Selber machen

Im ersten Licht des Morgens

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1943 in Rom erlebt Chiara wie Menschen aus dem Getto gebracht werden. Zufällig fällt ihr Blick auf eine Familie, die im Gegensatz zu den meisten anderen sorgfältig gekleidet ist. Offenbar haben diese Leute gewusst, was ihnen bevorsteht. Die Frau der Familie sucht den Blickkontakt zu Chiara und so ergibt es sich wie durch ein Wunder,  dass Chiara den kleinen Jungen der Familie retten kann. Daniele Levi wächst wie ihr eigener Sohn auf…

Der Klappentext der Geschichte hat mich sofort angesprochen und ich habe einen großartigen Roman erwartet. Doch leider waren die ersten Seiten bereits so ernüchternd, dass ich nach ca. 30 Seiten aufhören musste zu lesen. Es ärgert mich richtig, dass das Buch so schlecht geschrieben (oder lektoriert) ist. Es sind vor allem die vielen Beschreibungen, die den Lesefluss stören. Die Autorin erklärt alles, beschreibt jedes Kleidungsstück so genau, dass man wirklich tief durchatmen muss, um weiterzulesen. Irgendwann verließ mich die Geduld und ich habe abgebrochen.

Daher kann ich zu diesem Buch nicht mehr sagen als: Schade!

Fazit: Die Autorin (oder/und Lektorin) sollte mal das Buch „Show don´t tell“ lesen!

Virginia Baily: Im ersten Licht des Morgens. Diana 2017

ISBN 978-3-4533-5913-0

Selber machen

Ideen aus Stoffresten für Kinder

Einfache Projekte zum Nähen aus einem halben Meter Stoff

StoffresteSpielsachen und „Zeugs“ für Kinder nähen macht großen Spaß. Man kann sich kreativ austoben und Erfolgserlebnisse sind garantiert. Denn die fertigen Produkte müssen nicht maßgeschneidert werden, sondern (nur) funktionieren bzw. so aussehen, wie gewünscht.

Die Autorin Debbie Shore hat selbst viel für ihre Kinder genäht, was man an den Ideen merkt. Neben lustigen Spielsachen, wie Affenkegel, gibt es nützliche und praktische Dinge, vom Kinderrucksack über kleine Geldbörsen bis zum Schuhbeutel. Alles wird aus Stoffresten genäht und kann daher auch aus Altkleidern angefertigt werden.

Einführend gibt es zunächst Tipps zu Material und zum Nähen, die ich sehr sinnvoll finde. Denn hier bezieht sich die Autorin direkt auf die Projekte im Buch. So erklärt sie beispielsweise, wie man Schrägband herstellt und annäht oder wie man einen rechteckigen Boden bei Taschen anfertigt.

Die Anleitungen im Buch sind alle mit vielen Fotos versehen und gut erklärt, sodass auch Nähanfänger problemlos zurechtkommen.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch mit schönen, praktischen und lustigen Ideen, die recht einfach umzusetzen sind.

Debbie Shore: Ideen aus Stoffresten für Kinder. Bassermann 2017

ISBN 978-3-8094-3756-7

Selber machen

SCETCH YOUR STYLE

Zeichne, koloriere und entwerfe deine Traumgarderobe

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Wer selbst näht, kommt früher oder später auf die Idee, seine Mode auch selbst zu entwerfen. Doch Mode zeichnen ist gar nicht so einfach. In „Sketch your style“ kann man es lernen. Ein bisschen Vorerfahrung beim Zeichnen sollte man mitbringen oder einfach ganz entspannt und ohne Druck, gleich perfekte Ergebnisse zu bekommen, an die Sache herangehen. Denn die Schritte hin zum eigenen Kleiderentwurf sind schon recht anspruchsvoll.

Es beginnt damit, die Figuren samt Gesicht zu zeichnen. Wie das geht, wird in ein paar Beispielen gezeigt. Leider kann man sich nicht immer direkt daran orientieren und abzeichnen, weil die freien Übungsseiten meist erst auf den Rückseiten zu finden sind. Ich hätte es einfacher gefunden, wenn links Beispiele zu sehen wären udn man sie rechts abzeichnen und erst anschließend frei zeichnen könnte (w ei beim Körper auf den Seiten 16 und 17). Aber man kann natürlich einfach ein Blatt Papier dazu nehmen, um durch Abzeichnen zu üben.

