekürzte Lesung)

ISBN 978-3-7424-0194-6

Hörbuch · Kinder- und Jugendbuch

Tildas Tierbande

Ein Wollschwein im Wohnzimmer

tildas-tierbande-teil-1-ein-wollschwein-im-wohnzimmer-lott-anna-9783742401793.jpgWollschweine, eigentlich Mangalica, mag ich richtig gerne. Allerdings weiß ich auch, wie sie leben möchten, vor allem in viel Schlamm, daher würde ich sie nicht als Haustiere empfehlen. Dass sie aber echt nett aussehen mit ihrem wolligen Fell und sicherlich gezähmt werden können, kann ich mir gut vorstellen.

Tilda, das Mädchen, das immer einen Regenbogen sieht, wenn sie glücklich ist, zieht in den Trüffelweg, wo mehrere neue, bunte Häuser gebaut wurden. Sie freut sich am meisten auf ihr Schaf, das sie unbedingt als Haustier haben will. Doch es kommt alles anders. Denn Tilda lernt die Kinder der neuen Nachbarn kennen und entdeckt ein paar ganz besondere Tiere auf einem Bauernhof in der Nähe.

Manchmal erscheint die Welt von Tilda schon sehr einfach und naiv, doch sie ist eben ein Kind, das Fantasie hat und so passt wieder alles zusammen. Klar wird ein Bauer keine Tiere einfach Kindern überlassen, die er nicht mal kennt. Aber es ist eine Geschichte, da darf das so sein.

Übrigens handelt es sich hier um den ersten Teil einer Reihe!

Fazit: Ein unterhaltsames Hörbuch, das Spaß macht und sicherlich vielen Kindern (übrigens nicht nur Mädchen) Freude bereitet.

Anna Lott: Tildas Tierbande. DAV 2017

2 CDs, 2h 44 min. Sprecherin: Anita Hopt

ISBN 978-3-7424-0179-3