Die Anleitungen im Buch gehen jeweils sehr gut auf Stoffe, Schnitte und Anfertigungsmöglichkeiten ein. So lernt man z.B., dass es große Unterschiede gibt, wie ein Stoff fällt oder wo Abnäher sitzen sollten, damit das Kleidungsstück gut sitzt. Der größte Teil des Buches befasst sich mit Farben, Mustern, Modellen aus verschiedenen Jahrzehnten und damit, seinen eigenen Style zu kreieren.

Wenn man sich die Zeit nimmt, das Buch durchzuarbeiten und tatsächlich übt, kann man am Ende bestimmt recht gut selbst Kleider entwerfen. auf jeden Fall macht es Spaß, es auszuprobieren. Das Querformat des Buches und seine weiche Kartonbindung machen es einfach, es wie ein großes Skizzenbuch z nutzen. Das Papier eignet sich sehr gut für Fineliner, Blei- und Buntstifte, Tusche sowie farbige Filzer.

Fazit: Das Buch macht Lust darauf, seine Zeichenfähigkeiten zu vertiefen und Schritt für Schritt eigene Kleidung zu entwerfen.

Robyn Neild: Sketch your style. Stiebner 2017

ISBN 978-3-8307-0967-1

Selber machen

Nach Stich & Faden

Dekorative Stick-Ideen

stickenSticken, einst noch Pflichtübung im Handarbeitsunterricht, scheint mit heute eine fast vergessene Technik zu sein. Vielleicht, weil die Motive und Designs oft so langweilig und altmodisch waren?. Lisa Vogel zeigt, was man mit Nadel und Faden machen kann – modern, individuell und sehr zum Selbermachen motivierend.

Im einführenden Kapitel stehen die wichtigsten Hinweise zum „Basiswissen“. da im Buch nicht nur einfache Stickmotive, sondern vielmehr ganze Kreationen vorgestellt werden, erstreckt sich die Liste der nötigen Werkzeuge bis zur Bohrmaschine, Hammer und Nägeln.

Die Auswahl der Ideen ist sehr vielfältig, sodass sicher für jeden Geschmack und jedes Können etwas dabei ist. Man muss kein Handarbeitsgenie sein, um z.B. Spanschachteln mit Strernzeichen zu besticken: Aber die fertigen Stücke sehen „himmlisch“ aus. Ganz besonders gefällt mir die Idee, Kinderzeichnungen nachzusticken. Diese Bilder sind tolle Geschenke und wirken an Wänden aufgehängt sicher großartig.

Fazit: Sticken mal anders – modern stylisch und individuell. Weit weg vom verstaubten Kreuszstich-Image aus dem Handarbeitsunterricht.

Lisa Vogel: Nach Stich & Faden. Christophorus Verlag 2017

ISBN 978-3-8388-3645-4

 

Kinder- und Jugendbuch

Ab heute wird´s wild und gefährlich

9783522184472.jpgMartina Baumbach schreibt Bücher für Kinder und begibt sich dabei meist auf Augenhöhe mit ihnen. Ich bin ein großer Fan ihrer fantasievollen Geschichten und freue mich immer, wenn ich etwas neues von ihr lesen oder hören kann. Bei diesem Buch, in dem es um Tiere geht, ist es ihr nicht so gut gelungen, die Welt in der die Geschichte spielt, authentisch darzustellen. Mich stört, dass die Hauskatze, die ja nun plötzlich in der „Wildnis“ ist, sich so ganz und gar nicht wie eine Katze verhält. Klar, sind hier die Tiere etwas vermenschlicht, allein durch ihre Sprache. Doch ihr Verhalten, allen voran das der Katze Molly, ist manchmal unglaubwürdig. Warum hat sie eigentlich keinen Hunger, wenn sie mehrere Tage im Wald unterwegs ist? Warum findet sie das Eichkätzchen nicht lecker, sondern hilft ihm sogar aus dem Joghurtbecher-Gefängnis? Vielleicht fehlt mir ja nur die Fantasie…

Kinder werden die Geschichte sicher trotzdem lieben, denn es sind viele wunderbar liebevolle und fantasievolle Elemente darin. Die Figuren haben Charme, sind manchmal lustig und manchmal merkwürdig. Molly, die Hauskatze, deren Frauchen sie im Altersheim nicht mehr behalten darf, erfindet sich neu und gerät u.a. durch ihre Flunkereien in immer neue Abenteuer. Kinder, die sich das Buch vorlesen lassen, träumen sicher wunderbare Waldabenteuerträume und bekommen Lust, gleich am nächsten Morgen selbst in den Wald aufzubrechen.

Fazit: Eine nette Geschichte von Tieren im Wald, nicht sehr authentisch, aber charmant erzählt und mit liebevollen Illustrationen ausgestattet.

Mit Bildern von Katrin Engelking

Martina Baumbach: Ab heute wird´s wild und gefährlich. Thienemann 2017

ISBN 9783522184472

Und mehr...

Show don´t tell

showtell.jpg„Martha ist wütend.“

Aha. So ist das? Na und? Irgendwie nichtssagend dieser Satz. Oder können Sie sich jetzt die Martha vorstellen?

„So ein Mist!“ Martha schmettert ihre Handtasche auf den Tisch und wirft dabei fast die Weinflasche herunter.

„Hey, komm mal runter, ist doch halb so schlimm“, versucht Sven sie zu beruhigen …

Ah, jetzt gibt es plötzlich einen Raum in dem Martha sich befindet, eine Handtasche, Bewegung und eine zweite Person …

Simone Harland nutzt viele anschauliche Beispiele in ihrem Buch, um verständlich zu machen, wie man etwas so schreiben kann, dass es für die Leser lebendig und interessant wird. Dass man nicht immer dogmatisch dem Schema „Show don´t tell“ folgen soll, erwähnt sie übrigens auch, denn es gibt sicher Ausnahmen, die es notwendig machen, etwas einfach nur kurz und prägnant zu erzählen.

Das relativ kurze eBook (47 Seiten) ist sinnvoll aufgebaut, sodass man zunächst verstehen lernt, was „Show don´t tell“ überhaupt bedeutet, um schließlich zu lernen, wie es funktioniert. Dass das „Kopfkino“ des Lesers in erster Linie durch genaues Beschreiben und Einbeziehen der Sinne angeknipst wird, weiß man vielleicht schon als ambitionierter Schreiberling. Aber die Beispiele und Erklärungen von Simone Harland helfen, es auch umzusetzen. Schnell versteht man, was der Unterschied zwischen einer lebendigen Beschreibung einer Szene und einer langweiligen Auflistung von Tätigkeiten und Räumlichkeiten ist. Es macht richtig Spaß, neue Texte zu schreiben und alte zu überarbeiten, wenn man sich das kleine eBook durchgelesen hat.

Fazit: Eine Bereicherung für alle angehenden Schriftsteller/innen und solche, die ihr Schreibhandwerk vertiefen wollen.

Simone Harland: Show, don’t tell. Schreiben fürs Kopfkino. Kindle-Edition

Bei Amazon

http://www.simone-harland.de

Selber machen

Jeans Upcycling

28 kreative Nähprojekte für ausgediente Hosen

9783517095370_CoverAlte Kleidungsstücke wegwerfen – kommt für mich nicht infrage. Wenn sich kein Abnehmer findet, der sie auftragen will, kommen sie „unters“Messer“. Sie werden zerschnitten und zu neuer Kleidung oder praktischen Dingen verarbeitet.

Das Buch „Jeans Upcycling“ zeigt anschaulich, wie man Jeansstoff verarbeiten kann und welche Ausstattung man dafür benötigt. Das einführende Kapitel ist relativ lang, aber auch sehr informativ. Man erfährt hier viele Kniffe und Tricks, beispielsweise, wie man es schafft, gerade Linien und rechte Winkel aus Jeansstoff zuzuschneiden oder wie man Rundungen näht.

Die Ideen, die die Autorin vorstellt, sind nicht alle neu oder besonders praktisch, aber für jeden ist sicher etwas dabei. Alle Ideen werden zu Beginn mit großformatigen Fotos vorgestellt. Die Anleitungen sind allerdings nur mit Skizzen versehen. Meistens ist das übersichtlich und gut verständlich. Manchmal irritiert es ein bisschen und es wäre schöner, man hätte zumindest eine Abbildung des Nähstücks auf der Anleitungsseite, um noch einmal zu sehen, was man da nähen will. Da es sich überwiegend um relativ einfache Werke handelt, ist es aber kein Problem, alles nachzunähnen.

Mir gefällt an dem Buch besonders gut, dass es anregt, selbst weiterzutüfteln und die Schnitte zu verändern, anzupassen oder sich neue Ideen auszudenken. So habe ich aus dem „Anglerhut“ eine gemütliche Kappe gemacht.

Fazit: Gute Ideen, verständlich erklärt und so umgesetzt, dass man Lust bekommt, gleich eine alte Jeans aufzutrennen und loszunähen.

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Sorry, das Freistellen klappt bei mir nicht so gut

 

Kappe 2

Innenfutter aus selbst gefärbtem Betttuch. Den Rand habe ich ganz festgenäht und hinten ein Gummi eingearbeitet, weil mir die Kappe viel zu weit ist.

 

 

Céline Dupuy: Jeans Upcycling. südwest 2017

ISBN 978-3-517-09537-0